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Aus der aktuellen Ausgabe

» Digitale Augenheilkunde im Fokus der DOG 2021 online

„Wissbegierig bleiben“
Unter der Präsidentschaft von Prof. Hagen Thieme, Direktor der Universitäts-Augenklinik Magdeburg, wurde mit dem 119. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) vom 30. September bis 3. Oktober auch der diesjährige Kongress virtuell ausgetragen. Das Thema Digitalisierung prägte zugleich inhaltlich und formal das Programm, das in diesem Jahr unter Ausnutzung vielfältiger digitaler Formate und Möglichkeiten gestaltet wurde. Ulrike Lüdtke M.A. berichtet über den Jahreskongress der DOG.


» OCT-Biomarker für den akuten retinalen Zentralarterienverschluss

Durch die in den letzten Jahren zunehmende Evidenz einer verbesserten Visusprognose des retinalen Zentralarterienverschlusses nach einer frühen intravenösen Thrombolyse, nimmt eine schnelle und sichere Diagnosestellung sowie die möglichst genaue Bestimmung der Ischämiedauer an Bedeutung zu. Der Verschluss der retinalen Zentralarterie ruft spezifische Veränderungen wie beispielsweise ein ischämisches Netzhautödem der inneren Netzhautschichten hervor. Die optische Kohärenztomographie (OCT) könnte hierbei zur Darstellung und Quantifizierung ischämischer Biomarker eine Schlüsselrolle in der Diagnostik einnehmen und als Hilfsmittel in der Indikationsstellung einer intravenösen Thrombolyse dienen. Dr. Daniel A. Wenzel und Prof. Maximilian Schultheiß erörtern OCT-Biomarker für den akuten retinalen Zentralarterienverschluss.


» Diagnostik der autosomal-dominanten Optikusatrophie

OCT-Veränderungen bei Patienten mit Mutationen im OPA1-Gen
Die autosomal-dominante Optikusatrophie 1 (Typ Kjer, MIM#165500) ist eine der häufigsten Formen der hereditären optischen Neuropathien, welche in der Literatur in einigen Fällen zunächst als Normaldruckglaukom fehldiagnostiziert wurde, da sich beide Erkrankungsentitäten klinisch stark ähneln. Besonders bei Patienten mit Visusminderung in jungen Jahren, unklarer Optikusatrophie und diffus verminderter Ganglienzellschichtdicke im OCT sollte man an eine gendiagnostische Untersuchung auf hereditäre Optikusatrophien denken. Dr. Anica Winges (Halle/Saale) berichtet über eine retrospektive Untersuchung, deren Ziel es war, die Erkrankung durch die morphologische Analyse der einzelnen Netzhautschichten mittels OCT frühzeitiger zu erkennen.


» Stellenwert der OCT-Diagnostik bei Glaukomen

Zur Papillenbeurteilung bei Glaukom stehen zahlreiche bildgebende Verfahren zur Verfügung. Anatomisch auffällige, große oder kleine Papillen können Schwierigkeiten bei der Diagnostik bereiten. Mittlerweile erfährt die optische Kohärenztomographie (OCT) in der Glaukomsprechstunde neben der Netzhautsprechstunde ihren häufigsten Einsatz. Spectral-Domain-Geräte ergeben durch landmarkengestützte Bewegungskorrektur höchste Auflösung in kurzer Zeit. Einen anderen Ansatz zur OCT-gestützten Glaukomdiagnostik stellt die Öffnung der Bruch’schen Membran zur Bemessung der Nervenfaserschicht im Bereich des Papillenrandes in den Fokus. Dr. Christian Karl Brinkmann, FEBO (Neubrandenburg) stellt die Untersuchungsverfahren gegenüber und erläutert den Stellenwert der OCT-gestützten Glaukomdiagnostik.


