Autor: Ulrike Lüdkte

Welt-Diabetestag: Regelmäßige Kontrollen erhalten das Sehvermögen

Mehr als 374 Millionen Diabetiker gibt es schätzungsweise weltweit, und es werden immer mehr. Alleine in Deutschland wird die Zahl der Diabetiker auf mehr als sieben Millionen geschätzt. Viele von ihnen wissen nicht, dass die Zuckerkrankheit sie blind machen kann. Regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt tragen dazu bei, dieses Schicksal zu verhindern. Darauf macht der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands anlässlich des Welt-Diabetes-Tages am 14. November aufmerksam.

Univ.-Augenklinik Heidelberg: Tag der offenen Tür

Am 17. November 2012 ist Tag der offenen Tür in der Universitäts-Augenklinik Heidelberg: Von 10 bis 15 Uhr informieren die Heidelberger Ärzte in der Kopfklinik, im Neuenheimer Feld 400, in Vorträgen und Videopräsentationen über Behandlungsmöglichkeiten bei verschiedenen Sehschwächen, Presbyopie oder Katarakt. Bei Führungen durch die Räume der Augenklinik erhalten die Besucher einen Einblick in die Abläufe von der Diagnose bis zur Behandlung sowie in die Funktionsweise der modernen Laser zur Korrektur von Sehschwächen, teilt die Universität mit.

DOG empfiehlt Katarakteingriff auch im hohen Alter

Wenn ältere Menschen sich einer Operation am Auge zur Behandlung der Katarakt unterziehen, verbessern sie nicht nur ihre Sehfähigkeit. Der Eingriff mindert auch das Risiko, durch Stürze schwere Knochenbrüche zu erleiden. Dieser Vorteil war in einer aktuellen Studie bei über 80-Jährigen und chronisch Kranken am größten. Deshalb sollten sich nach Ansicht der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) auch hochbetagte Menschen eine von Katarakt getrübte Linse ersetzen lassen, wenn die Sehfähigkeit stark gemindert ist. Eine Altersgrenze für die Kataraktoperation gebe es nicht, teilt die DOG mit.

100 Jahre DBSV: Bundespräsident Gauck kündigt verstärktes Engagement für behinderte Menschen an

Anlässlich des einhundertjährigen Bestehens des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) hat Bundespräsident Joachim Gauck angekündigt, sich zukünftig verstärkt für behinderte Menschen einzusetzen. In seiner Festrede sagte das Staatsoberhaupt: „Ich möchte mein Amt nutzen für das Thema Inklusion, ich möchte ihm Gehör verschaffen.“, berichtet der DBSV. „Inklusion“ ist der zentrale Begriff der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und bezeichnet die selbstverständliche Beteiligung behinderter Menschen an allen gesellschaftlichen Prozessen. Der völkerrechtliche Vertrag wurde von Deutschland im Jahr 2009 ratifiziert. DBSV-Präsidentin Renate Reymann begrüßt die Ankündigung Gaucks: „Wir hoffen, dass die Situation behinderter Menschen durch das Engagement des Bundespräsidenten nun auch in der deutschen Politik die breite Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.“

Seltenes Chondrosarkom: Komplizierte OP rettet Vierjährigem Augenlicht und Leben

Prof. Dr. Dr. Siegmar Reinert, Ärztlicher Direktor der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Tübingen hat nach Angaben der Universität mit seinem Team erstmals ein hochdifferenziertes Chondrosarkom, d.h. einen außerordentlich seltenen, bösartigen Knorpelgewebstumor mitten im Gesicht eines Kindes operiert. Der Junge ist ein Jahr nach dem Eingriff tumorfrei bei äußerlich kaum erkennbaren Operationsfolgen. Prof. Reinert: “Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich bei dem Fall um eine Rarität und den ersten chirurgischen Eingriff in dieser Ausdehnung bei einem Kleinkind. Zwei Augenhöhlenwände wurden von uns mit einem individuell angepassten Titangitter rekonstruiert.“

