Autor: Ulrike Lüdkte

Sehbehinderung: Lesehilfe aus dem 3D-Drucker

Hochgradig sehbehinderte Menschen sind, um Lesen zu können, auf stationäre Kamerasysteme angewiesen, deren Aufbau für Bildschirm und Kamera einen festen Platz erforderlich macht. Mobile Lesehilfen sind nur sehr eingeschränkt verfügbar. An großen Bildschirmen führt für sehbehinderte Menschen derzeit kaum ein Weg vorbei. Platziert man jedoch einen relativ kleinen Bildschirm besonders nahe vor dem Auge, entsteht ein weites Sichtfeld ohne erkennbare Grenzen. Und kleine Bildschirme in Form seines Smartphones hält heute fast jeder in Händen. Im Projekt VRread wurde eine neue, einfache Lesehilfe mithilfe eines Smartphones und einer speziellen Haltevorrichtung entwickelt.

Forschung zu Grundlagen des Farbsehens

Dr. Wolf M. Harmening von der Universitäts-Augenklinik Bonn hat zusammen mit US-Kollegen das Farbsehen anhand einzelner Sinneszellen im menschlichen Auge untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Photorezeptorzellen der Netzhaut auch bei isolierter Stimulation besonders empfindlich gegenüber den ihren Sehpigmenten entsprechenden Farben sind. Eine neue Beobachtung ist, dass auch Nachbarschaftseffekte eine Rolle spielen. Je nachdem welche Zellklassen sich in unmittelbarer Nähe der getesteten Sinneszellen befinden, variiert ihre Empfindlichkeit. Die Ergebnisse sind nun vorab online erschienen und werden demnächst in „The Journal of Neuroscience“ veröffentlicht.

Patientensymposium „Netzhautdegenerationen“ am 27. September

Bei dem Patientensymposium „Netzhautdegenerationen – Einblicke und Ausblicke. Wo stehen wir heute? Was bringt die Zukunft?“ am 27. September 2017 in Berlin werden hochkarätige Augenmediziner über neue Forschungsergebnisse und Therapieansätze für Patienten mit Netzhauterkrankungen informieren. Dieses Symposium findet im Vorfeld der 115. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) 2017 statt.

DOG verweist auf Internationalität des Faches

Seit der Erfindung des Augenspiegels durch Hermann von Helmholtz hat die deutsche Augenheilkunde die internationale Entwicklung des Fachs beeinflusst. Bis heute genießen Forscher aus Deutschland weltweit ein sehr hohes Ansehen. „In Anbetracht des rasanten Aufschwungs asiatischer Länder besteht jedoch Handlungsbedarf, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und seiner Leistungsträger zu sichern und zu stärken“, sagt Professor Dr. med. Thomas Kohnen, Präsident der DOG (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft). Welche wegweisenden Konzepte derzeit die Behandlung millionenfach verbreiteter Augenleiden verbessern können, werden Experten im weltweiten Austausch auf dem DOG-Kongress 2017 unter dem Motto „Deutsche Augenheilkunde international“ in Berlin diskutieren.

30. Internationaler Kongress der ­Deutschen Ophthalmochirurgen

Vom 11. bis 13. Mai fand im Nürnberger Convention Center der Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) sowie ein Joint Meeting mit der ISRS/AAO statt. Dr. Armin Scharrer, DOC-Präsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC), erinnerte anlässlich des Jubiläums auch an die Gründungsgeschichte der DOC, die in diesem Jahr zum 30. Mal tagte. Von Katica Djakovic´.

Aktuelle Rechtsprechung – Auswirkungen auf den Praxisalltag

Aktuelle Urteile der Sozial- und ordentlichen Gerichtsbarkeit haben – oftmals jedoch unbeachtet – direkte Auswirkungen auf die tägliche Arbeit des (Vertrags-)Arztes in seiner Praxis. Dr. Andreas Meschke und Dr. Juliane Netzer-Nawrocki, Fachanwälte für Medizinrecht in Düsseldorf, fassen einige relevante Urteile aus dem Vertragsarzt-, Arbeits- und Wettbewerbsrecht sowie zu „Scheingesellschaftern“ und Online-Portalen zusammen und stellen die Bedeutung für den Praxisalltag heraus.

Scharioth-Makula-Linse bei Patienten mit AMD

Ergebnisse einer europäischen Multizenterstudie
Die Scharioth-Makula-Linse (SML) ist eine innovative bifokale Intraokularlinse mit einer speziell designten zentralen Optik von +10 Dioptrien, die die Add-on-Technologie mit dem Ansatz einer zentralen Vergrößerung (miniaturisierte Lupe) vereint, ohne dabei die Fernsicht oder das Gesichtsfeld zu beeinflussen. Die Linse soll bei fortgeschrittener trockener AMD eine Option zur Wiederherstellung des Nahsehens geben. Dr. Kata Habon, FEBO (Recklinghausen) stellt das Funktionsprinzip der Linse sowie die aktuellen Ergebnisse einer europäischen Multizenterstudie vor.

Kapsulorhexis real-life

Qualitätsvergleich manuelle Rhexis versus FLACS
Ob die herkömmliche Kapsulorhexis der femtolaserassistierten Kataraktchirurgie (FLACS) unterlegen ist oder nicht, wird nach wie vor kontrovers bewertet. Wie die Erfolgsquote der Kapsulorhexis in den Händen eines erfahrenen Operateurs unter Real-life-Bedingungen gegenüber der Benchmark-Kapsulotomie mit dem Femtolaser aussieht, erläutert Dr. Frank Sachers (Basel), der die manuelle Rhexis und FLACS anhand eigener Operationserfahrungen und einer Auswertung von statistischen Daten gegenüberstellt.