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Aus der aktuellen Ausgabe

» 34. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC)

Nach zweijähriger Corona-Pause fand vom 23. bis 25. Juni der 34. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) als Präsenzveranstaltung in Nürnberg statt. Rund 5.400 Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, sich vor Ort und in persönlicher Begegnung über die wichtigsten Themen des Fachgebietes auszutauschen. Die Hauptvorträge wurden zusätzlich per Live-Stream übertragen. 500 Referenten stellten Innovationen und Weiterentwicklungen vor und diskutierten die Goldstandards der Augenchirurgie mit dem Auditorium. Von Katica Djaković.


» Neue monofokale IOL mit erweitertem Fokusbereich

Erste klinische Ergebnisse und postoperative Sehqualität
Eine neue monofokale EDOF-Intraokularlinse soll eine Verbesserung der Sehqualität in den Entfernungen zwischen Fern- und Mittelbereich erzielen. Bei der Lentis Quantum handelt sich um eine einstückige IOL mit einem aberrationsneutralen Optikdesign und Plattenhaptiken für eine zuverlässige Zentrierung und verkippungsfreie sowie rotationsstabile Ergebnisse. Implantiert wurde die Linse in 14 Augen und die gemessenen Daten wurden hinsichtlich der postoperativen visuellen Qualität ausgewertet. Dr. Detlev R. H. Breyer, David Lücht und Dr. Lena Beckers (Düsseldorf) stellen die Ergebnisse ihrer Untersuchung vor.


» Intraoperative Adjustierung torischer Intraokularlinsen

Höhere Präzision durch Einsatz von Vorderabschnittsfotografien
Der wohl häufig kritischste Faktor bei der Implantation torischer Intraokularlinsen blieb bis in jüngster Zeit die präzise Positionierung der Linsenachse. Seit einigen Jahren stehen für die Ausrichtung torischer Linsen hochtechnisierte komplexe bildgeführte Systeme zur Verfügung, die den traditionellen manuellen Verfahren deutlich überlegen sind. Die neueingeführten bildgeleiteten Systeme erfordern allerdings auch höhere Investitionen. Prof. Dr. Heinrich Gerding, FEBO, FARVO (Olten/Schweiz) stellt ein bildgeführtes Verfahren der präzisen Ausrichtung torischer Linsen vor, das eine einfache Ausführbarkeit, keine zusätzlichen Investitionen und eine hohe Präzision bietet.


» Update zur Internet-Datenbank IOLCon

Roadmap zur zuverlässigen IOL-Berechnung („Lens Power Calculation Module“)
Mit einer Intraokularlinsen-Übersicht sowie Hilfestellungen zur präoperativen Biometrie hat sich die 2017 gegründete Internet-Datenbank IOLCon inzwischen als weltweit verfügbare, zuverlässige Quelle für optimierte IOL-Konstanten und -Spezifikationen etabliert. Die Datenbank wurde von Prof. Achim Langenbucher vom Universitätsklinikum Homburg/Saar in Kooperation mit Kataraktchirurgen, IOL-Herstellern, Biometer-Herstellern und Wissenschaftlern entwickelt. Basierend auf zeitgemäßen Optimierungsstrategien stellt die Datenbank dem Ophthalmochirurgen auch individuell optimierte IOL-Konstanten kostenfrei zur Verfügung. Seit kurzem unterstützt IOLCon mit dem ebenfalls kostenfreien neuen „Lens Power Calculation Module“ auch bei der Auswahl der individuellen IOL. Von Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) und Prof. Achim Langenbucher (Homburg/Saar).


» Virtueller Kongress zu Parkinson und Bewegungsstörungen

Ophthalmologische Aspekte des Parkinson-Erkrankungsspektrums
Zum „Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen“ hatten die Tagungspräsidenten Prof. Günter U. Höglinger (Hannover) und Prof. Frank Erbguth (Nürnberg) ursprünglich als Hybrid-Veranstaltung im März nach Hannover eingeladen, jedoch konnte coronabedingt die Fortbildung leider nur online und somit nur mit reduziertem Programm stattfinden. Die Referatsthemen zu den Parkinson-Syndromen, speziell zu ophthalmologischen Aspekten des Erkrankungsspektrums, fasst Dr. Udo Hennighausen (Hamburg), ergänzt durch zusätzliche Informationen zum aktuellen Stand des Wissens, in seinem Bericht zusammen.