Univ.-Augenklinik Mannheim hat Arbeitsverhältnis mit Prof. Jonas B. Jost beendet

Das Mannheimer Universitätsklinikum hat den bisherigen Direktor seiner Augenklinik, Prof. Dr. Jost B. Jonas, mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Klinikdirektor entbunden. Begründet wurde dieser Schritt mit „einem tiefgreifend gestörten Vertrauensverhältnis zwischen der Leitung des Universitätsklinikums und Professor Jonas“. Aus arbeitsrechtlichen Erwägungen heraus mache das Klinikum keine weiteren Angaben zu der Kündigung, heißt es in einer Erklärung der Universität. Dies habe jedoch keine fachlichen Gründe gehabt, betont die Klinik und weist – “um einer eventuellen Verunsicherung von Patienten vorzubeugen” – ausdrücklich darauf hin, dass es „keine Zusammenhänge zwischen der Qualität der medizinischen Versorgung und dieser Personalentscheidung gibt“. Die Leitung der Klinik ist kommissarisch auf den Leitenden Oberarzt der Augenklinik, Prof. Dr. med. Frank Schlichtenbrede, übertragen worden. Prof. Dr. Jost B. Jonas war im Jahr 2000 als Direktor der Augenklinik und Lehrstuhlinhaber berufen worden. Sein Beschäftigungsverhältnis als Lehrstuhlinhaber bleibe bestehen, so die Klinik. Jonas verantwortet weiterhin Forschung und Lehre in der Augenheilkunde.

Lichtblicke für die Therapie des humanen Usher-Syndroms

Nach langjähriger Grundlagenforschung erkennen Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) immer besser die Hintergründe des humanen Usher-Syndroms und kommen möglichen Therapieansätzen auf die Spur. Die Wissenschaftler aus der Usher-Forschergruppe um Univ.-Prof. Dr. Uwe Wolfrum testen dabei vor allem zwei Wege, um entweder mutierte Gene zu reparieren oder aber den Gendefekt durch Einsatz von Wirkstoffen auszuschalten. nach Mitteilung der Universitäz erscheinen den bisherigen Ergebnissen zufolge beide Optionen vielversprechend. Das Usher-Syndrom ist eine vererbte Erkrankung, bei der gleichzeitig eine Hör- und Sehbehinderung auftritt.

Amnionmembran-Transplantation am Universitätsklinikum Essen

Bis zu 300 Patienten mit Defekten an der Hornhaut wird am Universitätsklinikum Essen pro Jahr mit Hilfe der sogenannten Amnionmembran-Transplantation geholfen. Bei der Amnionmembran handelt es sich um einen Hornhautersatz, der aus der Plazenta gewonnen wird. Viele Mütter erklären sich sehr gerne bereit – nach Information über den großen Nutzen – die nach der Geburt nicht mehr benötigte Eihaut für die betroffen Menschen zur Verfügung zu stellen, teilt das Universitätsklinikum Essen mit.

Weißbuch der DOG: Anstieg der Patientenzahlen bis 2030 um mehr als ein Drittel

Auf jeden ambulanten Augenarzt entfallen durchschnittlich 5.459 Patientenkontakte im Jahr – das sind über 60 Prozent mehr als der Durchschnitt aller ambulanten Vertragsärzte. Obwohl die Augenärzte damit bereits an der Belastungsgrenze arbeiten, wird der ophthalmologische Behandlungsbedarf aufgrund der Altersstruktur der Gesellschaft bis zum Jahr 2030 um 35 Prozent ansteigen. Das geht aus dem neuen Weißbuch der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) hervor, das erstmals die augenärztliche Versorgungssituation in Deutschland für die Jahre 2010 und 2030 untersucht hat und anlässlich der DOG 2012 von Prof. Dr. Norbert Pfeiffer und Dr. Christian Wolfram (Universitäts-Augenklinik Mainz) vorgestellt wurde.

RWA: Ausschreibung Dr. Georg-Preis

Bei der nächsten Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte im Februar 2013 in Bochum soll erneut der Dr. Georg-Preis im Wert von 10.000 Euro verliehen werden. Herr Dr. Fritz Georg (1913 – 2001), als Gründer und Leiter der Augenklinik Dr. Georg in Bad Rothenfelde, hat die Stiftung „Dr. Georg-Blindenstiftung” gegründet. Begünstigt wurden neben zahlreichen Blindenvereinen und Blindenschulen u. a. auch der Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Demnach soll nach dem Ableben von Herrn Dr. Georg alle zwei Jahre aus den Erträgen des Stiftungsvermögens ein “Dr. Georg-Preis” in Höhe von 10.000 Euro für Verdienste auf dem Gebiet der Operationen im Bereich der Augenheilkunde an einen Augenarzt einschl. Ärzte im Praktikum und der Weiterbildung vergeben werden. Da dieser Preis zur Förderung des Nachwuchses und auch für niedergelassene Ärzte gedacht ist, sind Leiter von Universitätskliniken und Hauptabteilungen, sowie habilitierte Oberärzte dieser Einrichtungen ausgenommen. Der Status zum Zeitpunkt der Ausschreibung des Preises (Einladung zur Tagung) ist ausschlaggebend.