3D-Druck eines In-vitro-Modells für das Trockene Auge
Das wässrig-defiziente Trockene Auge macht einen relevanten Anteil der weltweiten Patienten mit Trockenem Auge aus und ist häufig Folge einer Insuffizienz der Tränendrüse. Trotz hoher Prävalenz stehen bislang nur symptomatische Therapien zur Verfügung. Fortschritte in der Entwicklung physiologisch relevanter In-vitro-Modelle könnten die Erforschung regenerativer Behandlungsansätze entscheidend voranbringen. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen im 3D-Biodruck beschreibt die Arbeitsgruppe der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf um Dr. rer. nat. Joana Witt, Luis Leo, Katharina Wiebe-Ben Zakour, Prof. Dr. rer. nat. Florian Groeber-Becker und Prof. Dr. Gerd Geerling die Entwicklung einer neuartigen Komposit-Biotinte aus zellfreier Schweinetränendrüsenmatrix in Kombination mit Alginat aus der Braunalge. Ziel ist die Etablierung eines biofunktionellen und zugleich mechanisch stabilen 3D-Modells der Tränendrüse als Plattform für zukünftige Therapieansätze.
Das Trockene Auge (eng. Dry Eye Disease, DED) ist eine multifaktorielle Erkrankung der Augenoberfläche, die durch Verlust der Tränenfilm-Homöostase, Entzündung und neurosensorische Störungen gekennzeichnet ist. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Volkskrankheit, weltweit liegt die Prävalenz im Mittel bei etwa 13 Prozent, je nach Population und Diagnosekriterien werden jedoch Werte zwischen etwa fünf und 50 Prozent beschrieben (Stapleton et al. 2017). Eine Sonderform ist das wässrig-defiziente Trockene Auge (engl. Aqueous Deficient Dry Eye disease, ADDE), das je nach Kollektiv bei etwa einem Fünftel bis zu einem Drittel aller Patienten mit trockenem Auge vorkommt (Vidal-Rohr et al. 2024; Donthineni et al. 2023; McMonnies 2020).


