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Aus der aktuellen Ausgabe

» Urteil: Abrechenbarkeit des Nanolasers bei Katarakt-OP

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun entschieden, dass der Einsatz des Nano- oder Femtosekundenlasers bei der Durchführung einer Kataraktoperation nach GOÄ-Ziffer 1375 zu honorieren und im Regelfall nicht zusätzlich nach Ziffer 5855 abrechenbar ist. Da der behandelnde Augenarzt diese Gebührenziffer im Streitfall nicht hätte in Rechnung stellen dürfen, habe der Kläger keinen Erstattungsanspruch gegen die Beklagte (privater Kostenträger). Laut dieser BGH-Entscheidung ist der Lasereinsatz nur dann zu erstatten, wenn eine patientenindividuelle, eigenständige Indikation für den Lasereinsatz durch den Arzt gestellt wurde. Es müsste ärztlich in der Patientenakte dokumentiert sein, aus welchem Grund der Lasereinsatz bei dem konkreten Patientenauge medizinisch geboten war. RA Michael Zach (Mönchengladbach) erläutert das BGH-Urteil.


» Ist die Entwicklung der makulären Neovaskularisation bei AMD ein intrinsischer Schutzmechanismus?

Die neovaskuläre AMD mit makulärer Neovaskularisation (MNV) als charakteristische Läsion wird als Spätstadium der AMD eingestuft, praktisch auf gleicher Ebene wie die geographische Atrophie (GA). Derzeit diskutieren Wissenschaftler intensiv darüber, ob die Ergebnisse von Phase-2- und Phase-3-Studien zur Komplementhemmung bei GA durch das Vorhandensein oder gar die Induktion von Typ 1 MNV beeinflusst wurden. Der Nachweis einer schützenden Wirkung von bestimmten MNV-Subtypen könnte eine völlig neue therapeutische Strategie anregen, nämlich die, MNV kontrolliert zu induzieren, um das Fortschreiten der AMD zu verlangsamen. Prof. Monika Fleckenstein, Priv.-Doz. Dr. Maximilian Pfau und Prof. Steffen Schmitz-Valckenberg erörtern die Entwicklung der makulären Neovaskularisation bei AMD als intrinsischen Schutzmechanismus.


» Analyse der Lesefähigkeit bei AMD-Patienten mit geographischer Atrophie

Im Rahmen einer DFG-geförderten prospektiven Verlaufsstudie wurden an der Universitäts-Augenklinik 150 Augen von 85 Patienten und Patientinnen mit geografischer Atrophie infolge von altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) untersucht. Neben üblichen funktionellen Messungen wie dem Visus wurden bei dieser Kohorte auch Lesevisus und Lesegeschwindigkeit ermittelt. Sandrine H. Künzel, Prof. Frank G. Holz, Prof. Monika Fleckenstein und Priv.-Doz. Dr. Maximilian Pfau erörtern die Validität der Leseleistung als Endpunkt für zukünftige klinische Studien und ihre Abhängigkeit von strukturellen und funktionellen Parametern.


» Objektive Tyndallometrie bei primär rissbedingter Netzhautablösung

Die auftretende Blut-Retina-Schrankenstörung im Rahmen der rissbedingten Netzhautablösung und PVR-Entstehung führt zu einer Zunahme des Proteingehalts in der Augenvorderkammer, sodass der sogenannte Tyndall-Effekt sichtbar wird. Dieses optische Phänomen lässt sich durch die objektive Tyndallometrie mittels Laser-Flare-Photometer standardisiert und nicht-invasiv untersuchen. Im Rahmen einer retrospektiven Analyse wurde der Zusammenhang von Ausmaß der Blut-Retina-Schrankenstörung und Symptomdauer bei akut primär rissbedingter Netzhautablösung untersucht. Leonie Menghesha, Prof. Nicolas Feltgen und Priv.-Doz. Dr. Friederike Schaub stellen die Ergebnisse vor.


