Kurznachrichten

Früherkennung der Amblyopie wichtig für Therapieerfolg

Die Amblyopie ist eine häufige Sehstörung: Rund fünf Prozent der Erwachsenen leiden an der Sehschwäche, bei der ein Auge nur wenig oder gar nichts zum Seheindruck beiträgt. Die Entstehung der Störung liegt jedoch im frühen Kindesalter. Wie es zur Schwachsichtigkeit kommt, warum sie früh erkannt werden sollte und welche Therapie dabei hilft, das Sehvermögen auch auf dem benachteiligten Auge zu erhalten, erläutert eine Expertin der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) anlässlich des Jahreskongresses der Fachgesellschaft.

Liquid Biopsy zur Krebsdiagnostik am Auge

Tumoren im Inneren des Auges stellen aufgrund ihrer Lage eine besondere Herausforderung für Diagnostik und Therapie dar. Die Entnahme von Gewebeproben zur genaueren Charakterisierung der schwer zugänglichen Tumorherde ist immer mit großen Belastungen für das betroffene Auge sowie die Patientinnen und Patienten verbunden. Um diese Belastung zu verringern, ist in den zurückliegenden Jahren intensiv an Möglichkeiten zur so genannten Flüssigbiopsie geforscht worden, für die der Tumor nicht direkt angesteuert werden muss. Wie weit dieses schonende Diagnoseverfahren entwickelt ist und welche Aussagekraft es besitzt, diskutieren Experten anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Wie visuelle Informationen von der Netzhaut ins Mittelhirn gelangen

Ein Team von Neurowissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz (in Gründung) zeigt erstmals, wie sensorische Nervenzellen in der Netzhaut präzise mit Nervenzellen der Colliculi superiores, einer Struktur im Mittelhirn, verbunden sind. Neuropixels-Sonden sind eine noch junge Elektrodengeneration mit besonders vielen Aufzeichnungspunkten für die elektrische Aktivität von Nervenzellen. Ihr Einsatz hat die neuen Einsichten in neuronale Schaltkreise möglich gemacht und führt zum Nachweis mosaikartiger Verbindungen. Im Journal Nature Communications beschreiben die Forschenden ein Grundprinzip im Sehsystem von Säugetieren und Vögeln.

PRO RETINA Ruderchallenge für Forschungsprojekt der TU Dresden

Die Summe von 7.000 Euro schmückt den Spendenscheck, den PRO RETINA Deutschland e. V. an Prof. Dr. Marius Ader von der TU Dresden für sein Forschungsprojekt überreichen konnte. Doch es sollen noch mehr Spendengelder werden, so die Hoffnung von Anne Kinski. Die stark sehbehinderte Ruderanfängerin ist für PRO RETINA 600 km von Dresden nach Hamburg gerudert, um Geld für die Forschungsförderung zu sammeln. Begleitet wurde sie die ganze Strecke von dem mehrmaligen Weltmeister und Olympiasieger Ulrich Kons.

Angst vor Sehverlust ist in Deutschland groß

Fast zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer potenziell zu Sehverlust führenden Augenerkrankung wie der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Laut Prognosen wird die Anzahl mit der Bevölkerungsalterung weiter ansteigen. Um zu verstehen, welche Bedeutung die Menschen in Deutschland einer so weitverbreiteten gesundheitlichen Herausforderung wie der abnehmenden Sehkraft beimessen und welche Faktoren diese Haltung beeinflussen, führte ein Team des Universitätsklinikums Bonn (UKB) unter Leitung von Prof. Dr. Robert Finger zusammen mit der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz eine bevölkerungsrepräsentative Befragung durch. Darauf macht das Universitätsklinikum aufmerksam.

Komplementinhibitoren und Gentherapie – Neue Strategien bei AMD

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust und Erblindung weltweit, in den Industrieländern sogar die häufigste. Während der Verlauf der so genannten feuchten AMD heute medikamentös gut abgemildert werden kann, entzieht sich die trockene Form der Erkrankung bislang einer effektiven Therapie. Neue Wirkstoffe aus der Gruppe der Komplementinhibitoren geben nun jedoch Anlass zur Hoffnung, dass auch die trockene Spätform der AMD künftig in ihrem Verlauf gebremst werden kann. Welchem Wirkprinzip die neuen Substanzen folgen und wie weit ihre klinische Entwicklung gediehen ist, berichten Experten anlässlich des Jahreskongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Floater-Betroffene für Umfrage zu Glaskörpertrübung im Auge gesucht

Glaskörpertrübungen im Auge, auch „Floater“ genannt, beeinträchtigen viele Menschen in der Lebensqualität. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) lädt Betroffene ein, ihre Erfahrungen in einer Umfrage zu dokumentieren, und will mit den neuen Erkenntnissen die Forschung zu der Entstehung und Therapie von Floatern voranbringen. In der Umfrage werden Erfahrungen der Betroffenen mit ihren eigenen Floatern abgefragt – etwa, wie sich ihr Sichtfeld gestaltet, wie es um die allgemeine Sehqualität steht und wie sich die Symptomatik auf ihren Alltag auswirkt. Aber auch Nicht-Betroffene sind eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen.

Hormonumstellung führt bei vielen Frauen zum „Trockenen Auge“

Im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt ändert sich das Leben jeder Frau: Die Wechseljahre mit ihrer Umstellung des Hormonhaushalts können sich vielfältig auswirken. Neben bekannten Folgen wie Schlafstörungen und Hitzewallungen betreffen die Auswirkungen oft auch die Augen: Zwei von drei Frauen haben in den Wechseljahren Probleme mit trockenen Augen. Prof. Dr. Gerd Geerling, Leiter des Ressorts Trockenes Auge im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V., gibt Tipps, was zu tun ist.

IQWiG: Vorteile eines digitalen Sehtrainings für Kinder nicht ausreichend belegt

Im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersuchen derzeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich unter der Federführung des Instituts für Evidenz in der Medizin am Universitätsklinikum Freiburg die Frage, ob Kinder und Jugendliche mit entwicklungsbedingten Sehstörungen von einem aktiven Sehtraining profitieren können. Das IQWiG erbittet Stellungnahmen zu diesem vorläufigen HTA-Bericht bis zum 13. September.

Pilotstudie zu verbessertem Transplantatüberleben von Hornhäuten

Transplantationen in gefäßfreien Hornhäuten haben eine sehr gute Prognose. Sind jedoch pathologische Blutgefäße in der Hornhaut vorhanden, steigt das Abstoßungsrisiko von 10 auf über 50 Prozent. Hierfür gibt es bisher noch keine gute Therapie oder Prävention. Ein neuer vielversprechender Ansatz ist die Modulation des Immunsystems der Hornhaut mittels UV-Licht. Um dieses neue Konzept der „lymphangioregressiven Präkonditionierung“ in die Patientenversorgung zu überführen, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine neue multizentrische, prospektive, randomisierte Pilotstudie mit insgesamt drei Millionen Euro über fünf Jahre. Das Zentrum für Augenheilkunde und das ZKS Köln an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät koordinieren die Studie.