Autor: Katica Djakovic

69. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte in Rostock

Die diesjährige Versammlung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA) wurde von ihrem Präsidenten, Prof. Johann Roider (Kiel), eröffnet und stand im Zeichen der 600-Jahr-Feier der Universität Rostock. So führte Prof. Emil C. Reisinger, Dekan der Universitätsmedizin Rostock, in seinem Festvortrag durch die Geschichte der ältesten Universität im Ostseeraum. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Tagung zusammen.

Steuerliche Abzugsfähigkeit der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer

Die steuerliche Anerkennung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer führen häufig zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt. Unzählige Urteile des obersten Finanzgerichts zu diesem Themenbereich sind ergangen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert, was bei der steuerlichen Berücksichtigung des häuslichen Arbeitszimmers zu beachten ist.

Multiparametrische strukturelle und funktionelle Ultrahochfeld-MRT beim Glaukom

Das Krankheitsbild Glaukom wird heute durch die Erkenntnisse aus der Untersuchung dieser Patienten mittels funktioneller Kernspintomographie anders wahrgenommen als noch vor einigen Jahren. Lange Zeit wurde das Glaukom nur als eine rein ophthalmologische Erkrankung verstanden. Erst die Etablierung der Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) und die Anwendung dieser Methode bei Patienten mit verschiedenen Subtypen des Glaukoms hat Erkenntnisse geliefert, das Glaukom heute nicht nur als eine okuläre Erkrankung, sondern als Manifestation weitreichender neurodegenerativer Prozesse zu sehen. Dr. Manuel Schmidt (Erlangen) stellt die multiparametrische strukturelle und funktionelle Ultrahochfeld-MRT beim Glaukom dar und erläutert die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten zur Diagnostik des Glaukoms.

Standardisierte Narkose bei Kindern mit Glaukom

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist für eine exakte Glaukomdiagnostik und auch für die Verlaufskontrolle nach Operation eine Narkose notwendig. Nur so kann die augenärztliche Untersuchung in Ruhe durchgeführt werden. Schreien oder störendes Augenkneifen können den Augeninnendruck kurzfristig erhöhen und so zu falsch hohen Messwerten führen. Zudem ist eine umfassende Untersuchung aller Augenabschnitte, insbesondere die Achsenlängenmessung und die Beurteilung des Sehnervenkopfes, bei kleineren Kindern nur in Narkose möglich. Dr. Nina Pirlich (Mainz) gibt einen Einblick in die Komplexität des Managements bei Neugeborenen und Kindern mit Glaukom.

Selbsttonometrie: Fiktion oder Wirklichkeit?

Die Reduktion des Augeninnendruckes um einen einzelnen mmHg-Punkt führt zur Reduktion der Glaukomprogressionsrate um 12 bis 13 Prozent. Deshalb sind möglichst engmaschige Augeninnendruckmessungen nötig. Die klinische Praxis ist bei Glaukompatienten die Messung des Augeninnendrucks routinemäßig nur ein Mal pro Quartal. Als Lösungsansatz für die derzeitige klinische Problematik wird das telemedizinische integrierte Behandlungssystem SmartTonoTracker für die Selbsttonometrie bei Glaukompatienten erprobt. Prof. Georg Michelson, Dr. med. Dipl.-Mol.Med. Bettina Hohberger und Priv.-Doz. Dr. Robert Lämmer stellen Ergebnisse der­ telemedizinisch-assistierten Selbsttonometrie dar.

Implantierbare Medikamententräger – Zukunft der medikamentösen Glaukomtherapie?

Was bei Steroiden mit Implantaten bereits erfolgreich umgesetzt werden konnte, ist derzeit auch für Antiglaukomatosa in der klinischen Erprobung. In naher Zukunft erscheint der Einsatz von so genannten ­Slow-Release- oder Sustained-Release-Systemen (SR-Systemen) realistisch. SR-Systeme setzen aus einem ­Medikamententräger bekannte antiglaukomatöse Substanzen allmählich über einen längeren Zeitraum frei. Dadurch kann eine wesentlich seltenere Applikation im Vergleich zu herkömmlichen Augentropfen eine ­vergleichbare Wirkung entfalten. Priv.-Doz. Dr. Florian Rüfer (Kiel) stellt die in klinischer Erprobung befindlichen Ansätze implantierbarer Medikamententräger dar.