» Subretinale Gentherapie bei erblicher Netzhautdegeneration (RPE65-Mutations-assoziierte IRD)

Therapieentwicklung und Erfahrungsbericht der Universitäts-Augenklinik Bonn
Die Therapie mit Voretigen Neparvovec ist die erste und bislang einzige zugelassene Gentherapie am Auge zur Behandlung von Patienten mit einer autosomal rezessiv vererbten Netzhautdegeneration aufgrund von biallelischen Mutationen im RPE65-Gen. In der Universitäts-Augenklinik Bonn wurden bisher 18 Patienten behandelt, davon neun beidseits, entsprechend 27 Augen insgesamt. Der längste Nachbeobachtungszeitraum beträgt aktuell 22 Monate. Prof. Birgit Lorenz, Priv.-Doz. Dr. Philip Herrmann und Prof. Frank G. Holz geben einen Überblick über Therapieentwicklung und Erfahrungen am Zentrum für okuläre Gentherapie der Universitäts-Augenklinik Bonn.


» Netzhaut-Organoide als Modellsystem für die menschliche Retina

Eine Grundlage zur Prüfung der Sicherheit und Wirksamkeit neuer Therapieansätze in der personalisierten Medizin hat das Forschungsteam vom Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB) geschaffen. Aus Stammzellen konnten künstlich organähnliche Mikrostrukturen gezüchtet werden, anhand derer sich Mechanismen retinaler Erkrankungen untersuchen lassen. Dazu wurden Hautfibroblasten oder Blutzellen verwendet, die zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen umprogrammiert werden können. Magdalena Renner, PhD stellt das Verfahren zur Modellierung menschlicher Netzhauterkrankungen und zur Entwicklung neuer Therapien dar.


» Zwei Jubiläen und ein Meilenstein der Orthoptik

50 Jahre Berufsverband Orthoptik Deutschland e. V. (BOD), 50 Jahre Berufsfachschule für Orthoptik Köln und die Inauguration des European Diploma for Orthoptists (EDORT) – zwei Jubiläen und ein Meilenstein der Orthoptik in 2021, über die Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet.


» Die Blindenschrift

Serie zur Sammlung Roth (Folge 123)
Die Blindheit ist ein schweres Schicksal. Schon allein die Schwierigkeit, sich im Raum zu orientieren, macht den Betroffenen von anderen Menschen abhängig. Nur in einer Gesellschaft mit einem sozialen Engagement ist es dem Sehbehinderten überhaupt möglich, zu überleben. Die erschwerte Teilhabe am Geschehen seiner Umgebung, besonders aber der Bildung oder Kultur lässt den Erblindeten sozial abstürzen, auch sind nur speziell ausgestattete Arbeitsplätze für ihn geeignet, wenn sie fehlen, droht ein Leben in Armut. Lediglich die Nächstenliebe und die Akzeptanz anderer für sein Leid ermöglichen eine gewisse Lebensqualität.


» BVA-Delegiertenversammlung tagte als Videokonferenz

„Die Freiberuflichkeit muss weiter ­gestärkt werden“
Auch in diesem Jahr hat sich der Berufsverband der Augenärzte (BVA) aufgrund der Pandemiesituation entschieden, seine Delegiertenversammlung nochmals in digitaler Form abzuhalten. Im Rahmen der Videokonferenz am 6. und 7. November wurde unter anderem über die gegenwärtigen Probleme mit der Telematikinfrastruktur und die Zukunft der augenärztlichen Versorgung diskutiert. Prof. Bernd Bertram erklärte seinen Rücktritt vom Amt des ​2. Vorsitzenden des Berufsverbandes und Dr. Martin Bresgen kandidierte nicht erneut als Vorsitzender der Delegiertenversammlung. Von Katica Djaković.


» 3. Baltic Sea Eye Conference tagte in Rostock

Zur dritten Baltic Sea Eye Conference hatte Prof. Thomas Fuchsluger traditionsgemäß nach Rostock und Warnemünde eingeladen. So fanden am Freitag, den 3. September, die Eye Surgery Masterclass mit Dry- und Wet-Lab in Räumen der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde in Rostock statt und am darauffolgenden Tag die International Rostock Beach Academy im Kurhaus von Warnemünde, flankiert durch ein Vortragsprogramm für ophthalmologisches Assistenzpersonal und Patienten. Ein Bericht von Dr. Udo Hennighausen (Hamburg).


