Kurznachrichten

Gentherapie mit Nanopartikeln schützt vor retinalem Zelltod

Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Bernhard Sabel, Direktor am Institut für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, ist es nun erstmals gelungen, mit Nanopartikeln eine nicht-virale Methode zu entwickeln, mit der erfolgreich Gene in Zellen der Netzhaut des Auges eingeschleust und damit eine weitere Schädigung des Sehnervs gestoppt werden konnte. Auch inaktive Zellen konnten nach Mitteilung der Universität damit wieder aktiviert werden. Mit dieser Anwendung einer nicht-viralen Gentherapie seien die Magdeburger Forscher weltweit die ersten und liefern wichtige Erkenntnisse im Bereich der Grundlagenforschung, heißt es weiter. Die Ergebnisse wurden in dem Forschungsjournal „Neural Regeneration Research“ veröffentlicht.

Hilfsmittel bei Sehverlust im Alter: Auf den richtigen Mix kommt es an

Augenerkrankungen können das Sehvermögen auf vielfältige Weise einschränken, beispielsweise durch Ausfälle im zentralen Gesichtsfeld, einen „Tunnelblick“ oder ein vermindertes Kontrastsehen. Eine breite Palette von Hilfsmitteln kann Menschen mit Sehbeeinträchtigungen helfen, das Leben und den Alltag weiterhin so selbstständig wie möglich zu gestalten. So können Kantenfilter-Brillen das Kontrastsehen verbessern, Bildschirmlesegeräte das Lesen erleichtern und Geräte mit Tonausgabe oder eine optimierte Beleuchtung im Haushalt unterstützen. Doch nicht jedes Hilfsmittel ist für jeden Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung gleichermaßen geeignet. Was bei der Hilfsmittelauswahl zu beachten ist und welche weiteren Faktoren neben der Sehbeeinträchtigung eine Rolle spielen, diskutieren Expertinnen und Experten auf einer Online-Pressekonferenz im Vorfeld der 3. Fachtagung „Sehen im Alter“ am 24. Juni 2021 um 11 Uhr.

DOC 2021 digital: 17.-19. Juni

Heute beginnt der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) und wird erstmals online ausgerichtet. Updates und Wissen sowie neue Entwicklungen in vielen Bereichen der Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie zählen zu den Schwerpunktthemen. Zielvorgabe sei es nach Angaben der Ausrichter gewesen, den Charakter des DOC zu erhalten, die ophthalmochirurgische Community mit Wissen auf höchstem Niveau zu versorgen, aber auch der Industrie eine Umgebung mit optimaler Sichtbarkeit zu bieten.

Aktion zum Tag der Sehbehinderten macht Gefahren sichtbar

Mit einem auffälligen Zeichen macht Pro Retina Deutschland e. V. bundesweit auf eine fast unsichtbare Gefahr in Fußgängerzonen und auf Gehwegen aufmerksam: Poller. Diese dienen zwar der Verkehrssicherheit, für Menschen mit Sehbehinderung jedoch sind sie ein gefährliches Hindernis. Um diese Gefahr anschaulich zu machen, setzen die Regionalgruppen von Pro Retina den Pollern anlässlich des Tags der Sehbehinderten am 6. Juni gelb-schwarz Mützen auf.

Tag der Organspende: Augenärzte rufen zu Hornhautspenden auf

In Deutschland verpflanzen Augenchirurgen jährlich mehr als 9.000 Hornhäute des Auges. Dank der rasanten Fortschritte bei der Transplantationstechnik verhilft heute fast jeder Spender zwei Menschen zu neuer Sehfähigkeit. Gleichzeitig arbeiten Forscher mit Erfolg daran, durch eine Vorbehandlung des Empfängers unerwünschte Abstoßungsreaktionen noch weiter zu verringern. Angesichts des bestehenden Transplantatmangels ruft die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) zum Tag der Organspende am 5. Juni 2021 zu größerer Spendenbereitschaft auf. Eine Hornhautspende kann trotz vieler vorbestehender Augenerkrankungen bis zu 72 Stunden nach dem Tod erfolgen und entstellt den Leichnam nicht, wie die Experten betonen.

Protein Tenascin-C wichtig bei Durchblutungsstörungen der Netzhaut

Welche Rolle das Protein Tenascin-C, ein Bestandteil der extrazellulären Matrix, bei der Minderdurchblutung der Netzhaut spielt, untersuchten Forscherinnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) an Mäusen. Sie zeigten, dass Tenascin-C eine entscheidende Rolle bei der Schädigung von Sehsinneszellen nach Ischämien spielt. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team online in der Zeitschrift Frontiers in Neuroscience.

Optogenetische Gentherapie lässt Erblindeten partiell wieder Sehen

Neu veröffentlichte klinische Daten zeigen erstmals, dass optogenetische Methoden einem erblindeten Menschen eine gewisse Sehfähigkeit zurückgeben können. Dieser Erfolg sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Entwicklung von Gentherapien für erbliche Erkrankungen von Lichtrezeptor-Zellen – und zwar unabhängig von den Mutationen, die diese Erbkrankheiten verursachen, teilt das Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB) mit.

AMD: Publikation fordert neue Sichtweise auf die AMD

Ein Team internationaler Wissenschaftler plädiert für einen Paradigmenwechsel im Verständnis und in der Erforschung von dringend benötigten Behandlungsmöglichkeiten für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Auf die aktuelle Veröffentlichung in „Nature Reviews Disease Primers“ macht das John A. Moran Eye Center, University of Utah, Salt Lake City, Utah, USA, aufmerksam.

BDOC: Abrechnungsempfehlung zur Femtosekundenlaser-Kataraktoperation (FEMCAT)

Da es immer öfter zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit den Kostenträgern über die Abrechnung der Femtosekundenlaser-Kataraktoperation (FEMCAT) kommt, hat der BDOC in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe eine fundierte Abrechnungsempfehlung erarbeitet. Sein Fazit: Die korrekte Abrechnung der FEMCAT lautet a1375 plus a5855.