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Aus der aktuellen Ausgabe

» Strabologisches und orthoptisches Jubiläumssymposium tagte in Göttingen

Anlässlich des 80. Geburtstages von Prof. Hermann Mühlendyck – von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2004 Direktor der Abteilung Strabologie und Neuroophthalmologie der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen – richtete die Augenklinik Anfang Februar ein wissenschaftliches Symposium aus. Zahlreiche Weggefährten des Jubilars konnten für einen Beitrag eingeladen werden, sodass ein abwechslungsreiches strabologisches und orthoptisches Programm zustande kam. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst das Symposium zusammen.


» Glaukom und Bluthochdruck

Der Bluthochdruck ist einer der bedeutendsten internistischen Risikofaktoren sowohl für kardiovaskuläre Erkrankungen als auch für das Glaukom. Eine nächtliche Hypotension (diastolisch unter 50 mmHg) sowie jede Blutdruckabweichung im Tag-Nacht-Rhythmus (Non-Dipper, Extreme-Dipper) führt bei gleicher Augendrucklage zu einer beschleunigten Glaukomprogression. Deshalb gehört eine ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung bei Risikopatienten sowie bei Glaukomprogression zur Standarddiagnostik. Prof. Carl Erb und Prof. Burkhard Weisser erörtern den etwas weniger beachteten Zusammenhang von Glaukom und Bluthochdruck als interdisziplinäre Herausforderung für Augenärzte und Allgemeinmediziner/Internisten.


» Excimerlaser-Trabekulotomie (ELT)

Die chirurgische Behandlung des Glaukoms hat das Ziel, eine Abflussverbesserung des Kammerwassers zu erreichen.Bei der Excimerlaser-Trabekulotomie (ELT) wird ein kurzgepulster Xenon-Chlorid-Excimerlaser eingesetzt, welcher das Trabekelmaschenwerk und die innere Wand des Schlemm‘schen Kanals nicht-thermisch abladiert. Die ELT stellt den physiologischen Abfluss wieder her, indem diese Laserkanäle eine Verbindung von der Vorderkammer in den Schlemm‘schen Kanal bewirken und so das Kammerwasser wieder verbessert im physiologischen System abfliessen kann. Dr. Frances Meier-Gibbons und Priv.-Doz. Marc Töteberg-Harms erläutern die Operationstechnik der ELT, die als Monoeingriff oder in Kombination mit der Phakoemulsifikation erfolgen kann.


» Immunvermittelter Schaden beim Glaukom

Neue Erkenntnisse aus der Forschung
Obwohl ein erhöhter Augeninnendruck der Hauptrisikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms ist, sind weitere daran beteiligte Pathomechanismen bisher nicht ganz verstanden. Um diese Mechanismen im Rahmen der Erkrankung untersuchen zu können, braucht man geeignete Modellsysteme. Tiermodelle stellen zurzeit die einzige Möglichkeit dar, sowohl die komplexen okulären als auch systemischen Veränderungen analysieren zu können. Studien der letzten Jahre legen nahe, dass neben der mechanischen Komponente auch die Aktivierung des Immunsystems eine Rolle beim Zelluntergang im Glaukom spielt. So zeigten sich zum Beispiel veränderte Antikörpermuster
in Serum und Kammerwasser von Glaukompatienten. Dr. Teresa Tsai, Prof. Stephanie C. Joachim und Dr. Sabrina Reinehr (Bochum) stellen neue Forschungsansätze dar.


» Langzeitergebnisse der posterioren lamellären Keratoplastiken (DSAEK)

Die posteriore lamelläre Keratoplastik mittels Descemet-Stripping und Mikrokeratom (Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty, DSAEK) zählt zu den Operationsverfahren zur Behandlung von Patienten mit endothelialen Hornhauterkrankungen. Diese nahtfreie Technik ermöglicht eine schnelle Sehverbesserung ohne Veränderung des Astigmatismus mit geringerem Trauma während der Operation. Am St.-Johannes-Hospital in Dortmund wurde eine retrospektive Studie durchgeführt, um die Operationsergebnisse nach durchgeführter DSAEK im Zeitraum 2010 bis 2014 zu evaluieren. Kalliopi Kontopoulou, Snjezana Amin und Prof. Markus Kohlhaas fassen die Daten zusammen.