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Ausgabe Januar 2022

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» Stiftung Auge: bei Legasthenie-Verdacht Augenarzt zu Rate ziehen

(21. Dezember 2021) 

Rund fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland leiden Schätzungen zufolge an einer Lese- und/oder Rechtschreib-Schwäche (LRS), auch Legasthenie genannt. Betroffenen fällt es schwer, gesprochene Sprache in geschriebene Sprache umzuwandeln. Bei Kindern fällt die LRS meist im Laufe des ersten Schuljahres auf, oft geht sie mit Konzentrationsstörungen einher. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine der möglichen und nicht seltenen, aber oft unterschätzten Ursachen sind Sehstörungen. Um Klarheit über die Hintergründe der LRS zu bekommen und mit entsprechenden Maßnahmen wirksam gegensteuern zu können, kommt es auf eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenärzten und Kinder- und Jugendmedizinern bei der Diagnosestellung an. Darauf weisen Experten der Stiftung Auge hin.

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» Silvesterfeuerwerk: DOG begrüßt das neuerliche Verkaufsverbot für Pyrotechnik

(6. Dezember 2021) 

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) begrüßt das neuerliche Verkaufsverbot für Pyrotechnik zu Silvester. Wie eine Umfrage der DOG an 75 deutschen Kliniken zeigt, reduzierte das Verkaufsverbot zum Jahreswechsel 2020/2021 die Zahl der Augenverletzungen im Vergleich zu den Vorjahren um mehr als 80 Prozent. Um schwere, langfristige Schäden durch Raketen, Böller und Co über die Zeit der Pandemie hinaus zu vermeiden, plädieren die Augenärzte dafür, privates künftig durch gemeinschaftliches, professionell organisiertes Feuerwerk zu ersetzen.

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» Augenärzte raten: Beim Kauf von Weihnachtsgeschenken auf Sicherheit achten

(3. Dezember 2021) 

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. rät beim Kauf von Weihnachtsgeschenken besonders auf die Sicherheit zu achten. Bei Unfällen kann es zu schwerwiegenden Augenverletzungen mit langfristigen Folgen für die Betroffenen kommen. Die Augen sind besonders empfindlich und können, wenn sie von einem Geschoss getroffen werden, schwer verletzt werden. Spielzeugwaffen, mit denen sich Geschosse (ob Schaumstoffbälle, Pfeile mit Saugnapf oder anderes) verschießen lassen, werden oft unterschätzt.

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» Pro Retina: AMD-Aktionswoche vom 20.-27. November

(17. November 2021) 

Fast sieben Millionen Menschen in Deutschland sind von einer frühen Form der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) betroffen. Obwohl die Netzhauterkrankung damit zu den Volkskrankheiten gehört, ist sie weitgehend unbekannt. Um das zu ändern, startet die gemeinnützige Organisation Pro Retina Deutschland e. V. am 20. November 2021 eine bundesweite AMD-Aktionswoche unter dem Motto „Gut sehen – (k)eine Frage des Alters“. Die Schirmherrschaft hat die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, übernommen.

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» Goldene Verdienstmedaille des BVA für Prof. Bernd Bertram

(8. November 2021) 

Prof. Dr. Bernd Bertram erklärte bei der Delegiertenversammlung des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA), die am 6. und 7. November online stattfand, seinen Rücktritt vom Amt des 2. Vorsitzenden. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Augenärztinnen und Augenärzte in Deutschland ehrte ihn die Delegiertenversammlung mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und der Verleihung der goldenen Verdienstmedaille. Zum neuen 2. Vorsitzenden des BVA wählten die Delegierten Dr. Bernhard Bambas, bisher weiteres Mitglied des Vorstands. Neu in den Vorstand wurde Daniel Pleger gewählt.

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