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Aus der aktuellen Ausgabe

» Der 116. Jahreskongress der DOG tagte in Bonn

„Jetzt aktiv mitgestalten!“
Digitalisierung, Big Data, Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen – unter diesen Stichworten zeichnen sich tiefgreifende Veränderungen in der Medizin ab. Wie auch in anderen Bereichen der Gesellschaft geht es um Datensammlung und deren intelligente Verknüpfung mit dem Ziel: Erkenntnisgewinn und Optimierung. Insbesondere für die Ophthalmologie, die nach der Radiologie das Fach mit der umfangreichsten diagnostischen Bildgebung ist, bietet der „Datenreichtum“ ein vielversprechendes Potenzial für eine bessere Versorgung, aber es drängen auch notwendige Schritte zur Daten-Systematisierung und die Frage, in wessen Hände und Verantwortung die Auswertung und Verwendung der erhobenen Daten zukünftig liegen wird. Diskutiert wurden diese und weitere Aspekte beim diesjährigen DOG-Kongress zum Leitthema „Ophthalmologie 4.0“. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke M.A.


» Artefakte bei der retinalen Bildgebung mit OCT-Angiografie

Die optische Kohärenztomografie-Angiografie (OCT-A) ermöglicht nichtinvasiv eine hochaufgelöste und tiefen­selektive Visualisierung der vaskulären Strukturen von Netzhaut und Aderhaut. Allerdings können auch Bildartefakte auftreten, die eine Befundung erschweren. Eine gute Kenntnis möglicher Artefakte erlaubt bei entsprechend kritischer Datenanalyse die korrekte Bewertung der OCT-A-Aufnahmen und damit auch eine korrekte klinische Interpretation. Dr. Christian Enders, Prof. Gabriele E. Lang, Dr. Max Loidl, Prof. Gerd K. Lang und Jens U. Werner (Ulm) stellen die häufigsten Artefaktarten anhand von Beispielen dar.


» Herausforderung für die automatisierte Diagnostik mit Künstlicher Intelligenz

Die automatisierte Diagnostik in der Augenheilkunde birgt besonderes Potenzial für die zukünftige Standardi­sierung und Objektivierung diagnostischer Entscheidungen und verspricht Unterstützung von Ärzten insbesondere bei schwierigen diagnostischen Fällen. Aktuelle neuronale Netzwerke können zwar sehr genaue Entscheidung liefern, sind aber in der Regel weder in der Lage, ihre Entscheidung zu begründen noch ihre Konfidenz in der ­Entscheidung im Einzelfall zum Ausdruck zu bringen. Am Tübinger Forschungsinstitut für Augenheilkunde setzt sich die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. rer. nat. Philipp Berens mit neuronalen Schaltkreisen des visuellen Systems auseinander und beschäftigt sich mit gegenwärtig offenen Fragestellungen, wie beispielsweise den genannten Unsicherheiten in den neuronalen Netzwerken, die zentrale Herausforderungen für ihren Einsatz in der Praxis sind.


» Indikationen für elektrophysiologische Untersuchungen

Die im klinischen Alltag gängigsten elektrophysiologischen Untersuchungen sind das Ganzfeld-ERG (Elektro­retinogramm), das mfERG (multifokale ERG), das EOG (Elektrookulogramm) und das VEP (visuell evozierte ­Potentiale). Für jede dieser Untersuchungen gibt es spezielle Indikationen, da man den Funktionszustand ­einzelner Nervenzellklassen der Sehbahn selektiv über Elektroden an der Körperoberfläche ableiten kann. ­Dr. Sabine Naxer und Prof. Michael P. Schittkowski (Göttingen) stellen die verschiedenen Methoden und ihre ­Indikationen dar.