» Die Skibrille

Serie zur Sammlung Roth (Folge 106)
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man die Berge, das Bergsteigen und Skilaufen wurden zum Volkssport. Die Bahn und später dann das Auto erschlossen Bergregionen, die bis dahin nur durch Pferdeschlitten oder Wandern erreichbar waren. Mondäne Skiorte und berühmte Hotels in den Alpen lockten bald den Besucher. An die Notwendigkeit einer entsprechende Ausrüstung dachte damals noch niemand und so finden wir auf den Fotos dieser Zeit die Damen im langen Rock, im warmen Wintermantel, Muff nur mit einem Skistock bewaffnet auf den Gletschern. Rasch aber merkte man, dass in den Bergen das Sonnenlicht viel intensiver war, der längere Aufenthalt in höher gelegenen Regionen führte zu Augenschäden. Die Schneeblindheit, die Keratitis solaris sive photoelectrica, oder wie man es damals nannte der „Sonnenbrand des Auges“ wurde schmerzhaft entdeckt.


» Das Sjögren-Syndrom

Diagnostikmethoden und Therapieoptionen beim primären Sjögren-Syndrom
Das Sjögren-Syndrom kann als eigene Erkrankung (primär) oder in Verbindung mit anderen Autoimmunerkrankungen (sekundär), insbesondere der rheumatoiden Arthritis oder dem systemischen Lupus erythematodes (SLE), auftreten. Das Leitsymptom bei Personen mit primärem Sjögren-Syndrom ist eine anhaltende Mund- und Augentrockenheit (Sicca-Symptomatik). Da die häufigsten Symptome jedoch auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, werden sie häufig nicht in Zusammenhang mit einem Sjögren-Syndrom gebracht. Die Patienten haben somit in vielen Fällen einen jahrelangen Weg bis zur Diagnose vor sich. Dr. Thomas Rath und Prof. Torsten Witte stellen Diagnostikmethoden und Therapieoptionen beim primären Sjögren-Syndrom aus Sicht des Rheumatologen dar.


» Okuläre Manifestationen bei Patienten mit atopischer Dermatitis

Die Betreuung der Patienten mit atopischer Dermatitis (AD) findet an der Schnittstelle Dermatologie und Augenheilkunde statt, da es im Rahmen der AD vielfältige okuläre Manifestationen geben kann. Einen Überblick über okuläre Manifestationen bei Patienten mit atopischer Dermatitis gibt Dr. Nora Woltsche (Graz). Im Beitrag werden die unterschiedlichen okulären Komorbiditäten von Blepharitis, Keratokonjunktivitis sicca, Keratokonus, Katarakt bis hin zur Netzhautablösung hinsichtlich ihrer Pathogenese, Diagnostik und Therapie erläutert. Des Weiteren wird auf die okulären Nebenwirkungen der Therapie der atopischen Dermatitis eingegangen.


» Thermometrie bei Augenentzündungen

Alle Infektionen am Auge erhöhen die Temperatur im Bereich der vorderen Augenabschnitte. Moderne Non-Kontakt-Thermometer erlauben ihre Messung am Oberlid und ermöglichen so einerseits eine Aussage über das Ausmaß einer Augenentzündung, andererseits sind sie hilfreich bei der Differentialdiagnostik. Pilze oder Viren führen am Auge meist zu einem geringeren Temperaturanstieg als Bakterien. Eine Ausnahme bildet allerdings das neue Coronavirus Covid-19, hier wurden inzwischen Spitzenwerte von über 40 Grad Celsius gemessen. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) erläutert die Thermometrie als eine einfache Methode zur ätiologischen Differenzierung von Augenentzündungen.


» DMEK bei Patienten mit endothelialem Transplantatversagen nach perforierender Keratoplastik

Im Vergleich zur perforierenden Keratoplastik zeichnet sich die DMEK (Descemet Membrane Endothel Keratoplastik) durch geringere Komplikationsraten wie immunologische Transplantatreaktionen und schnellere postoperative Visusrehabilitation aus. Auch bei Patienten mit endothelialem Transplantatversagen nach perforierender Keratoplastik ist die DMEK eine praktikable Behandlungsoption. Dr. Friedrich Anton Steindor, Dr. rer. nat. Johannes Menzel-Severing und Prof. Gerd Geerling (Düsseldorf) erläutern das Verfahren.


