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Aus der aktuellen Ausgabe

» Kongress DOG 2020 online

Interview mit DOG-Präsident Prof. Hans Hoerauf zum 118. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft
Gleich zwei besondere Ereignisse prägen in diesem Jahr die Aktivitäten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG): 2020 jährt sich der 150. Todestag von Albrecht von Graefe. Anlass, um in vielfältiger Weise an den Arzt und Wissenschaftler zu erinnern, der in der Geschichte der modernen Augenheilkunde eine herausragende Bedeutung einnimmt und seinerzeit die traditionsreiche Fachgesellschaft ins Leben rief. „Eifrige Jünger der Ophthalmologie“ sollten sich alljährlich zu Austausch und Muße treffen, hatte von Graefe einst angeregt und damit auch den Grundstein für den jährlichen Kongress der DOG gelegt. In diesem Jahr jedoch, das die Fachgesellschaft als von-Graefe-Jahr ausgerufen hat, wird der Kongress erstmals nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden, sondern wurde kurzfristig zu einer virtuellen Veranstaltung umgeplant. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Hans Hoerauf, Direktor der Universitäts-Augenklinik Göttingen und amtierender DOG-Präsident, über die besonderen Umstände und Herausforderungen der Jahrestagung, die als „DOG 2020 online“ vom 9. bis 11. Oktober ausgerichtet wird.


» DMEK als Behandlungsoption einer bullösen Keratopathie nach multiplen Augenoperationen

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) hat sich in den letzten Jahren als operatives Verfahren auch zur Behandlung von komplizierten Fällen einer Hornhautdekompensation mit bullöser Keratopathie etabliert. Im Rahmen einer Fallserie an der Klinik für Augenheilkunde am St.-Johannes-Hospital Dortmund wurden acht Patienten mit fortgeschrittener Hornhautdekompensation bei Zustand nach multiplen intraokularen Eingriffen mit einer DMEK behandelt. Dr. Sofia Fili, FEBO, Dr. Georgios Perdikakis, Dr. Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) stellen die Ergebnisse dar.


» Rebubbling nach DMEK

Retrospektive Auswertung von 624 Rebubblings nach DMEK
Ein häufig nach DMEK durchgeführter Eingriff ist die Wiedereingabe von Luft oder Gas in die Vorderkammer, das so genannte Rebubbling. Dieses wird meist aufgrund einer frühpostoperativen, progredienten beziehungsweise großflächigen Transplantatablösung durchgeführt, um durch die eingebrachte Endotamponade das Transplantat wieder anzudrücken. Bisher gibt es allerdings keinerlei einheitliche Richtlinien, wann ein solches Rebubbling erfolgen sollte. Dr. Sebastian Siebelmann, Katharina Kolb, Dr. Mario Matthaei, Prof. Björn Bachmann und Prof. Claus Cursiefen (Köln) stellen Daten der Kölner Rebubbling-Studie vor, in der eine große Zahl an Transplantatdehiszenzen retrospektiv ausgewertet wurde.


» 3D-Druck der Hornhaut

Die menschliche Hornhaut ist ein ideales Organ für das Tissue Engineering, da sie avaskulär und immunprivilegiert ist. Bislang imitieren viele Tissue-Engineering-Ansätze jedoch nur unzureichend die mechanischen Eigenschaften, die Oberflächenkrümmung und die stromale Zytoarchitektur der Hornhaut. Automatisierte Biofabrikationsstrategien, wie der 3D-Druck, könnten zukünftig zusätzliche räumliche Kontrolle während der Herstellung von zellbeladenen 3D-Konstrukten mit Epithel, Stroma und Endothelschicht bieten. Priv.-Doz. Dr. Matthias Fuest (Aachen) erläutert die aktuellen Forschungsansätze aus verschiedenen Arbeitsgruppen zum 3D-Druck der Hornhaut.


