9. Ophthalmic Hub ausgerichtet
Vom 2. bis 4. April fand in Kiew erneut der Ophthalmic Hub statt – in einem hybriden Format mit Teilnehmenden vor Ort sowie internationaler Onlinebeteiligung. In den vergangenen Jahren hat sich die Veranstaltung zu einer der wichtigsten Plattformen für die ophthalmologische Fortbildung in Osteuropa entwickelt und steht beispielhaft für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Augenheilkunde selbst unter außergewöhnlichen Bedingungen.
Der Ophthalmic Hub wurde 2018 von Prof. Oksana Vitovska gegründet und verfolgt das Ziel, evidenzbasierte Medizin, klinische Erfahrung und innovative Technologien in einem interaktiven Format zu vereinen. Trotz der Pandemie und anhaltender geopolitischer Herausforderungen ist es gelungen, den Kongress nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern auch deutlich weiterzuentwickeln und seine internationale Bedeutung zu stärken.
Der diesjährige Kongress bestätigte diese Entwicklung eindrucksvoll: Über drei Tage hinweg fanden parallele Sitzungen in drei Sälen mit einem breit gefächerten wissenschaftlichen Programm statt. Insgesamt nahmen mehr als 800 Teilnehmende vor Ort sowie über 500 online teil, ergänzt durch 27 internationale Referierende und 146 ukrainische Expertinnen und Experten, was den hohen internationalen Stellenwert der Veranstaltung unterstreicht.
Der Kongress wurde von mehreren ukrainischen Fachgesellschaften sowie internationalen Partnern unterstützt, darunter unter anderem die Initiative RetinAwesome. Erstmals in der Ukraine wurden im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Ukrainian Ophthalmological Alliance und der American Academy of Ophthalmology (AAO) zwei AAO-Symposien organisiert. Darüber hinaus waren interdisziplinäre Partner beteiligt, insbesondere das Forschungsinstitut für Neurochirurgie.
Das Programm deckte ein breites Spektrum an Themen ab – von modernen diagnostischen Verfahren über innovative therapeutische Ansätze bis hin zu Fragen der medizinischen Ausbildung und interdisziplinären Zusammenarbeit. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf praxisorientierten Formaten wie Fallbesprechungen, Masterclasses und Hands-on-Kursen, die den direkten Transfer in die klinische Praxis fördern.
Neben der wissenschaftlichen Dimension wurde auch die besondere Rolle des Kongresses hervorgehoben. Der Ophthalmic Hub versteht sich zunehmend als Plattform, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern aktiv zur Weiterentwicklung der medizinischen Ausbildung und der ophthalmologischen Versorgung in der Ukraine beiträgt. In diesem Zusammenhang formulierte Vitovska den Leitgedanken der Veranstaltung: Der Kongress sei „nicht das Finale, sondern der Ausgangspunkt für die nächste Entwicklungsphase der ukrainischen Augenheilkunde“. Zugleich wurde die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit betont. Der Austausch zwischen ukrainischen und internationalen Fachleuten sowie die aktive Beteiligung der Fachgemeinschaft verdeutlichen die wachsende Vernetzung und ein gemeinsames Verständnis zukünftiger Entwicklungen.
Nicht zuletzt spiegelte die Veranstaltung auch den besonderen gesellschaftlichen Kontext wider. Die Möglichkeit, wissenschaftliche Kongresse durchzuführen und die medizinische Weiterbildung kontinuierlich voranzutreiben, ist eng mit den aktuellen Rahmenbedingungen verknüpft und wurde von den Organisatoren ausdrücklich gewürdigt. Mit ihrem Fokus auf klinische Praxis, interaktives Lernen und internationale Zusammenarbeit setzt der Ophthalmic Hub 2026 nicht nur fachliche Impulse, sondern fungiert zugleich als wichtiger Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der Augenheilkunde in der Ukraine. Mehr Informationen zum Kongress: https://ophthalmic-hub.com.ua/eng
Dr. Sibylle Scholtz, Ettlingen


