Sphäroid-Plattform: Bindehautentzündungen besser verstehen

Die Stiftung zur Förderung und Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (SET) unterstützt die Entwicklung eines 3D-Modells der menschlichen Bindehaut am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) mit rund 100.000 Euro. Dr. Malik Salman Haider, Leiter der Forschungslabore der Würzburger Universitäts-Augenklinik, und sein Team wollen mithilfe der neuen Sphäroid-Plattform die Wirkstoffforschung beschleunigen, die Vorhersage von Behandlungsergebnissen verbessern und gleichzeitig den Bedarf an Tierversuchen in der Augenheilkunde erheblich reduzieren.

„Unser Ziel ist es, ein zuverlässiges 3D- Modell der menschlichen Bindehaut zu entwickeln, das die Biologie der Augenoberfläche möglichst genau nachbildet und uns dabei hilft, Entzündungen in der Bindehaut besser zu verstehen und zu erforschen, wie diese auf neue Wirkstoffe reagieren. Darüber hinaus werden wir untersuchen, ob sich das pathophysiologische Entzündungsmodell als robuste Plattform für Augenverträglichkeitstests eignet, um ein prädiktiveres und für den Menschen relevanteres präklinisches Screening zu ermöglichen“, erläutert Haider.

Die Entwicklung dieses Entzündungsmodells basiert auf einem bereits gut charakterisierten 3D-Sphäroidmodell der gesunden menschlichen Bindehaut, das kürzlich in Scientific Reports publiziert wurde (Liang et al. 2026, doi:10.1038/s41598-026-63887-0). An der Entwicklung und umfassenden Charakterisierung dieser Plattform waren mehrere Mitglieder des Forschungsteams beteiligt.

Das Projekt ist Teil der kontinuierlichen Weiterentwicklung der translationalen ophthalmologischen Forschung an der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde unter der Leitung von Prof. Jost Hillenkamp. Gemeinsam treiben Hillenkamp, Haider und das Forschungsteam sowohl die Entwicklung humanrelevanter experimenteller Modelle als auch neuer therapeutischer Ansätze für Augenerkrankungen voran. Dazu gehören fortschrittliche In-vitro- und Ex-vivo-Modelle, nanocarrierbasierte Wirkstoffformulierungen, Biomaterialien sowie hydrogelbasierte Ansätze, unter anderem zur Entwicklung neuartiger Glaskörperersatzmaterialien.

Quelle: Universitätsklinikum Würzburg

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