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Aus der aktuellen Ausgabe

» DOG 2017

Interview mit DOG-Präsident Prof. Thomas Kohnen
Vom 28. September bis 1. Oktober lädt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) unter dem Motto „Deutsche Augenheilkunde international“ zu ihrer Jahrestagung nach Berlin ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem DOG-Präsidenten Prof. Thomas Kohnen (Frankfurt) über Aspekte der Tagung, den Stellenwert eines internationalen Austausches und die Internationalität des Faches.


» 12. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium

Innovative Neuerungen aus der translationalen Forschung
Anfang April fand zum 12. Mal das internationale Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam statt. Am Templiner See stand auch in diesem Jahr für die rund 140 anwesenden Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa und den USA der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Über das diesjährige Treffen berichten Dr. Johanna Meyer, Sarah Schmidt und Prof. Tim Krohne (Bonn).


» Unterversorgung mit Sehhilfen und soziodemografischer Status

Ergebnisse einer vergleichenden Querschnittstudie
Kostenpflichtige Vorsorgeuntersuchungen werden in sozial schlechter gestellten Schichten zunehmend hinausgezögert. Jedoch gibt es derzeit für das deutsche Gesundheitssystem kaum bis keine belastbaren Daten zur klinisch manifestierten Konsequenz solcher ökonomischer Limitationen. Eine vergleichende Querschnittstudie sollte eine mögliche Unterversorgung mit Sehhilfen bei Besuchern der Mülheimer „Tafel“ im Vergleich zu Angehörigen der Verwaltungsebene eines Krankenhauses als Kohorten-Modelle für im gesundheitlichen Versorgungsnetz unterschiedlich gut eingebundene Schichten quantifizieren. Prof. Frank Krummenauer, Dr. Birgit-Bettina Bestges und Dr. Cay-Christian Lösche stellen die „Tafel-Studie“ vor und erörtern die Ergebnisse.


» Spenderalter bei der DMEK

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) ist mittlerweile bei Hornhautendothelerkrankungen in Deutschland flächendeckend der Eingriff der Wahl beim Hornhautersatz. Seit der Einführung im Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln konnten über 2.000 Hornhauttransplantationen als DMEK erfolgen. Welche Spenderkriterien dabei von Einfluss sind und welche Rolle insbesondere dem Spenderalter zukommt, diskutieren Dr. Friederike Schaub, Prof. Claus Cursiefen und Prof. Björn Bachmann (Köln) anhand einer retrospektiven Auswertung aller konsekutiven DMEK-Operationen aus eigener Klinik


» Advanced Triple Procedure: DMEK bei komplexen Vorderabschnittspathologien

Bisher galten Aphakie, Zustand nach Vitrektomie oder ein instabiles Iris-Linsendiaphragma als Kontraindikationen für eine erfolgreiche DMEK, da von dem Risiko einer Dislokation des Transplantates auszugehen ist. Daten zur Notwendigkeit eines stabilen Iris-Linsendiaphragmas sind bislang nicht verfügbar. In einer prospektiven Fallserie an der Universitäts-Augenklinik (LMU) München wurde die Durchführbarkeit einer zeitgleichen DMEK mit Wiederherstellung des Iris-Linsendiaphragmas bei komplexen Vorderabschnittspathologien evaluiert. Jakob Siedlecki, Dr. Nikolaus Luft und Priv.-Doz. Dr. Martin Dirisamer, FEBO (München) stellen die Ergebnisse vor


» Modifizierte Form der ultradünnen DSAEK

Mikrokeratom- und Excimerlasergestützte Endotheliale Keratoplastik (MELEK)
Die Mikrokeratom- und Excimerlasergestützte Endotheliale Keratoplastik (MELEK) stellt eine modifizierte Form der ultradünnen DSAEK (UT-DSAEK) dar. Bei dieser neuen Technik wird nach einmaligem Schnitt mit einem Mikrokeratom wie bei der konventionellen DSAEK das Transplantat mittels eines ablativen Excimerlasers ausgedünnt und zusätzlich geglättet. Dr. Carsten Thannhäuser, FEBO, und Katarzyna Palka, FEBO, (Berlin) stellen eine prospektive Studie vor, deren Ziel die Überprüfung des Lasereffektes auf das Gewebe, die Evaluierung unterschiedlicher Laserprofile und die Bestimmung möglicher Grenzen des Verfahrens war. Die Arbeit war die Grundlage für die Etablierung der Methodik im klinischen Einsatz.


» Lipofuszinabhängige Stimulation von Mikrogliazellen

Mikrogliazellen zeigen mit zunehmendem Lebensalter Veränderungen in ihrer Morphologie und Aktivität sowie eine Migration aus den inneren in die äußeren Netzhautschichten und in den subretinalen Raum. Ähnliche Veränderungen finden sich auch im Rahmen degenerativer Netzhauterkrankungen wie etwa der altersbezogenen Makuladegeneration. Martin Dominik Leclaire, Gerburg Nettels-Hackert, Jeannette König, Dr. rer. nat. Uwe Hansen, Prof. Constantin E. Uhlig, Prof. Tilman Grune, Dr. Annika Höhn, Prof. Nicole Eter und Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Peter Heiduschka gehen der Frage nach, ob die Phagozytose von Lipofuszin eine inflammatorische Reaktion der Mikroglia auslöst, die in vivo degenerative Prozesse beschleunigen könnte.


» Ausblick auf die Entwicklung nach der 27-Gauge-Vitrektomie

Der Trend zur Miniaturisierung auf dem Gebiet der Ophthalmochirurgie setzt sich weiter fort: Auch in der vitreoretinalen Chirurgie verweisen innovative Ansätze wie beispielsweise 29- und 30-Gauge-Systeme auf ein zukünftig noch schonenderes minimalinvasives Vorgehen hin. Zusätzliche Optimierungen sind auch durch 3D-Visualisierungssysteme oder die Entwicklung neuer intraokulärer Tamponadematerialien in Aussicht. Priv.-Doz. Dr. Fabian Höhn, FEBO, (Osnabrück) fasst die zukünftigen Perspektiven zusammen.


