Kurznachrichten

Optimierte AAV-Vektoren für intravitreale Gentherapie

Allein fünf Millionen Menschen weltweit leiden an angeborenen Netzhautdystrophien, die schon in frühen Jahren zur Erblindung führen können. Um die dafür ursächlichen Gendefekte zu kompensieren, sind zunehmend gentherapeutische Ansätze in der Entwicklung. Ein internationales Wissenschaftlerteam konnte nun AAV-Vektoren gentechnisch so optimieren, dass sich die Therapeutika risikoärmer als bislang in die defekten Zellen schleusen lassen: die neuen Vektoren erreichen die Fotorezeptoren, nachdem sie in den Glaskörper appliziert wurden, teilt das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) mit.

Plötzlicher Sehverlust: Ultraschall in der Primärdiagnostik

Im Fall eines plötzlichen Sehverlustes sollte die Sonografie mit in die primäre Diagnostik einbezogen werden, lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Mithilfe der Sonografie könnten die häufigsten Ursachen eines akuten Sehverlusts – wie beispielsweise eine Netzhautablösung oder Verletzungen im Auge – besonders exakt und gesundheitsschonend dargestellt werden.

Studie: Lockdown fördert Kurzsichtigkeit bei Kindern

Eine Reihenuntersuchung an 123.000 Schulkindern in China hat ergeben, dass sich die Kurzsichtigkeit der Sechs- bis Achtjährigen im Jahr 2020 im Schnitt um 0,3 Dioptrien verschlechterte. Ursachen für die Zunahme der kindlichen Kurzsichtigkeit könnten der seltenere Aufenthalt im Freien und das mit viel Bildschirmarbeit verbundene Homeschooling während des pandemiebedingten Lockdowns sein, vermuten die Studienautoren. Darauf weist die Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) hin.

Wie die 3D-Struktur von Proteinen der Augenlinse entsteht

Chemische Bindungen innerhalb des Augenlinsen-Proteins Gamma-B-Kristallin halten das Protein zusammen und sind deshalb wichtig für die Funktion des Eiweißes in der Linse. Entgegen bisheriger Annahmen entstehen bestimmte dieser Bindungen, so genannte Disulfidbrücken, bereits parallel zur Synthese des Proteins in der Zelle. Dies haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt, des Frankfurter Max-Planck-Instituts für Biophysik und des französischen Institute de Biologie Structurale in Grenoble herausgefunden.

DNA-transponierbare Elemente als Ursache für AMD identifiziert

Forschende des Paul-Ehrlich-Instituts haben in einem internationalen Forschungsverbund einen grundlegenden Mechanismus aufgeklärt, der über die Aktivierung im Genom vorhandener mobiler genetischer Elemente (Retrotransposons) dazu führen kann, dass bei trockener AMD Zellen in der Netzhaut des Auges absterben. Eine ebenfalls durchgeführte Metanalyse von Behandlungsdaten mit Medikamenten, die diesen Mechanismus unterbinden, untermauert dies. Über die Ergebnisse berichtet PNAS in seiner Online-Ausgabe vom 1. Februar.

Individuelle LED-Leuchte als Hilfe für sehbehinderte Menschen

Eine LED-Leuchte, deren Farbspektrum an die Bedürfnisse von Menschen mit altersbedingter Makula-Degeneration (AMD) oder Retinopathia pigmentosa (RP) angepasst ist, soll die Lebensqualität der Betroffenen steigern. Im Projekt “MakULA – Make Your Light Adapted” wollen das Fraunhofer-Anwendungszentrum Soest und der Fachbereich Elektrische Energietechnik der Fachhochschule Südwestfalen eine solche Lösung entwickeln.

PC-Arbeit: Auch den Augen Pausen gönnen

Bildschirmarbeit muss nicht zu trockenen Augen und Verspannungen führen. Darauf macht der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) aufmerksam: Die Arbeit am Computer mache bei vielen Menschen einen immer größeren Anteil ihres Berufslebens aus. Auch wenn die Corona-Pandemie einmal bewältigt sein werde, gewinnen Online-Meetings und Arbeiten im Home Office an Bedeutung. Dr. Ludger Wollring vom BVA gibt Hinweise, wie man die Augen dabei vor zu großer Belastung schützt.

Genetische Vielfalt retinaler Ganglienzellen

Retinale Ganglienzellen (RGCs) sind das Nadelöhr, durch das alle Eindrücke des Sehens auf ihrem Weg von der Netzhaut zum Gehirn fließen. Ein Team des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie, der University of California Berkeley und der Harvard University haben einen molekularen Katalog erstellt, der die unterschiedlichen Typen dieser Nervenzellen beschreibt. So können einzelne RGC-Typen systematisch untersucht und mit einer spezifischen Verbindung, Funktion und Verhaltensantwort verknüpft werden.

Bonner Projektförderung: Mit Stammzellen gegen Erblindung

Der Biotechnologe Prof. Dr. Volker Busskamp von der Universität Bonn hat einen „Proof of Concept Grant“ des Europäischen Forschungsrats (ERC) in Höhe von 150.000 Euro erhalten. Die Förderlinie soll Wissenschaftler dabei unterstützen, ihre Forschungsergebnisse aus vorherigen ERC-Projekten in kommerzielle Anwendungen zu bringen. Volker Busskamp und sein Team arbeiten an der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn an einer Methode, um Degenerationen der Netzhaut und Erblindung zukünftig besser erforschen und behandeln zu können.