» Inserts zur Pupillenerweiterung vor Kataraktoperationen

Eine ausreichende Pupillenerweiterung ist für den Erfolg und die Sicherheit einer Kataraktoperation eine entscheidende Voraussetzung. Eine Alternative zu wiederholten Applikationen topischer Mydriatika stellt das Einsetzen eines Inserts in den unteren Bindehautsack dar, welches die Wirksubstanz langsam und kontinuierlich frei gibt. ­
Ein solcher Träger eines Mydriatikums ist das Mydriasert-Insert, dessen Effizienz und Verträglichkeit in der Klinik für Augenheilkunde des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg untersucht wurde. Dr. Sorin Draghici, Prof. Helmut Höh und Danilo Wegner stellen ihre Ergebnisse sowie die aktuelle Datenlage aus vorliegenden Studien dar.


» Die Lorgnette

Serie zur Sammlung Roth (Folge 89)
Während das Lorgnon aus einem einzigen an einem Stiel befestigten Glas besteht und daher nur auf einem Auge benutzt werden kann, hat die Lorgnette­ immer ein Gläserpaar und ist somit binokular einsetzbar. Ihr Vorbild ist die Nietbrille, durch die bewegliche Verbindung zweier Lorgnons an ihrem Griff­ende wurde sie in der Wende zum 17. Jahrhundert zur Lorgnette. Beide, das Lorgnon und die Lorgnette sowie die auch damit verwandte Scherenbrille mussten beim Gebrauch in der Hand gehalten werden, was von Vorteil war, wenn die Sehhilfe schnell im Dekolleté verschwinden musste, um die Sehschwäche ihrer Trägerin zu verheimlichen.


» Auch 2018 die Verlustabzugsmöglichkeiten nutzen

Entstehen für den Augenarzt in einem Veranlagungsjahr hohe Verluste, zum Beispiel durch absetzbare Modernisierungsmaßnahmen, besteht die Möglichkeit, diese steuersparend mit Gewinnen des vorangegangenen Jahres und/oder der folgenden Jahre zu verrechnen. Ohne Antragstellung wird der Verlustabzug in dem 
vorangegangenem Veranlagungszeitraum vorgenommen. Bei Antragstellung sind die Höhe des abzuziehenden Verlustes und der Veranlagungszeitraum anzugeben, in dem der Verlust abgezogen werden soll. Durch dieses Wahlrecht eröffnen sich dem Augenarzt interessante Gestaltungsmöglichkeiten, die Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert.


» Die Femto-Katarakt (LCS) in den drei Kostenträgersystemen

Die Informationen über moderne Behandlungsoptionen zirkulieren unter den Versicherten und werden von ihnen ohne Bedacht auf den eigenen Versichertenstatus bei dem Leistungserbringer nachgefragt. Dieser wird sich regelmäßig auf die Darstellung der medizinischen Aspekte der neuen Behandlungsoption beschränken wollen, steht aber unweigerlich vor der Nachfrage des Patienten, ob denn sein Kostenträger wohl einstandspflichtig wäre, wenn er sich für diese Behandlungsoption entscheiden würde. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt den komplexen Sachverhalt und ein aktuell ergangenes Urteil dar.


» Einblick in die einzelne lebende Zelle der Netzhaut

Aussagefähigkeit bildgebender Verfahren hinsichtlich individueller Sehnervschädigung beim Glaukom
Beim Glaukom können passend zum typischen Gesichtsfeldausfall eine Reduktion der Nervenfaser- und Ganglienzellschicht im OCT dargestellt werden. Allerdings kann die Anzahl und Verteilung der Ganglienzellen individuell unterschiedlich sein und die Bewertung einzelner Netzhautschichten möglicherweise zu Missdeutung oder Fehldiagnosen führen. In einer Studie beschäftigte sich Dr. Juliane Matlach (Mainz) mit der Fragestellung, ob es möglich ist, eine individuelle Anzahl von Ganglienzellen zu bestimmen, bevor ein glaukombedingter Verlust eingetreten ist, und untersuchte die diagnostische Wertigkeit des Verhältnisses der retinalen Zapfen- zur Ganglienzelldichte beim Glaukom.


