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Aus der aktuellen Ausgabe

» European Association for Vision and Eye Research (EVER) tagte in Nizza

Wissenschaftliche Kongresse sind oft der Ausgangspunkt für neue, innovative Forschungsansätze, die in den ­verschiedensten Sitzungen über Ländergrenzen hinweg diskutiert werden. Auf europäischer Ebene findet einmal im Jahr der Kongress der European Association of Vision and Eye Research (EVER) statt, ein Zusammenschluss europäischer ophthalmologischer Forschungsvereinigungen, bei dem Grundlagenwissenschaftler und Ärzte ­aktuelle Themen vorstellen und diskutieren. Dr. Bettina Hohberger (Erlangen) fasst einige Eindrücke des dies­jährigen ­Programmes zusammen.


» BVA-Delegiertenversammlung 2018 in Berlin

„Die Einheit des Faches verteidigen!”
Auf der Agenda der diesjährigen BVA-Delegiertenversammlung standen neben dem Bericht zur Lage des 1. Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram auch die aktuellen Vorgaben aus Gesetzgebung und Politik, insbesondere Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), die Telematikinfrastruktur, aber auch Honorarstrukturen und neueste Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz in der ophthalmologischen Bildgebung. Die aktuellen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen des Faches und insbesondere das im September erschienene Gutachten des G-BA zur Bedarfsplanung, das eine gedankliche Trennung zwischen operativ und konservativ tätigen Augenärzten vollzieht, boten reichlich Stoff für Diskussionen sowie die Formulierung von Standpunkten und Forderungen des Verbandes für die öffentliche berufspolitische Debatte. Von Ulrike Lüdtke M.A.


» Ist die Kataraktchirurgie mit dem Nanolaser endothelschonend?

Obwohl die Kataraktchirurgie mittels Phakoemulsifikation (mit oder ohne Femtolaserassistenz) eine sehr weit ­verbreitete und mit operativer Expertise sichere Methodik darstellt, hat sie ihre systemimmanenten Probleme: Der postoperative Endothelzellverlust ist mit einer Vielzahl von Faktoren assoziiert wie beispielsweise ­Phakozeit und -energie, Hitzeentwicklung im Bereich des Tunnels und Vorschäden der Hornhaut. Im Rahmen einer ­Pilotstudie, durchgeführt vom Augenzentrum Hildesheim-Alfeld-Bockenem und Mitarbeitern der DGFG-­Hornhautbank in ­Hannover, wurde die endotheliale Zellzahlbestimmung und Hornhautdickenmessung nach ­Kataraktchirurgie mit dem Nanolaser untersucht. Dr. Lutz Blomberg, FEBO, Dr. Imke Wübbolt, Dr. Katrin Wiese, M. Awe und Dr. Martin Knabe  stellen die Ergebnisse vor.


» Nanosekundenlaser-Behandlung bei akuter CCS

Nanopuls-Laser versus Spontanremission bei Chorioretinopathia Centralis Serosa (CCS)
Moderne zellschonende Lasertechnologien versprechen aufgrund ihrer Wirkungsweise und der Anregung von Regenerationsprozessen durch kurze energiearme Impulse einen guten Behandlungserfolg. In einer retrospektiven, nicht randomisierten Auswertung wurde am MVZ Oberkassel Makula-Netzhaut-Zentrum in Düsseldorf der ­Einsatz der Subthreshold-Nanolasertherapie bei 23 Patienten mit akuter Chorioretinopathia Centralis Serosa (CCS) ohne RPE-Atrophien über eine Nachbeobachtungszeit von bis zu einem Jahr untersucht sowie mit der Therapieoption Spontanremission verglichen. Saskia Funk (Düsseldorf) erläutert die Ausgangsfragestellung und stellt die Ergebnisse der ­Untersuchung dar.


» XXXII. Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 1)

Treffen der Ophthalmohistoriker in Antwerpen
In diesem Jahr hatte die Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) ihre Mitglieder in die belgische Hafenstadt ­Antwerpen eingeladen. Vom 5. bis 7. Oktober bot die 32. JHG-Jahrestagung nicht nur ein wissenschaftliches ­Programm mit thematisch breit gefächerten ophthalmohistorischen Beiträgen und der Mitgliederversammlung, auch hatten ­die Organisatoren einen Festabend im alten Stadtzentrum sowie einen Besuch im Haus des Malers Peter Paul Rubens für die diesjährige Zusammenkunft eingeplant. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die Höhepunkte der Tagung zusammen.


