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Aus der aktuellen Ausgabe

» Kongress DOG 2020

„Von Graefe goes online“
Von Graefe goes online oder auch: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit… so die prägenden Eindrücke der „DOG 2020 online“ im von-Graefe-Jahr: Ein neues, zukunftsweisendes und spannendes Tagungsformat wurde erfolgreich für eine große Teilnehmerschaft in der Augenheilkunde eingeführt und – flankierend zum wissenschaftlichen Programm – ein inhaltlicher Schwerpunkt, der sich in verschiedenen Aspekten dem Thema der im ärztlichen Alltag fehlenden Zeit verschrieben hatte. Ulrike Lüdtke M.A. berichtet über den virtuellen Kongress.


» Pelluzide marginale Degeneration versus Keratokonus

Differentialdiagnostik mittels Weitfeld-SD-OCT
Für die Diagnose pelluzide marginale Degeneration wird zumeist die Hornhauttopografie herangezogen. Doch hinter dem typischen Crab-Claw-Zeichen verbirgt sich statistisch gesehen häufiger ein inferiorer Keratokonus. Die Unterscheidung zwischen den beiden Erkrankungen hat jedoch großen Einfluss auf das therapeutische Vorgehen und die Prognose für den Patienten. Mit der Weitfeld-Hornhaut-OCT steht nun ein Diagnosetool zur Verfügung, das epitheliale Veränderungen im Sinne eines epithelialen Remodellings detektieren kann. Niklas Mohr ­(München) stellt dar, dass sich dadurch ektatische Erkrankungen auch in frühen Stadien differenzieren lassen.


» Korneale Manifestation der Cystinose

Etablierung eines objektiven Biomarkers mittels eines SD-OCT-Bildgebungsalgorithmus
Etwa 130 Menschen in Deutschland leiden an Cystinose, einer autosomal rezessiv vererbten, lysosomalen Speicherkrankheit. Für die kornealen Cystinkristallablagerungen existiert eine effektive Therapie mit cysteaminhaltigen Augentropfen. Eine frühe Diagnose und ein exaktes Monitoring der kornealen Cystinkristallablagerungen sind essentiell, da die frühe Einleitung und Einhaltung der topischen Therapie einen signifikanten Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat. Ziel der interdisziplinären Cystinosesprechstunde der LMU München ist es, einen ersten objektiven, semiautomatisierten Bildsegmentierungsalgorithmus zur Erkennung und objektiven Quantifizierung von kornealen Cystinkristallablagerungen bei okulärer Cystinose mittels Vorderabschnitts-OCT) zu entwickeln. Von Leonie Keidel, Carolin Elhardt, Priv.-Doz. Dr. Katharina Hohenfellner, Prof. Siegfried Priglinger, Dr. Benedikt Schworm, Dr. Christian Wertheimer, Priv.-Doz. Dr. Claudia Priglinger und Priv.-Doz. Dr. med. Dr. scient. Nikolaus Luft.


» Paradigmenwechsel in der LCS-Erstattungsdiskussion

Für die LCS (laser-assisted cataract surgery) wurde in der Vergangenheit diskutiert, ob sie für einen jeden Patienten medizinisch indiziert ist und Kostenträger sie stets zu erstatten haben. Dies führte im Effekt dazu, dass Behandler gar nicht mehr begründeten, warum sie die LCS überhaupt empfahlen, was wiederum dazu führte, dass gerichtlich bestellte Gutachter den Fall beurteilten, ohne die Behandlungsunterlagen auszuwerten und Gerichte sogar auf eine medizinische Begutachtung des Patientenfalles überhaupt verzichteten. Heute hingegen fordern die Gerichte überwiegend, dass aus dem jeweiligen Ausgangsbefund die Behandlungsindikation individuell hergeleitet und dargelegt wird, bevor die Kostentragung bestätigt werden kann. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erörtert einzelne LCS-Indikationslagen.


» Die Brille des Polarforschers

Serie zur Sammlung Roth (Folge 111)
Es ist noch keine hundert Jahre her, dass die letzten großen weißen Flecken aus den Landkarten verschwunden sind. Unbekannte Länder, einsame Wüstengebiete, die Gipfel im Himalaya und vor allem die Polargebiete schienen darauf zu warten, erobert zu werden. Einerseits waren die Forscher neugierig darauf, Unbekanntes zu erkunden, anderseits war es spätestens seit den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus üblich, neu entdeckte Länder ungefragt in Besitz zu nehmen. Zahllose Expeditionen machten sich vor allem in unbekannte Bergregionen oder Polargebiete auf, viele von ihnen scheiterten, sie blieben verschollen, keiner erfuhr von ihrem Schicksal. Insbesondere bei der Erforschung von Arktis und Antarktis lag ein Grund dafür in der damals noch mangelhaften Ausrüstung.


» Entwicklung einer neuen ambulanten Versorgungsform für Glaukompatienten

Mit dem vom Innovationsausschuss geförderten Projekt SALUS „Selbsttonometrie und Datentransfer bei Glaukompatienten zur Verbesserung der Versorgungssituation“ wird überprüft, ob die Glaukomversorgung flächendeckend optimiert werden kann, wenn Betroffene ihren Augeninnendruck in ihrer häuslichen Umgebung über eine Woche mit Selbsttonometern regelmäßig selbst messen, statt wie bisher während eines zwei- bis dreitägigen stationären Klinikaufenthaltes. Dr. rer. nat. Kristina Oldiges und Prof. Nicole Eter (Münster) stellen die am 1. September in Westfalen gestartete Studie vor.