» Genetik kindlicher Glaukome

Die Ursache der Fehlbildung im Kammerwinkel, die zur Ausbildung des angeborenen Glaukoms führt, ist in der Regel eine Mutation in einem oder mehreren Genen. Dies führt dazu, dass bestimmte Eiweißstoffe (Proteine) im Kammerwinkel nicht oder nicht richtig produziert werden können. Die Folge ist ein unreifes, undurchlässiges Trabekelmaschenwerk oder eine undurchlässige Membran über diesem Gewebe. Dr. Claudia Schuart und Prof. Hagen Thieme (Magdeburg) stellen bisher bekannte genetische Mutationen dar, die beim primär kongenitalen und anderen sekundären kindlichen Glaukomen eine Rolle spielen können.


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Ausgabe November 2018

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» Nanoroboter steuern erstmals durchs Auge

(16. November 2018) 

Wissenschaftler der Forschungsgruppe „Mikro-, Nano- und Molekulare Systeme“ am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart haben propellerförmige Nanoroboter entwickelt, die erstmals in der Lage sind, dichtes Gewebe wie es im Auge vorkommt zu durchbohren. Die 500 Nanometer breiten Propeller weisen eine Antihaftbeschichtung auf, die es ermöglicht, durch die enge molekulare Matrix der gelartigen Substanz im Glaskörper des Auges zu gelangen, wobei die schraubenartige Struktur, Größe und Beschichtung eine relativ ungehinderte Bewegung durch ein Auge erlaubt, ohne dabei das umliegende empfindliche Gewebe zu beschädigen. Bisher war der Einsatz nur in Modellsystemen oder biologischen Flüssigkeiten möglich.Die Forschungsarbeit wurde im Fachjournal Science Advances veröffentlicht.

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» Amblyopie: Interaktive Shutterbrille statt Klebepflaster

(15. November 2018) 

Bislang behandeln Augenärzte die so genannte Schwachsichtigkeit (Amblyopie) bei Kindern durch Abkleben des gesunden Auges. Das beeinträchtigte Pendant wird dadurch trainiert. Doch diese Art der Therapie zeigt nur dann Erfolge, wenn die verordnete Tragezeit des Pflasters eingehalten wird. Dies ist oftmals nicht der Fall – viele Kinder lehnen diese Methode ab, häufig tragen sie das Pflaster aus Scham nicht. Künftig soll eine elektronische Sehhilfe mit sensorischem Feedback das gesunde Auge situationsbedingt automatisch verdunkeln und die Kinder beim korrekten Tragen unterstützen. Fraunhofer-Forscher präsentierten nun ein Funktionsmuster der Brillenelektronik.

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» DGII: “Nobelpreis für den Femtosekundenlaser”

(9. November 2018) 

Eines der innovativsten und präzisesten Instrumente der operativen Augenheilkunde hat die höchste in der Wissenschaft zu vergebende Ehrung erhalten - oder, besser gesagt, seine Erfinder. Denn der Physiknobelpreis geht in diesem Jahr an die Wegbereiter des Femtosekundenlasers. Darauf macht die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) aufmerksam.

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» Neue Biomarker zur Glaukomfrüherkennung identifiziert

(5. November 2018) 

Eine Forschergruppe an der Ruhr-Universität Bochum hat neue potenzielle Biomarker identifiziert, die helfen könnten, Glaukom bei Patienten früher zu erkennen. Außerdem fanden sie heraus, dass die Mutation eines bestimmten Gens bei Mäusen einen erhöhten Augeninnendruck auslöst. Der wiederum ist einer der Hauptrisikofaktoren für das Glaukom.

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» RWA: Wissenschaftspreis 2019 und Dr. Georg-Preis 2019 ausgeschrieben

(2. November 2018) 

Der Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) hat den Wissenschaftspreis 2019 und den Dr. Georg-Preis 2019 ausgeschrieben. Die Preise sollen bei der nächsten RWA-Versammlung im Januar 2019 in Aachen verliehen werden.

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