Autor: Ulrike Lüdkte

BVA-Delegiertenversammlung lehnt Spaltung der Fachgruppe ab

Beherrschendes Thema der diesjährigen BVA-Delegiertenversammlung am 5. und 6. November in Berlin war der Beschluss des Bewertungsausschusses zur Einführung einer Strukturpauschale „Augenheilkunde“ für nicht operierende Augenärzte durch eine EBM-Änderung. Es wurde einerseits zwar begrüßt, dass der Bewertungsausschuss erkannt hat, dass die augenärztliche Basisversorgung mit der bisherigen Finanzierung keine Zukunft hat. Der beschrittene Weg mit einer arztbezogenen Strukturpauschale wurde aber einmütig abgelehnt. Die Finanzierung der Strukturpauschale erfolgt nämlich durch die Abwertung der augenärztlichen Grundpauschale und somit durch reine Umverteilung innerhalb des Fachgruppentopfes der Augenärzte. Alle Augenärzte, die keine einzige Operation im Quartal durchführen, dürfen für alle Fälle die Strukturpauschale abrechnen, während Augenärzte, die auch nur eine Operation vornehmen, für keinen Patienten in diesem Quartal diese Strukturpauschale abrechnen dürfen.

Augenklinik Bochum: Ursachenforschung zur Erblindung bei Multipler Sklerose

Zur Erforschung der Ursachen des Sehverlustes bei Patienten mit Multipler Sklerose hat die Augenklinik des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum jetzt eine Anschub-Förderung durch das Mercator Research Center Ruhr erhalten. Für ein Jahr können damit sämtliche Kosten für Sachmittel bestritten und die Stelle für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter finanziert werden, teilt die Universität.

Wenn Stress den Blick trübt

Seelische Belastungen können Augenerkrankungen verstärken oder auslösen. Die Angst vor Sehverlust wiederum verursacht körperlichen Stress und kann den Betroffenen aus dem seelischen Gleichgewicht bringen. Wenn psychische Probleme am Krankheitsgeschehen beteiligt sind, wird der Augenarzt zum Mittler zwischen Patient, Krankheit und oft auch anderen Therapeuten, etwa Psychotherapeuten. Daruf weist der Berufsverband der Augenärzte (BVA) hin.

Augenärzte sammeln fast 15.000 Euro zugunsten der Stiftung Auge

Fast 15.000 Euro an Spenden wurden auf dem 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), der am 2. Oktober 2011 mit mehr als 4000 Teilnehmern zu Ende ging, zugunsten der Stiftung Auge eingenommen. Die Stiftung setzt sich dafür ein, die Prävention und Therapie von Augenerkrankung zu verbessern – und so Erblindungen zu vermeiden. Für die große Spendenbereitschaft sorgten gleich drei Benefizaktionen. So starteten am 30. September 2011 beim Eye Run – einem Fünf-Kilometer-Lauf – Kongressteilnehmer sportlich in den Tag. Am gleichen Abend kamen mehr als 400 Gäste zu einem Konzert in der Philharmonie zusammen. Zudem versteigerte die Stiftung Auge am 1. Oktober 2011 sechs Kunstwerke, unter anderem von Rosemarie Trockel und Laurence Weiner.

Tag des weißen Stockes: Selbsthilfeorganisationen fordern zuverlässige Statistiken

Anlässlich des „Internationalen Tags des Weißen Stockes“ der Vereinten Nationen am 15. Oktober fordern der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) und PRO RETINA Deutschland zuverlässige Statistiken über blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland. Die drei Selbsthilfeorganisationen führen zurzeit mit vier weiteren Partnern die “Woche des Sehens” durch.

DOG-Jahreskongress lockte gut 4.100 Teilnehmer nach Berlin

Mehr als 4.100 Teilnehmern besuchten vom 29. September bis 2. Oktober 2011 den 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin, teilt die Gesellschaft mit. Unter dem Motto „Herausforderungen in der Augenheilkunde“ diskutieren die Kongressteilnehmer neue Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie. Hauptthemen waren Hornhaut-, Netzhaut-, Glaukom- und Katarakterkrankungen. Zudem konnten sich die Teilnehmer über innovative Verfahren in der refraktiven und plastischen Chirurgie sowie über neue Erkenntnisse in der Neuroophthalmologie informieren.

AMD: Molekulare Mechanismen entschlüsselt

Ein intaktes Immunsystem schützt vor altersbedingter Makuladegeneration. Zu dieser Erkenntnis gelangte jetzt ein internationales Forscherteam unter Leitung von Christoph Binder (Wien) mit Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, Großbritannien und den USA. Die neuen Erkenntnisse wurden im renommierten Fachjournal Nature veröffentlicht. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass ein als Faktor H bekanntes Eiweißmolekül die entzündungsfördernde Substanz Malondialdehyd bindet und damit die Lichtsinneszellen der Netzhaut vor einer Schädigung schützt.

10. Woche des Sehens: Sehen, was geht!

Am 8. Oktober startet die zehnte Woche des Sehens. Augenärzte, Selbsthilfe-Organisationen und internationale Hilfswerke informieren zu den Themen Augengesundheit, Sehbehinderung und Blindheit. Unter der Schirmherrschaft der Fernsehjournalistin Gundula Gause sind bis zum 15. Oktober rund 200 Aktionen im gesamten Bundesgebiet geplant. Die Auftaktveranstaltung findet am 8. Oktober beim interdisziplinären LowVision-Kongress in Essen statt. Bis zum 15. Oktober folgen vielfältige Aktionen, vom Tag der offenen Tür über das Dunkelerlebnis bis zur Fahrrad-Stadtrundfahrt für Sehende, Sehbehinderte und nicht Sehende.

Diabetische Retinopathie: Expertencheck auf www.diabetesDE.org

Etwa alle sechs Stunden erblindet ein Mensch an den Folgen der diabetischen Retinopathie. Diese Schäden an der Netzhaut treten bei bis zu 85 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 1 nach 25 Jahren auf. Jeder dritte Typ-2-Diabetiker leidet bereits bei der Diagnose der Stoffwechselkrankheit daran. Warum Betroffene Schäden am Auge nicht bemerken, den Arzt zu spät aufsuchen und wie sie erst gar nicht entstehen, erklärt Dr. med. Georg Spital im nächsten Experten-Chat von diabetesDE am 13. Oktober 2011 ab 17 Uhr anlässlich der „Woche des Sehens“ vom 8. bis 15. Oktober 2011. Spital ist Augenarzt am St Franziskus Hospital Münster. Fragen können Interessierte ab sofort schicken, teilt die gemeinnützige Organissation diabetesDE mit.