Das Augentropfenfläschchen
Serie zur Sammlung Roth (Folge 172) – Die ältesten Therapeutika zur Behandlung von Augenerkrankungen lassen sich bis ins zweite Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen. Meist handelte sich dabei um Extrakte pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, aufgearbeitet als wässrige oder ölige Lösungen. Haltbar waren sie nicht, vor allem die Hitze des Vorderen Orients ließen sie rasch verfallen. Konservierungsstoffe waren noch nicht bekannt. Die Tropfen mussten daher jeweils bei Bedarf frisch zubereitet werden. Von Dr. Hans-Walter Roth (Ulm)
Eine luftdicht abgeschlossene Aufbewahrung zur Vermeidung des Austrocknens war nicht möglich. Nach Kontamination mit Bakterien oder Pilzen zerfielen die Medikamente in der Antike rasch, verloren ihre Wirkung oder wurden sogar schädlich. Zwar kannte man durchaus schon Gefäße, um beispielsweise Wein oder Olivenöl zu bevorraten, sie waren als Amphoren auf dem Markt. Aber schon aufgrund ihrer Größe waren sie für die Aufbewahrung von Therapeutika der Augenheilkunde undenkbar.