» Calprotectin als neuer Biomarker

Obwohl genomweite Assoziationsstudien, Tiermodelle und Zellkultursysteme wichtige Erkenntnisse über die Pathogenese der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) geliefert haben, bleiben die zugrunde liegenden molekularen Wege unzureichend definiert. Eine Studie an der Universitäts-Augenklinik Freiburg zielte darauf ab, das Transkriptom menschlicher CNV-Membranen durch vergleichende RNASequenzierung zu untersuchen. Dr. Stefaniya Boneva und die Arbeitsgruppe um Prof. Clemens Lange (Freiburg) erörtern Calprotectin als neuen Biomarker für Patienten mit nAMD.


» Femto-LASIK für Hyperopie

Die Kommission für Refraktive Chirurgie empfiehlt, keine hyperopen Laserablationen jenseits von +4 dpt und keine astigmatischen jenseits von 6 dpt vorzunehmen. Dieser Bereich gilt seit Jahren unverändert, obwohl die Excimerlaser bedeutende Fortschritte gemacht haben und Femtosekundenlaser heute State-of-the-Art zur Flappräparation geworden sind. Priv.-Doz. Dr. Suphi Taneri, FEBOS-CR (Münster) stellt anhand von Daten einer retrospektiven Studie die Femto-LASIK zur Korrektur von Hyperopie und hyperopem Astigmatismus auf den Prüfstand.


» Fallbericht: Explantation des Cypass-Mikrostents bei Patienten mit Hornhautdekompensation

Der Cypass-Mikrostent wurde im Rahmen der minimalinvasiven Glaukomchirurgie in den suprachoroidalen Raum ab interno implantiert und diente der Erhöhung des uveoskleralen Abflusses des Kammerwassers. Obwohl das Implantat ein großes Potenzial aufwies, wurde der Mikrostent im August 2018 weltweit vom Markt genommen. Diese Entscheidung basierte auf einer Analyse von fünfjährigen postoperativen Daten, die einen signifikanten Endothelzellenverlust belegten. Dr. Sofia Fili, FEBO, Dr. Sabine Seddig, Dr. Iraklis Vastardis und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über eine Fallserie mit Patienten, bei denen eine Explantation als erforderliche operative Maßnahme indiziert wurde.


» Die Transplantation der Kornea

Serie zur Sammlung Roth (Folge 109)
Seit Menschengedenken versuchte man erfolglos, fehlende oder abgetrennte Körperteile zu ersetzen. Sei es der Verlust von Gliedmaßen, sei es Auge oder Ohr – meist waren es Kriegsereignisse oder Unfälle, die den Menschen zum Versehrten machten. Auch der Verlust von Blut ließ sich durch eine Transfusion nicht ersetzen, alle Versuche, zum Beispiel mit Schafsblut ein Menschenleben zu retten, endeten für den Empfänger tödlich. Erst die Kenntnisse über die verschiedenen Blutgruppen, über die Antigen- und Antikörperreaktionen öffneten den Weg zur modernen Transplantationsmedizin.


» Evaluation eines Onlinekalkulators zur Nachrotation torischer IOL

Ein postoperativer Restastigmatismus nach torischer IOL-Implantation kann durch eine Nachrotation der Linse behoben werden. Im Rahmen einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Frankfurt wurde ein Onlinekalkulator geprüft, der die Bewertung einer potentiellen Achsenrotation ermöglichen soll. Eingesetzt wurde der Kalkulator bei Patienten mit einem Restastigmatismus von >5 dpt und einer Achsenversetzung von >5 Grad. Dr. Kleopatra Varna-Tigka, FEBO, Natallia Brui und Prof. Thomas Kohnen, FEBO (Frankfurt/Main) fassen die Ergebnisse zusammen.