» Fallbericht: Schnyder-Hornhautdystrophie

Behandlung mittels tiefer vorderer lamellärer Keratoplastik (DALK)
Die Schnyder-Hornhautdystrophie ist eine seltene Hornhauterkrankung, die durch eine autosomal-dominante Vererbung gekennzeichnet ist. Charakteristisch ist das beidseitige, symmetrische Vorliegen eines Arcus lipoides und stromale Trübungen sowie in 50 Prozent der Fälle die kristallinen Einlagerungen in der Kornea. Dr. Ludmila Aßfelder (Dortmund) berichtet über den Fall einer 57-jährigen Patientin, die sich mit seit zwei Jahren zunehmendem Verschwommensehen und subjektiver Sehverschlechterung in der Ambulanz vorstellte. Die ophthalmologische Anamnese ergab außer der seit 1976 vorliegenden kristallinen Schnyder-Hornhautdystrophie keine Auffälligkeiten.


» Saugglocke nach Herzau

Serie zur Sammlung Roth
Die sachgerechte Behandlung von Erkrankungen oder Verletzungen des Auges spielte schon immer eine besondere Rolle für den Menschen, führte doch das Versagen einer Therapie oft zum Verlust der Sehfunktion. Dabei ging es sicherlich nicht nur um die fachgerechte Entfernung eines Splitters aus dem Auge, sondern auch um schicksalhafte Erkrankungen wie den grauen oder grünen Star. Das hierzu benötigte Instrumentarium wurde über die Jahrhunderte hin immer feiner und vielfältiger, dem Erfindungsreichtum des Okulisten waren keine Grenzen gesetzt. Zu allen Zeiten gab es Tüftler unter den Augenärzten, die neue Instrumente oder Geräte für die Diagnose und Therapie am Auge konstruierten.


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Ausgabe September 2017

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» Wie visuelle Reize auf dem Weg ins Bewusstsein versickern

(26. September 2017) 

Ob wir die Bilder, die auf die Netzhaut unserer Augen fallen, auch bewusst wahrnehmen, entscheidet sich im Gehirn. Eine aktuelle Studie der Universität Bonn zeigt nun, wie manche Reize auf dem Weg ins Bewusstsein gewissermaßen „versickern“. Dieser Prozess setzt augenscheinlich erst relativ spät im Laufe der Signalverarbeitung ein. Anfangs unterscheidet sich die Reaktion der Nervenzellen auf unbewusste und bewusste Reize dagegen kaum. Die Arbeit ist nun in der renommierten Fachzeitschrift „Current Biology“ erschienen.

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» Computerspiele sollen die Amblyopie-Therapie verbessern

(25. September 2017) 

Mehr als fünf Prozent aller Kinder in Deutschland leiden unter Amblyopie, eine häufige Form der Sehstörung. Wird diese Schwachsichtigkeit zu spät erkannt oder ist die Therapie erfolglos, droht Betroffenen im Erwachsenenalter eine schwere Sehbehinderung, die sie beruflich wie gesellschaftlich stark beeinträchtigen kann. Im Rahmen eines EU-Projekts, an dem eine Forschungsgruppe der Frankfurter Universitäts-Augenklinik teilnimmt, sollen neue Test- und Therapieansätze entwickelt und geprüft werden: Computerspiele sollen die Sehfähigkeit von Kindern verbessern. Entgegen bisheriger Annahmen sollen auch Jugendliche und junge Erwachsene von einer Amblyopie-Therapie profitieren, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) mit.

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» Gentherapie am Auge: Hoffnung auf baldige Zulassung

(21. September 2017) 

In den USA ist kürzlich erstmals eine Gentherapie gegen Krebs zugelassen worden. Jetzt rechnen deutsche Ophthalmologen mit einem baldigen Start der ersten Gentherapie auch am Auge. Darauf macht die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) aufmerksam.

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» Anspruch auf Blindenhund gegen Krankenkasse

(19. September 2017) 

Das LSG Celle-Bremen hat entschieden, dass ein Blinder von seiner Krankenkasse mit einem Blindenhund und nicht nur mit einem Blindenlangstock zu versorgen ist, wenn die Orientierung durch Schwerhörigkeit zusätzlich beeinträchtigt wird. Geklagt hatte ein 50-jähriger Mann, der bis auf ein minimales einseitiges Restsehvermögen erblindet war. In jüngerer Zeit kam eine Schwerhörigkeit hinzu. Zur Orientierung außerhalb der Wohnung nahm er bisher die Hilfe seiner Frau in Anspruch. Als er bei seiner Krankenkasse einen Blindenhund beantragte, verwies diese ihn zunächst auf einen Blindenlangstock nebst Mobilitätstraining. Dem hielt der Kläger entgegen, dass ein Blindenhund ihm eine viel bessere Hilfe bieten könne. Das SG Osnabrück hatte die Klage abgewiesen.

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» DOG: Wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit muss gestärkt werden

(14. September 2017) 

Nach wie vor genießen Forscher aus Deutschland weltweit hohes Ansehen. So liegt die Bundesrepublik trotz eines vergleichsweise bescheidenen Umfangs an Fördermitteln beim wissenschaftlichen Output in der Augenheilkunde hinter den USA und Großbritannien auf Platz drei. Doch China holt rasant auf, nimmt bereits Rang vier ein. Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) fordern daher stärkere europäische Vernetzung und gezielte staatliche Unterstützung.

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