» 22. Tagung der Bielschowsky-Gesellschaft – 150. Geburtstag Alfred Bielschowsky

Strabologie und Neuroophthalmologie
Zum 150. Geburtstag von Alfred Bielschowsky fand die für Wroclaw (Breslau, einer der ehemaligen Studien- und Arbeitsorte Bielschowskys) geplante 22. Jahrestagung der Bielschowsky-Gesellschaft aufgrund der pandemiebedingten Situation am 10. September als Webinar, unter der Leitung von Prof. Michael Schittkowski, Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen, statt. Die Themenblöcke umfassten die operative Strabologie I und II, strabologische und neuroophthalmologische Notfälle, die Neuroophthalmologie sowie Amblyopie und Myopieprävention. Ein Bericht von Dr. Simon Trick (Ulm).


» Fallbericht: IgG4-assoziierte Orbitopathie

Orbitale Raumforderungen stellen große differentialdiagnostische und therapeutische Herausforderungen dar. Etwa 60 Prozent der orbitalen Pathologien entspringen einer entzündlichen Genese. Fehlen die typischen Zeichen einer Lidretraktion oder Motilitätseinschränkung und lassen sich keine entsprechenden Autoantikörper serologisch nachweisen, muss an eine idiopathische inflammatorische Orbitopathie gedacht werden. Priv.-Doz. Dr. Jens Heiche, Dr. Linda Dießel, Marlene Stein und Prof. Arne Viestenz1 berichten über einen 34-jährigen Patienten, der sich mit einer seit sechs Jahren bestehenden Schwellung im Bereich beider Orbitae und progredienter Visusminderung rechts vorstellte. Anamnestisch ergaben sich keine weiteren ophthalmologischen Auffälligkeiten.


» Die Kataraktoperation

Serie zur Sammlung Roth (Folge 121)
Der Graue Star als Ursache einer Erblindung war bereits in der Antike bekannt, allerdings war lange unklar, ob es eine Eintrübung der Augenlinse selbst oder nur ein Häutchen war, das als undurchsichtige Scheibe hinter der Pupille alles grau in grau erscheinen ließ. Die Katarakt, so nannte man das, was da im Auge trüb herabfließt. Die Erkenntnis, dass die Eintrübung der Augenlinse die Ursache des starren Blicks, also der Erblindung war, führte dazu, dass man schon früh die ersten Operationen am Auge wagte. Mit Hilfe einer Nadel wurde die ergraute Linse aus ihrer Halterung gelöst und nach hinten in den Glaskörper gestoßen. Der Blick ins Augeninnere war jetzt wieder frei.


» 70. Tagung der Vereinigung Norddeutscher ­Augenärzte (VNDA)

Jubiläumstagung als Hybrid-Veranstaltung in Hamburg
Die 70. Jahrestagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte e. V. (VNDA), ursprünglich geplant und fertig vorbereitet für den Tagungsort Lübeck im vergangenen Jahr, musste pandemiebedingt leider abgesagt werden. So fand die Jubiläumstagung in diesem Jahr, dem geplanten Turnus gemäß, auf Einladung von Prof. Martin Spitzer am 5. Juni als Hybrid-­Veranstaltung in Hamburg statt. Zum Satellitenprogramm der VNDA-Jahrestagung gehörte auch der international besetzte Hanseatische Operationskurs für Okuloplastische Chirurgie. Dr. Udo ­Hennighausen (Hamburg) berichtet über die Fortbildung der VNDA.


» Glaukomerkrankungen im Kindesalter

Interdisziplinäre Betreuung am Kinderglaukomzentrum der Universitätsmedizin Mainz
Glaukomerkrankungen im Kindesalter sind selten, führen aber bei Fehldiagnose und ausbleibender Behandlung zur Erblindung. Im Kinderglaukomzentrum der Universitätsmedizin Mainz werden jährlich etwa 200 Kinder mit Glaukom interdisziplinär behandelt sowie in einem Pilotprojekt ein Register zur Evaluation der Riskofaktoren etabliert. Dr. Julia V. Stingl und Prof. Esther M. Hoffmann (Mainz) erläutern Diagnostik und Therapie des kindlichen Glaukoms im Kinderzentrum, in dem nun auch ein bundesweites multizentrisches Register aufgebaut werden soll.