» Schwarze IOL zur Behandlung von Diplopie

Nach einer Durchblutungsstörung vor drei Jahren im dorsalen Mittelhirn lag bei einem 49-jährigen Patienten ein Parinaud-Syndrom vor, das zu persistierenden vertikalen und horizontalen Doppelbildern führte. Trotz einer 2018 durchgeführten Schieloperation war der Patient nur durch komplette Unterdrückung des linksseitigen Seheindruckes durch Tragen einer Okklusionsklappe beschwerdefrei. Um diese unschöne Lösung zu ersetzen, wurde am linken Auge nach Phakoemulsifikation die Implantation einer dreistöckigen hydrophoben IOL in den Kapselsack sowie einer speziellen schwarzen Add-on-IOL in den Sulkus durchgeführt. Dr. Volker Besgen (Marburg) erläutert das Therapieverfahren.


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Ausgabe September 2020

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» Frühgeborenenretinopathie: Anti-VEGF-Therapie zugelassen

(28. September 2020) 

Netzhautschäden in Folge einer Frühgeburt sind in Deutschland die häufigste Erblindungsursache bei Kindern. Da immer mehr extrem früh geborene Babys überleben, steigt die Zahl der Betroffenen mit einer sogenannten Frühgeborenenretinopathie (ROP) an. Für die Behandlung steht nun seit kurzem neben dem herkömmlichen Laserverfahren eine Spritzentherapie mit dem VEGF-Inhibitor Ranibizumab zur Verfügung. Welche Vorteile die Anti-VEGF-Behandlung im Vergleich zum Laser hat, erläutern Experten anlässlich des Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Der DOG-Kongress findet in diesem Jahr online vom 9. bis 11. Oktober 2020 statt.

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» Neue Augeninfektionen in Deutschland

(21. September 2020) 

Durch Klimawandel, Migration und weltweite Mobilität treten in Deutschland neue entzündliche Augenerkrankungen auf, die unbehandelt Sehschäden bis hin zur Erblindung verursachen können.Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihres anstehenden Jahreskongresses hin.

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» DOG: „Zu wenig Zeit für Patienten und Ärzteausbildung“

(16. September 2020) 

Fehlentwicklungen in der Augenheilkunde durch die zunehmende Ökonomisierung in der Medizin sind ein Schwerpunktthema des 118. Kongresses der DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), der erstmals online abgehalten wird. „Wir haben zu wenig Zeit für das Patientengespräch und die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses“, kritisiert Professor Dr. med. Hans Hoerauf, Präsident der DOG. Fehlanreize müssten korrigiert, überbordende Bürokratie- und Dokumentationsvorgaben endlich abgebaut werden. Neben den Auswirkungen der Ökonomisierung steht die Würdigung Albrecht von Graefes, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährte, im Fokus.

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» Schulbeginn: Kurzsichtigkeit bei Kindern erkennen und vorbeugen

(15. September 2020) 

Für über 700.000 Abc-Schützen beginnt in Deutschland in diesen Wochen der „Ernst des Lebens“: Sie werden eingeschult, lernen Lesen, Schreiben und Rechnen. Dabei sind die Augen der Kinder deutlich stärker und über längere Zeiträume im Nahbereich gefordert als zuvor. Daher steigt mit der Einschulung das Risiko, eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln, fachsprachlich als Myopie bezeichnet. Zum Ausgleich sollten Kinder täglich mindestens 40 Minuten im Freien spielen, raten Experten der Stiftung Auge.

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» Sehkraftwiederherstellende Gentherapie

(28. August 2020) 

Weltweit arbeiten Forscher an sehkraftwiederherstellenden Gentherapien, um bei degenerativen Netzhauterkrankungen die verbleibenden Zellen der Netzhaut lichtsensitiv zu machen und so die Funktion der verlorenen Sinneszellen zu ersetzen. Ein Forschungsteam aus Marburg und Oxford hat nun Messmethoden etabliert, mit denen sich verschiedene Behandlungsansätze im Vorfeld detailliert untersuchen und vergleichen lassen. So lässt sich die Entwicklung erfolgversprechender Gentherapien am Auge in Zukunft effizienter und schneller gestalten. Ihre Erkenntnisse veröffentlicht die Forschungsgruppe in der Fachzeitschrift „Cellular And Molecular Life Sciences“.

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