Pro Retina informiert zu Internationalem Tag der Netzhaut

Zum diesjährigen Internationalen Tag der Netzhaut am 25.9. macht die Selbsthilfeorganisation Pro Retina Deutschland e. V. auf eine Besonderheit von Sehbeeinträchtigungen und Blindheit aufmerksam: Diese Behinderungen sind unsichtbar. Daher müssten Betroffene nicht nur mit der eingeschränkten Sehfähigkeit zurechtkommen. Zusätzlich würden andere Menschen oftmals irritiert und mit Unverständnis reagieren, so die Selbsthilfeorganistion, die über Sehbehinderungen aufklären und einen Beitrag zu einem verständnisvollen Miteinander leisten möchte.

„Wer nach dem Gesetz blind ist, kann möglicherweise mit einer entsprechenden Sehhilfe Zeitung lesen. Denn als blind gilt auch, wer noch zwei Prozent Sehstärke hat“, erklärt Dario Madani, Vorsitzender von Pro Retina Deutschland e. V. Außerdem, so erklärt er, gibt es sehr unterschiedliche Formen von Sehbeeinträchtigungen: Manche Erkrankungen der Netzhaut betreffen die Makula. Das ist die Stelle des schärfsten Sehens. Die Folge: Die Betroffenen können sich zwar noch im Raum orientieren, können aber keine Buchstaben oder Gesichter mehr erkennen. Das kann für Irritationen sorgen, weil sie grußlos an Nachbarn oder Bekannten vorbeigehen. Andere Netzhauterkrankungen beeinträchtigen die Wahrnehmung des Raumes, manche beides, also das scharfe und das räumliche Sehen.

„Sehbehinderungen irritieren und isolieren“, so Madani. „Wenn Webseiten oder Dokumente nicht barrierefrei sind, haben die Betroffenen keinen Zugang zu den Informationen und sind von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen.“ Daher berät die Selbsthilfeorganisation nicht nur Betroffene, sondern setzt sich auch in der Öffentlichkeit für mehr Verständnis für die Besonderheiten von Sehbeeinträchtigungen und für mehr Teilhabe ein.

Zum Internationalen Tag der Netzhaut informiert Pro Retina in einer bundesweiten Anzeigenkampagne darüber, was es bedeutet, mit Sehbehinderung zu leben. In ihrer Öffentlichkeitsarbeit wird die Selbsthilfeorganisation von Partnern aus der Industrie unterstützt.

Quelle:
PRO RETINA Deutschland e. V.
http://www.pro-retina.de

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