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Ausgabe Mai 2020

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» Neurodermitis: Pollen können schwere Bindehautentzündung auslösen

(6. Mai 2020) 

Die Pollensaison ist in vollem Gange, und viele Menschen leider wieder unter geröteten und juckenden Augen. Für Neurodermitiker ist besondere Vorsicht geboten: Pollen können bei ihnen zu einer schweren Form der Bindehautentzündung beitragen. Was in diesen Fällen zu tun ist, erläutern Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

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» Coronavirus: Offensichtlich keine Übertragung über Tränenflüssigkeit

(9. April 2020) 

Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind nach Zahlen der Johns Hopkins Universität, Baltimore/USA, mittlerweile weltweit positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Da es sich dabei um ein neuartiges Virus handelt, sind wissenschaftliche Erkenntnisse zu Übertragungswegen bislang rar. Von der Tränenflüssigkeit geht laut einer aktuellen Studie aus Singapur eine nur geringe Ansteckungsgefahr aus. Die Stiftung Auge informiert darüber, wie sich das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand verbreitet, wie sich im Alltag eine Infektion über die Augenschleimhäute vermeiden lässt und was bei anstehenden Behandlungen beim Augenarzt zu beachten ist.

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» AAD-Kongress 2020 abgesagt

(10. März 2020) 

Der Vorstand des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) und das Geschäftsführende Präsidium der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) geben heute bekannt, dass die 21. Augenärztliche Akademie Deutschlands (AAD) vom 24. bis 28. März in Düsseldorf nicht stattfinden kann. Demnach hat das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf die Durchführung des AAD-Kongresses 2020 in Anbetracht der fortbestehenden Risikosituation bei der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus (Coronavirus) neu bewertet und den Kongress nun abgesagt. Dies steht in Einklang mit der Mitteilung von Ministerpräsident Armin Laschet und Minister Karl-Josef Laumann, der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern nicht durchzuführen, im Land Nordrhein-Westfalen folgen zu wollen.

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» Zum internationalen Tag der Seltenen Erkrankungen

(27. Februar 2020) 

Zum internationalen Tag der Seltenen Erkrankungen, am 29. Februar 2020, appelliert die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V. an die Politik und alle Akteure im Gesundheitswesen, sich jetzt nicht auf der Zentren-Regelung auszuruhen. 4 Millionen Menschen mit Seltenen Erkrankungen in Deutschland brauchen eine flächendeckende Versorgungsstruktur. „Seltene Erkrankungen sind (noch) nicht heilbar. Die Betroffenen sind ein Leben lang auf eine gute Versorgung angewiesen. Die Zentren-Regelung, die Ende 2019 vom G-BA beschlossen wurde, ist ein wichtiger Schritt, um die Finanzierung und damit auch die Versorgung in den Fachzentren zu verbessern. Der ambulante Sektor bleibt jedoch immer noch außen vor. Die Vernetzung mit Primärversorgern und Fachärzten außerhalb der Zentren ist unabdingbar, wenn eine gute Versorgung der Patienten gelingen soll,“ so Mirjam Mann, Geschäftsführerin der ACHSE.

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» Augensymptome bei Coronavirus-Infektion

(26. Februar 2020) 

Kaum ein Krankheitsbild der letzten Wochen hat die Medizin international so aufgerüttelt wie das der Coronavirus-Infektion. Ein Virus, über Jahre hin immer wieder pandemisch, entwickelt sich in einer neuen Mutation zu einem weltweiten Problem. Rasch steigende Patientenzahlen und mangelnde Erfahrung im Umgang mit Seuchen wecken Erinnerungen an Epidemien des Mittelalters. WHO und Politik scheinen ratlos. Wie bei nahezu allen Viruserkrankungen gibt es auch bei der gerade in China auftretenden Epidemie mit dem neuen Coronavirus (Covid-19) eine Mitbeteiligung der Augen. Im Vergleich zu anderen Entzündungen allerdings zeigt sie sich anfangs nur als banale Bindehautentzündung und erscheint selbst im fortgeschrittenen Stadium des Krankheitsbildes nur selten als hämorrhagische Konjunktivitis, selbst im Finalstadium kommt es, sofern keine bakterielle Superinfektion vorliegt, zu keiner Mitbeteiligung des Augeninneren.

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