Die permanente Augeninnendruckmessung

Die potenziell permanente Augeninnendruckmessung mittels des Eyemate-IO-Implantates erfreut sich wachsender Anwenderzahlen und verspricht aus ärztlicher Perspektive die Möglichkeit einer früheren und substantielleren Intervention. Die Einbindung des Patienten in den technischen Vorgang der Befunddatenerhebung führt nachweislich zu einer erhöhten Patientencompliance und damit wiederum zu einer Erhöhung der Kontrollfrequenz durch häufig wiederholte Messungen. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erörtert, inwieweit die Implantation und die Behandlung mit dem Medizinprodukt zu einem Paradigmenwechsel bei den Kostenträgern führen kann.

Die Brille des Fliegers

Serie zur Sammlung Roth (Folge 99)
Augenverletzungen sind Teil der Geschichte der Menschheit. Bereits kleine Splitter bei der Herstellung und Bearbeitung von Faustkeilen oder Pfeilspitzen, Funken beim Entfachen eines Feuers mit dem Feuerstein, selbst harmlose Verletzungen durch Späne bei der Holzbearbeitung konnten zur Entzündung der vorderen Augenabschnitte und schlimmstenfalls zum Verlust eines Auges führen. Schon früh machte man sich daher Gedanken wie man hier das Auge schützen könnte. In den Steinbrüchen der Antike trug man dünne Tücher aus Stoff, die um den Kopf gewickelt wurden, später waren es dünne Metallgeflechte, die man vor dem Auge befestigte. Nach der Erfindung der Brille erkannte man bald die schützenden Eigenschaften von ihren Gläsern.

Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober

Im Rahmen der 18. „Woche des Sehens“ finden deutschlandweit zahlreiche Informationsveranstaltungen und Mitmach-Aktionen rund um die Themen Blindheit und Sehbehinderung statt. Unter dem diesjährigen Motto „Nach vorne schauen“ können sich Besuchende zum Beispiel in vielfältigen Fachvorträgen informieren und Hilfsmittel kennenlernen. Tage der offenen Tür erlauben, einen Blick in Augenkliniken zu werfen. Dunkelparcours ermöglichen es, sich in die Lage sehbehinderter Menschen zu versetzen. Augen-Fitness-Trainings laden zum Teilnehmen ein. Mit diesen und weiteren Aktionen möchte die Kampagne zum Verständnis von Blindheit und deren Verhütung beitragen. Innerhalb der Aktionswoche liegt der „Welttag des Sehens“, der dieses Jahr am 10. Oktober stattfindet. Traditionell endet die Kampagne am 15. Oktober, dem internationalen „Tag des weißen Stocks“.

Die Augenverletzung

Serie zur Sammlung Roth (Folge 98)
Seit es den Menschen gibt, gibt es auch Verletzungen. Seit Urgedenken bemüht man sich, dabei die Wundheilung zu fördern und den Folgeschaden niedrig zu halten. Genauso wichtig war es aber auch, den Verletzungen vorzubeugen. Dies galt besonders in den kriegerischen Auseinanderersetzungen, wo es darum ging, den Kämpfer vor einer Verwundung zu schützen. Das wichtigste Sinnesorgan, nämlich das Auge, bedurfte dabei besonderer Maßnahmen. Schon in den frühen Armeen diente hierzu der Helm aus Bronze oder Eisen, besonders aber das Visier, das eine direkte Verletzung des Auges durch Pfeile oder Steine aus der Schleuder verhindern sollte. Dabei gab es ein grundlegendes Problem: Je besser das Auge geschützt werden sollte, desto mehr musste das Gesichtsfeld begrenzt und damit die Sehfunktion beschränkt werden. Ein Kompromiss war da vor allem auf dem Schlachtfeld schwierig.