» Angiotensin-II-vermittelter oxidativer Stress bei Glaukom

Neue Forschungserkenntnisse im okularen Blutgefäßsystem
Untersuchungen haben gezeigt, dass Anomalien in der Regulation des Blutflusses mit der Entstehung eines Glaukoms assoziiert sind. Eines der wichtigsten blutflussregulierenden Systeme ist das Renin-Angiotensin-System, das bei geringem Blutvolumen über die Freisetzung des Gewebshormons Angiotensin II den Blutdruck erhöht. Dr. Caroline Manicam (Mainz) erörtert Angiotensin-II-vermittelten oxidativen Stress bei Glaukom und stellt neue Forschungserkenntnisse im okulären Blutgefäßsystem dar.


» Individuelle Laser-Presbyopiekorrektur

Presbyopie bedingt Brillenabhängigkeit – ein Umstand, den viele Menschen im Alltag oder bei Freizeitaktivitäten als extrem störend empfinden. Bislang sind jedoch alle Verfahren, die Alterssichtigkeit kausal zu behandeln, gescheitert. So ist jede Korrektur kompromissbehaftet und ein Eingriff muss entsprechend ausführlich mit dem Patienten besprochen werden. Dr. Detlev R. H. Breyer und Dr. Lena Beckers (Düsseldorf) stellen die zur Verfügung stehenden Verfahren für eine individuelle Laser-Presbyopiekorrektur dar.


» Fallbericht: Okuläre Tuberkulose

Die okuläre Tuberkulose ist eine sehr seltene extrapulmonale mykobakterielle Infektion und entwickelt sich in der Regel durch hämatogene Streuung ausgehend von einer Primärinfektion. Styliani A. Papadonta, Dr. Kalliopi Kontopoulou und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) berichten über den Fall eines 67-jährigen Patienten, der sich über zehn Jahre hinweg in der Klinik mit rezidivierenden Lidschwellungen unklarer Genese am linken Oberlid sowie mit beidseitiger konjunktivalen Injektionen und Symblepharonbildung am rechten Auge vorstellte.


» Kunst und Ophthalmologie: „Der Blindensturz“

In früheren Gemälden wurden Blinde typischerweise mit geschlossenen Augen dargestellt. Pieter Bruegel der Ältere, einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit, stellt in seinem Renaissancegemälde „Der Blindensturz“ (1568) fünf Männer mit jeweils einem anderen Augenleiden dar. In den Gesichtern ist jede Augenerkrankung so realistisch von ihm gemalt worden, sodass eine – wenn auch nicht immer unumstrittene – ophthalmo-pathologische Diagnose möglich erscheint. Von Dr. Sibylle Scholtz, Dr. Kristian Gerstmeyer, Paolo Pieracci, Frank Krogmann und Prof. Achim Langenbucher.


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Ausgabe November 2020

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» DOG 2021 findet wieder online statt

(12. November 2020) 

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) wird ihren Jahreskongress 2021 wieder in virtuellem Format durchführen. „Die Option eines verlässlich durchgeführten digitalen Kongresses ist einer von den meisten Beteiligten ersehnten Präsenztagung vorzuziehen, die möglicherweise nur stark eingeschränkt oder aufgrund unvorhersehbarer kurzfristiger Entwicklungen gar nicht durchgeführt werden kann“, sagt DOG-Präsident Prof. Hagen Thieme. Digitalisierung wird auch ein wichtiges Kongressthema sein. Dies wäre der zweite Online-Kongress in der 163-jährigen Geschichte der Fachgesellschaft. Die virtuelle Premiere in diesem Herbst war mit knapp 2.200 Fachteilnehmerinnen und Fachteilnehmern ein großer Erfolg.

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» Zusammenspiel von Glaukom, Immunsystem und Protein Tenascin-C

(2. November 2020) 

Welche Rolle die Immunantwort für das Entstehen eines Glaukoms spielt, haben Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) an Mäusen untersucht. Sie zeigten, dass Entzündungsprozesse an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind und dass dem extrazellulären Matrixmolekül Tenascin-C als Modulator der Immunantwort eine Schlüsselrolle zukommt.

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» Aktualisierte Leitlinie zur Frühgeborenenretinopathie

(20. Oktober 2020) 

Alle Kinder, die vor der 31. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, sollen auf Frühgeborenenretinopathie (ROP) untersucht werden. Das ist ein zentrales Ergebnis der aktualisierten Leitlinie zur „Augenärztlichen Screening-Untersuchung bei Frühgeborenen“, die damit die bisherige Altersgrenze um eine Woche absenkt, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) mit.

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» Diabetische Retinopathie: mehr leitliniengerechte Augenarzt-Kontrollen erforderlich

(16. Oktober 2020) 

Eine diabetische Retinopathie entwickelt sich lange Zeit unbemerkt. Zu Sehstörungen kommt es erst, wenn die Netzhaut des Auges bereits behandlungsbedürftige Schäden aufweist. Regelmäßige Augenarzttermine gehören zu einer leitliniengerechten Diabetestherapie dazu, werden jedoch zu selten umgesetzt, kritisiert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) anlässlich der bevorstehenden Jahrestagung und weist darauf hin, dass auch nach zwei Jahren Diabetesdauer noch immer erst die Hälfte der Patienten einem Augenarzt vorgestellt worden sei.

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» DOG zieht erfolgreiche Kongress-Bilanz

(13. Oktober 2020) 

Erstmals in der 163-jährigen Geschichte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) ist ein Kongress der Fachgesellschaft virtuell abgehalten worden: Das neue Format „DOG 2020 online“ fand vom 9. bis 11. Oktober statt und erfreute sich einer großen Teilnehmerzahl: 2668 Personen besuchten wissenschaftliche Veranstaltungen an ihren Monitoren, darunter 2211 Fachteilnehmer, teilt die DOG mit.

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