„Augenheilkunde ohne Grenzen“

Interview mit Prof. Lars-Olof Hattenbach anlässlich der DOG 2026

Zu ihrer 124. Jahrestagung lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) vom 24. bis 27. September ins Estrel Congress Center nach Berlin ein. Neu im Tagungsprogramm sind die „Focus Sessions“, mit denen ein besonderer Schwerpunkt auf Networking und internationale Zusammenarbeit gesetzt werden soll. DER AUGENSPIEGEL sprach mit DOG-Präsident Prof. Lars-Olof Hattenbach, Direktor der Universitäts-Augenklinik Ludwigshafen, über den Kongress und das diesjährige Leitthema „Augenheilkunde ohne Grenzen“.

Herr Professor Hattenbach, Sie haben den diesjährigen DOG-Kongress unter das Leitthema „Augenheilkunde ohne Grenzen“ gestellt. Welche Grenzen möchten Sie damit in den Mittelpunkt rücken und wie können sie überwunden werden?

„Augenheilkunde ohne Grenzen“ beschreibt für mich zunächst sehr treffend, was wir momentan in unserem Fach erleben. Wissenschaftliche Grenzen, die noch vor wenigen Jahren nahezu unüberwindbar erschienen, beginnen zu fallen. Denken Sie an die Gentherapie, an künstliche Intelligenz oder an das subretinale PRIMA-Implantat zur Behandlung der fortgeschrittenen geografischen Atrophie. Die Vorstellung, verlorene Sehfunktion mithilfe eines Netzhautimplantats teilweise wiederherstellen zu können, klang lange nach Science-Fiction, und heute sprechen wir über die klinische Anwendung. Gerade solche Entwicklungen machen die Augenheilkunde für mich derzeit so faszinierend.

Aber das Motto ist ganz bewusst viel weiter gefasst. Grenzen bestehen auch zwischen wissenschaftlichen Disziplinen, zwischen Forschung und klinischer Anwendung, zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und natürlich zwischen Ländern. Ich glaube, dass wir viele der Herausforderungen, vor denen die Augenheilkunde steht, nur lösen können, wenn wir weniger in abgegrenzten Bereichen und stärker in Netzwerken denken.

Deshalb zieht sich dieser Gedanke durch den gesamten Kongress. Mit unseren neuen Focus Sessions holen wir ganz bewusst die internationale Perspektive nach Berlin. Junge Kolleginnen und Kollegen möchten wir ermutigen, internationale Ausbildungs- und Karrierewege kennenzulernen, und gleichzeitig bringen wir Klinik, Praxis, Wissenschaft und Industrie miteinander ins Gespräch. Für mich bedeutet „ohne Grenzen“ deshalb vor allem Offenheit und die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, voneinander zu lernen und Dinge gemeinsam anders zu denken. Genau diese Haltung wünsche ich mir für die DOG 2026.

Als Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Ophthalmologischer Chefärztinnen und Chefärzte (DOCH) vertreten Sie die öffentlichen und freien Augenkliniken in Deutschland und damit die Belange der klinisch tätigen Augenärztinnen und Augenärzte. Was sind derzeit die größten Herausforderungen für die klinische Augenheilkunde in Deutschland?

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Ausgabe September 2026.

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