» Messung des retinalen Venendrucks bei Glaukompatienten

Die Therapie beim Primären Offenwinkelglaukom (POWG) besteht weitestgehend in der Senkung des Augeninnen­drucks (IOP), wonach der okuläre Venendruck gesenkt und damit die Druckdifferenz zwischen arteriellem und venösem Druck vergrößert wird. Prof. Richard Stodtmeister (Dresden) diskutiert in seinem Beitrag die Bedeutung des retinalen Venendrucks und die Frage, wie notwendig die Beurteilung und Messung für eine umfassende Glaukomdiagnostik und die nachfolgende Indikation zur medikamentösen und auch chirurgischen Therapie ist.


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Ausgabe November 2021

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» Pro Retina: AMD-Aktionswoche vom 20.-27. November

(17. November 2021) 

Fast sieben Millionen Menschen in Deutschland sind von einer frühen Form der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) betroffen. Obwohl die Netzhauterkrankung damit zu den Volkskrankheiten gehört, ist sie weitgehend unbekannt. Um das zu ändern, startet die gemeinnützige Organisation Pro Retina Deutschland e. V. am 20. November 2021 eine bundesweite AMD-Aktionswoche unter dem Motto „Gut sehen – (k)eine Frage des Alters“. Die Schirmherrschaft hat die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, übernommen.

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» Goldene Verdienstmedaille des BVA für Prof. Bernd Bertram

(8. November 2021) 

Prof. Dr. Bernd Bertram erklärte bei der Delegiertenversammlung des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA), die am 6. und 7. November online stattfand, seinen Rücktritt vom Amt des 2. Vorsitzenden. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Augenärztinnen und Augenärzte in Deutschland ehrte ihn die Delegiertenversammlung mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und der Verleihung der goldenen Verdienstmedaille. Zum neuen 2. Vorsitzenden des BVA wählten die Delegierten Dr. Bernhard Bambas, bisher weiteres Mitglied des Vorstands. Neu in den Vorstand wurde Daniel Pleger gewählt.

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» Ausschreibung des RWA-Wissenschaftspreis 2022

(29. Oktober 2021) 

Der Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) hat den Wissenschaftspreis 2022 ausgeschrieben, der bei der nächsten RWA-Versammlung im Januar in Bielefeld verliehen werden soll. Mit dem Wissenschaftspreis soll der wissenschaftliche Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen gefördert werden und ein oder mehrere wissenschaftliche Projekte unterstützt werden, „deren erfolgreicher Abschluss einen wesentlichen Fortschritt in der klinischen Augenheilkunde begründen wird“.

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» Studie zur Vermeidung von Kurzsichtigkeit bei Kindern startet

(22. Oktober 2021) 

In einer bundesweiten Studie unter Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) soll bei Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren überprüft werden, ob und welche Atropin-Dosierung optimal ist, um Kurzsichtigkeit zu vermeiden oder ihre Entwicklung zu bremsen. Studieninteressierte werden gesucht. Fast jedes zweite Kind in Europa wird bis ins junge Erwachsenenalter kurzsichtig. Diese Kurzsichtigkeit entsteht durch übermäßiges Wachstum des Augapfels. Dass dieses Wachstum durch Atropintropfen aus der Tollkirsche gebremst werden kann, ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Doch aufgrund von Nebenwirkungen wie Blendung oder Nahsichtunschärfe war eine Therapie lange unmöglich. Erste Studien aus Asien und Vorstudien am Universitätsklinikum Freiburg zeigten, dass hochverdünntes Atropin gute Effekte ohne diese unangenehmen Nebenwirkungen zeigt.

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» DOG vergibt Ehrenmitgliedschaften an die Professoren Hoffmann und Wiederholt

(20. Oktober 2021) 

Auch in diesem Jahr hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) wieder zwei ihrer Mitglieder für herausragende Verdienste um die Augenheilkunde gewürdigt und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die besondere Auszeichnung wurde im Rahmen des Online-Kongresses „DOG 2021“ an die Berliner Professoren Friedrich Hoffmann und Michael Wiederholt verliehen, in Anerkennung wegweisender Arbeiten in ihren jeweiligen Spezialgebieten. Während Wiederholt zu den physiologischen Vorgängen im Auge, wie etwa der Kammerwasserregulation forschte, widmete Hoffmann sich vor allem der Transplantation der Hornhaut.

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