AMD-Netz: Analyse der IVOM-Durchführung im klinischen Alltag

Neben den Angeboten für AMD-Patienten und ihre Angehörigen sowie für die Beteiligten im Versorgungsprozess ist das AMD-Netz in der Versorgungsforschung aktiv. Ein aktuelles Projekt untersucht die Behandlungsstrukturen bei der exsudativen AMD in unterschiedlichen augenärztlichen Organisationen. Ausgangslage ist die Notwendigkeit einer konsequenten und langfristigen Betreuung und Behandlung dieser Patienten als Voraussetzung für eine optimale Therapie.

Bezogen auf behandlungsbedürftige Patienten bzw. Betroffene einer späteren Form der AMD ist in Deutschland von ca. 1,6 Millionen Menschen auszugehen. Durch die demografische Entwicklung wird die Zahl der Betroffenen in der Zukunft noch steigen. Die Anti-VEGF-Therapie ist bei der Behandlung der exsudativen Form der AMD die Standardtherapie. Da die zur Verfügung stehenden Anti-VEGF-Medikamente alle primär eine nur temporär wirksame Anti-Permeabilitäts-Therapie darstellen und einmal eingetretene Sehverschlechterungen irreversibel sind, müssen die Patienten anhand der von den Fachgesellschaften beschriebenen SD-OCT-orientierten Behandlungsstrategien über Monate und Jahre hinweg kontinuierlich behandelt oder zumindest kontrolliert werden.

Für die Betroffenen und ihre Angehörigen stellt dies eine enorme, vor allem logistische, Herausforderung dar. Eine andauernde Therapietreue sowie ein hoher Informations- und Akzeptanzgrad der Patienten und ihrer Angehörigen ist jedoch Voraussetzung für den bestmöglichen funktionellen Erfolg der Behandlung. Für die Rechtfertigung und sinnhafte Gestaltung einer begonnenen Therapie ist die konsequente und langfristige Betreuung und Behandlung des Patienten bis zur Vernarbung der chorioidalen Neovaskularisation, die oft erst nach mehreren Jahren eintritt, daher eine zwingende Notwendigkeit.

In Deutschland werden derzeit etwa 200.000 Patienten mit ca. 500.000 Injektionen pro Jahr behandelt. Auf Grund der gesellschaftlich und gesundheitsökomisch bedeutsamen Behandlung dieser Vielzahl an AMD-Patienten mit der intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) wird deren Durchführung im Rahmen des Projekts analysiert. Ziel ist es, bestehende Versorgungsstrukturen und -prozesse abzubilden und Möglichkeiten der Optimierung aufzuzeigen. Darüber hinaus wird in einigen teilnehmenden Organisationen die Betreuung und Compliance der Patienten analysiert, um Erfolgsfaktoren für die Behandlung charakterisieren zu können.

Studienteilnehmer sind verschiedene augenärztliche Institutionen (kleinere Praxen, Praxiskliniken, Augenkliniken), die eine Anti-VEGF-Therapie bei der exsudativen AMD durchführen. Alle Daten werden anonymisiert und aggregiert verarbeitet, so dass dem Datenschutz in höchstem Maße Rechnung getragen wird.

Das Projekt hat die Pretest-Phase abgeschlossen, aktuell läuft die Hauptuntersuchung. Interessierte Institutionen, die an der Studie teilnehmen möchten, melden sich bitte bei Frau Bouws (Geschäftsführerin des AMD-Netz).
Kontakt: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen)

Das Projekt wird durch die Firma Novartis Pharma GmbH und den Lehrstuhl für Controlling des Fachbereichs Betriebswirtschaftslehre der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unterstützt.

Hintergrund:

Was leistet das AMD-Netz?
• Unter http://www.amd-netz.de lesen und hören Sie alles zum Thema AMD und Hilfsmöglichkeiten
• Das AMD-Netz stellt individuelle Informationen für Betroffene bereit: Das Patientenhandout enthält auf die Diagnose zugeschnittene Erläuterungen und optional Adressen lokaler Versorger
• Das AMD-Netzt bringt die Informationen direkt in augenärztliche Einrichtungen: Die Fortbildung „Sehbehinderte Menschen in der Augenarztpraxis“ richtet sich an Medizinische Fachangestellte, die täglich Umgang mit AMD-Patienten haben
• Das AMD-Netz veranstaltet Foren und Workshops und bringt so Kompetenz und Expertise zusammen, damit alle vom Wissen und den Erfahrungen anderer profitieren
• Das AMD-Netz engagiert sich in der Versorgungsforschung: Die Projekte behandeln Themen, die Betroffene, Angehörige, Behandelnde und Betreuende bewegen
• Das AMD-Netz bietet Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit einer telefonischen, nicht-medizinischen, Beratung über eine Hotline

Quelle:
AMD-Netz NRW
http://www.amd-netz.de

Ähnliche Beiträge