» Augenheilkunde im Ausnahmezustand

Aus- und Fortbildung unter Kriegsbedingungen in der Ukraine
Nicht nur national, sondern auch vor allem international muss der Augenheilkunde und den Ophthalmologen in der Ukraine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden: In den letzten Jahren entwickelte sich in der Ukraine eine exzellente, hochmoderne augenärztliche Ausbildungskultur auf höchstem Niveau, die sich an internationalen Ausbildungsaktivitäten messen kann. Trotz COVID und Krieg wurden und werden weiterhin regelmäßige und zeitgemäße Fortbildung organisiert. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die gegenwärtige Situation augenheilkundlicher Aus- und Fortbildung in der Ukraine.


» Die Augensalbe

Serie zur Sammlung Roth (Folge 129)
Über eine augenärztliche Therapie in der Antike ist nur wenig bekannt - und erst nach der allmählichen Entwicklung von Schriften geben erste Aufzeichnungen über medizinisches Wissen Einblick in den Umgang mit Verletzungen oder Erkrankungen des Auges in den frühen Kulturen. Als Therapeutika, so die Überlieferungen, kamen meist mild adstringierende Pflanzenextrakte zur Anwendung. Anders verhält es sich mit den Salben, hier fehlten Angaben zu deren Zusammensetzung und Anwendungsvorschriften. Mit der Bergung eines vor 2500 Jahren untergegangenen Schiffes aus der Ägäis, ist hierüber jetzt erstmals mehr bekannt.


» Interview mit Dr. Armin Scharrer anlässlich des DOC 2022

„Transparenz schafft Vertrauen“
Der 34. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 23. bis 25. Juni im Nürnberger Convention Center statt, als Präsenzveranstaltung und zusätzlich mit einem digitalen Strang. Auch für die diesjährige Tagung hat die Programmkommission namhafte nationale und internationale Experten als Referenten für die General Session, für Kurse und Wetlabs sowie Symposien eingeladen. DER AUGENSPIEGEL sprach mit DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer über die Jahrestagung der Ophthalmochirurgen und aktuelle Herausforderungen der Berufsgruppe.


» Gefährdet der Laser die EBM-Katarakt-Vergütung?

Das Ende der Leistungspflicht eines Kostenträgers schließt die Entscheidung des Patienten für eine Behandlung jenseits des Erstattungshorizontes des Kostenträgers nicht aus. Denn die Vertragsfreiheit des Patienten transzendiert den durch den Gesetzgeber für alle Versicherten eines Kostenträgers geschaffenen regulatorischen Rahmen. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erörtert, ob und wie eine LCS-Behandlung (Laser-Cataract Surgery) bei einem gesetzlich krankenversicherten Patienten vereinbart werden kann und welche Auswirkungen dies auf die gesetzliche Pflicht zur Tragung der Kosten innerhalb des gesetzlich vorgesehenen Erstattungsrahmens haben kann.


» Social Media in der Arztpraxis

Vor allem für junge Menschen ist ein Leben ohne die sozialen Medien heute kaum noch vorstellbar. Doch welchen Stellenwert hat Social Media für Praxen oder Kliniken? Muss eine augenärztliche Praxis oder Klinik aktiv an diesen Plattformen teilnehmen? Tobias Kesting (Köln) erläutert, warum die sozialen Medien fester Bestandteil einer jeden Kommunikations- und Marketingstrategie sein sollten.


» Alle Inhalte.


