Autor: Katica Djakovic

Prognostische Marker im Krankheitsverlauf der Retinopathia centralis serosa

Verschiedene Risikofaktoren wurden bisher mit der Retinopathia centralis serosa (RCS) in Verbindung gebracht, einschließlich Typ-A-Persönlichkeit und endogener Hyperkortisolismus sowie Verwendung von Kortikosteroiden; jüngste Studien haben jedoch letzteres in Frage gestellt. In einer retrospektiven Studie an der Augenklinik am Klinikum der Stadt Ludwigshafen wurden als primärer Endpunkt die Anwesenheit und der Typ einer Pigmentepithelabhebung als Chronizitätsmarker in Relation zur Dauer der RCS analysiert. Als sekundärer Endpunkt wurde die Inzidenz des Kortikosteroidkonsums als Risikofaktor der Entwicklung einer RCS in der Patientenkohorte untersucht. Dr. Argyrios Chronopoulos (Ludwigshafen) erörtert die Ergebnisse.

Neueste Generation trabekulärer Mikro-Bypass Stents

Anwenderbericht zum iStent inject-System
In den letzten Jahren hat sich die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) mehr und mehr etabliert und das Behandlungsspektrum deutlich erweitert. Zahlreiche Langfriststudien belegen, dass die MIGS eine wirksame und sichere Behandlungsoption für zahlreiche Glaukompatienten eröffnet. Die Implantation von trabekulären Mikro-Bypass Stents stellt die physiologischen Abflussverhältnisse bei Glaukompatienten wieder her. Prof. Dr. Dr. Fritz Hengerer (Frankfurt) implantiert seit 2014 trabekuläre Mikro-Bypass Stents und berichtet über seine Erfahrungen mit dem iStent inject-System.

Das Kaleidoskop

Serie zur Sammlung Roth (Folge 103)
Beim Betrachten eines Bildes spielt die Harmonie eine ebenso wichtige Rolle, wie beim Hören von Musik. Dies gilt nicht nur für die Zusammenstellung der Farben, auch ihre Zuordnung zueinander ist von besonderer Bedeutung. Man kann das an einem kleinen optischen Gerät studieren, das zugleich ein sehr schönes Kinderspielzeug ist. Jeder kennt es. Es besteht aus einer Röhre, ähnlich wie beim Fernrohr, aber diese Röhre dient nicht dem Blick hindurch, sondern dem Blick hinein ins Innere. Das Ereignis spielt sich innen ab. Blickt man hinein, so sieht man um den Mittelpunkt herum angeordnet bunte symmetrische Bilder, die sich durch Drehen der Röhre vor dem Auge verändern. Durch ihre unendlich erscheinende Variationsvielfalt vermögen sie immer wieder zu faszinieren. Das Gerät trägt daher den griechischen Namen Kaleidoskop, was sich am besten mit „nach schönen Bildern schauen“ übersetzen lässt. Heute weiß man, dass das Betrachten schöner Dinge im Zustand der Ruhe, Herz und Seele stimuliert. Ähnlich wie bei den klassischen indischen Mandalas, die der spirituellen Vertiefung dienen.

Präventionsprogramm „Gutes Sehen in Pflegeeinrichtungen” wird verlängert

Pflegekassen verlängern die Förderung für das Präventionsprogramm „Gutes Sehen in Pflegeeinrichtungen“. Rund 150 voll- und teilstationäre Senioreneinrichtungen in Bayern haben seit dem Start Ende 2016 an dem Präventionsprogramm teilgenommen. Die Laufzeit des erfolgreichen Programms, das von der Blindeninstitutsstiftung durchgeführt wird, wurde nun um zwei weitere Jahre verlängert. Die AOK Bayern, der BKK Landesverband Bayern, die IKK classic, die KNAPPSCHAFT und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau-SVLFG werden auch 2020 und 2021 die Präventionsmaßnahme zum Sehen im Alter fördern.