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Ausgabe Juli/August 2022

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» Pilotstudie zu verbessertem Transplantatüberleben von Hornhäuten

(9. August 2022) 

Transplantationen in gefäßfreien Hornhäuten haben eine sehr gute Prognose. Sind jedoch pathologische Blutgefäße in der Hornhaut vorhanden, steigt das Abstoßungsrisiko von 10 auf über 50 Prozent. Hierfür gibt es bisher noch keine gute Therapie oder Prävention. Ein neuer vielversprechender Ansatz ist die Modulation des Immunsystems der Hornhaut mittels UV-Licht. Um dieses neue Konzept der „lymphangioregressiven Präkonditionierung“ in die Patientenversorgung zu überführen, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine neue multizentrische, prospektive, randomisierte Pilotstudie mit insgesamt drei Millionen Euro über fünf Jahre. Das Zentrum für Augenheilkunde und das ZKS Köln an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät koordinieren die Studie.

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» Verarbeitung visueller Informationen: Bewegung kann helfen

(5. August 2022) 

Das Zusammenspiel von menschlicher Fortbewegung mit zunehmender Bewegungskomplexität und visueller Verarbeitung haben Forschende am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund.
(IfADo) mit Hilfe von EEG-Aufzeichnungen genauer untersucht. Sie stellten fest, dass auf Grund der knappen, geteilten kognitiven Ressourcen, die für kognitive und motorische Prozesse zur Verfügung stehen, die Aufgabenleistung abnahm, wenn die Belastung in einem der beiden Bereiche erhöht wurde. Die Gehbewegung hatte aber auch positive Auswirkungen auf die visuelle Verarbeitung. Komplexes Gehen verringert die für eine effiziente Informationsverarbeitung verfügbaren Aufmerksamkeitsressourcen, während ungestörtes Gehen die Effizienz der Informationsverarbeitung im Vergleich zum Stehen erhöht.

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» DOG: Zunahme von Medikamenten-Engpässen in der Augenheilkunde

(1. August 2022) 

Die Liefer- und Versorgungsengpässe von Medikamenten und Medizinprodukten sind in den vergangenen Jahren in Deutschland angestiegen, auch in der Ophthalmologie. Medikamente für wichtige Behandlungen können teils nur verspätet oder vereinzelt auch gar nicht geliefert werden, kritisieren Experten und Expertinnen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Folgen sind erhöhte Kosten, eine verzögerte Behandlung und teilweise ernsthafte Verschlechterungen des Gesundheitszustandes. Gründe für die Engpässe sind Verlagerungen der Medikamentenproduktion ins Ausland sowie pandemiebedingte Probleme der Produktion und Lieferketten. Die DOG fordert eine verstärkte Eigenproduktion von Medikamenten in Deutschland und Europa.

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» Medikamentenstudie zur Progressiven Supranukleären Blickparese

(29. Juli 2022) 

Eine aktuelle Studie untersucht die Verträglichkeit und Wirksamkeit einer neuartigen Therapietechnik zur Behandlung der Progressiven Supranukleären Blickparese (PSP). Mit dem Ziel, das Fortschreiten dieser Erkrankung des Nervensystems zu verlangsamen, wird ein kurzes Stück Nukleinsäure in das Nervenwasser verabreicht. Sie soll in den betroffenen Hirnzellen dem krankheitsauslösenden Protein entgegenwirken. Der erste Patient hat bereits im Frühjahr die erste Injektion erhalten, weitere Studienteilnehmende können aufgenommen werden. Die Phase-1-Studie wird von Professor Dr. Thomas Gasser und PD Dr. Kathrin Brockmann am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen geleitet.

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» Aus den Augen, schnell aus dem Sinn

(26. Juli 2022) 

Unser Sehvermögen ist im Bereich der Sehgrube, der Fovea centralis, am schärfsten. Paradoxerweise können wir diesen Teil des Gesichtsfeldes extrem schlecht aus dem Kurzzeitgedächtnis abrufen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Professor Dr. Ziad Hafed und seinem Team vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen. Die neuen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung sind sowohl für das medizinische Verständnis von Erkrankungen als auch für die technologische Anwendung interessant. Die Forschenden haben ihren Befund in der Fachzeitschrift PNAS publiziert.

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