Die Maske des Pestarztes

Serie zur Sammlung Roth (Folge 102)
In alten Schriften wird uns viel von Kriegen und Katastrophen berichtet, Seuchen bedrohten die Menschheit, die infolge ihres raschen Wachstums und mangelhafter
Kenntnisse der Hygiene dagegen hilflos waren. Zwar gibt es aus den alten Hochkulturen wie China und Babylonien schon Berichte über grassierende Krankheiten,
sie waren aber weit weniger spektakulär als die Seuchen, die zur Zeit von Moses Ägypten heimsuchten. Erst im Mittelalter erfahren wir mehr über solche todbringenden Epidemien, die dann auch über Europa hinweg zogen. Pest, Cholera oder Pocken dezimierten die Bevölkerung großer Städte und löschten ganze Heere aus. Die Neuzeit brachte die Influenza, die Syphilis und das HIV-Virus. Eines Tages könnte es eine lebensbedrohliche Virusinfektion wie Ebola sein, die sich
todbringend ausbreitet.

XXXIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf (Teil 2)

„Geschichte braucht Zukunft“
Unter der Tagungskoordination von Prof. Guido Kluxen und Prof. Gerd Geerling fand vom 11. bis 13. Oktober das 33. Treffen der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Düsseldorf statt. Im ersten Teil fasste Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) die ersten beiden Sitzungen und die neu etablierte Podiumsdiskussion zusammen. Im folgenden zweiten Teil stellt sie weitere Beiträge aus der Posterausstellung und der dritten wissenschaftlichen Sitzung vor und berichtet über die Ergebnisse der Vorstandswahl.

Peeling der epiretinalen Membranen

Makulaforamina mit begleitender Drusenmakulopathie haben geringere Erfolgsaussichten nach der Chirurgie, einen kompletten Verschluss zu entwickeln. Bis heute sind nur wenige Studien veröffentlicht, welche die funktionellen Ergebnisse nach Makulachirurgie in Augen mit zusätzlicher Drusenmakulopathie ausgewertet haben. Einer retrospektive Datenanalyse an der Augenklinik Klinikum Chemnitz untersuchte die anatomischen und funktionellen Ergebnisse der Pars-plana-Vitrektomie mit Membrane Peeling in Augen mit pathologischen Veränderungen der vitreoretinalen Grenzfläche und gleichzeitig vorhandener nicht exsudativer AMD, insbesondere Drusenmakulopathie. Dr. Olga Furashova und Prof. Katrin Engelmann (Chemnitz) stellen die Ergebnisse vor.

Verschluss persistierender Makulalöcher mittels subretinaler Flüssigkeit

Adhäsionen zwischen retinalem Pigmentepithel (RPE) und der angrenzenden Netzhaut können den Verschluss von Makulalöchern behindern. Die Gabe von subretinaler Flüssigkeit kann diese Adhäsionen lösen und den Verschluss unterstützen. Hierbei wird die Retina abgehoben und an ihren ursprünglichen Ort verlagert, indem intraoperativ eine Blase schwerer Flüssigkeit über dem Makulaloch appliziert und der Infusionsdruck auf <20 mmHg reduziert wird.

Dr. Gregor Kastl, Prof. Carsten H. Meyer, Priv.-Doz. Dr. Boris V. Stanzel und Prof. Michael J. Koss erläutern die Operationsmethode.

Vollständige Visuserholung trotz Makula-off-Amotio

Zur Evaluierung von Risikofaktoren, die einen Einfluss auf die Wiederherstellung des Sehvermögens bei Patienten mit Makula-off Amotio haben, wurden anhand einer Literatursuche die Dauer der Makula-off-Amotio (weniger als einen Tag, ein bis drei Tage, über drei Tage und über sechs Tage), demografische Patientendaten (Geschlecht, Alter), Operationsverfahren sowie OCT-Parameter und deren Einfluss auf die Visusprognose untersucht. Priv.-Doz. Dr. Christiane Falkner-Radler (Wien) fasst die Literaturerauswertung zusammen.