» Irisrekonstruktion nach traumatischer Aniridie

Aniridie führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens bei den betroffenen Patienten. Neben Visusminderung, Photophobie, Diplopie, Blendungsempfindlichkeit, verminderter Kontrastempfindlichkeit und ­Tiefenschärfe spielen auch kosmetische Aspekte eine wichtige Rolle. Die operative Irisrekonstruktion sollte erst bei einem stabilen klinischen Befund nach der primären Wundversorgung erfolgen. Reicht der Irisrest nicht aus für eine Pupilloplastik mittels einer Naht, wird die Iris operativ mit unterschiedlichen Irisimplantaten beziehungsweise Irisprothesen rekonstruiert. Dr. Raid Darawsha (Osnabrück) stellt Methoden zur Irisrekonstruktion mit und ohne Aphakiekorrektur nach traumatischer Aniridie dar.


» Fallbericht: Neuroophthalmologischer Verlauf bei großer Arachnoidalzyste des 3. Ventrikels

Arachnoidalzysten des 3. Ventrikels können vielfältige neurologische, endokrinologische und ophthalmologische Symptome verursachen. Die einzelnen Symptome können fehlinterpretiert oder auch lange Zeit unterschätzt werden und die Situation kann plötzlich dekompensieren. Susanna Antal und Prof. h.c. Dr. med. Klaus D. M. Resch berichten über eine 16-jährige Schülerin, die nach fünf Jahren rezidivierenden beidseitigen Kopfschmerzattacken und das Sehen störenden, beidseitigen Augenflimmern eine zweistündige Sprechstörung, Zungenparästhesie und Hypästhesie der rechten Hand bei massiver Cephalea und Erbrechen erlitt.


» Die Brille bei Wilhelm Busch

Serie zur Sammlung Roth (Folge 90)
Das Tragen einer Brille war keinesfalls immer für ihren Träger eine feine Sache, zu allen Zeiten zog sich vor allem der junge Brillenträger und noch mehr die Trägerin ihren Spott zu. Anders war es beim älteren, meist gebildeten Menschen, ihm gestand man, im Alter weise und weitsichtig geworden, eine Lesebrille zu. Ein Karikaturist wie beispielsweise Wilhelm Busch verstand es dabei meisterlich nicht nur den Menschen, sondern auch die Brille mit einem trockenen Humor zu umgeben und in seinen Episoden den Träger zu verulken. In den Münchener Bilderbogen machte er mehrfach die Brille zum Gegenstand streitbarer Auseinandersetzungen.


» Der 116. Jahreskongress der DOG tagte in Bonn

„Jetzt aktiv mitgestalten!“
Digitalisierung, Big Data, Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen – unter diesen Stichworten zeichnen sich tiefgreifende Veränderungen in der Medizin ab. Wie auch in anderen Bereichen der Gesellschaft geht es um Datensammlung und deren intelligente Verknüpfung mit dem Ziel: Erkenntnisgewinn und Optimierung. Insbesondere für die Ophthalmologie, die nach der Radiologie das Fach mit der umfangreichsten diagnostischen Bildgebung ist, bietet der „Datenreichtum“ ein vielversprechendes Potenzial für eine bessere Versorgung, aber es drängen auch notwendige Schritte zur Daten-Systematisierung und die Frage, in wessen Hände und Verantwortung die Auswertung und Verwendung der erhobenen Daten zukünftig liegen wird. Diskutiert wurden diese und weitere Aspekte beim diesjährigen DOG-Kongress zum Leitthema „Ophthalmologie 4.0“. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke M.A.


» Artefakte bei der retinalen Bildgebung mit OCT-Angiografie

Die optische Kohärenztomografie-Angiografie (OCT-A) ermöglicht nichtinvasiv eine hochaufgelöste und tiefen­selektive Visualisierung der vaskulären Strukturen von Netzhaut und Aderhaut. Allerdings können auch Bildartefakte auftreten, die eine Befundung erschweren. Eine gute Kenntnis möglicher Artefakte erlaubt bei entsprechend kritischer Datenanalyse die korrekte Bewertung der OCT-A-Aufnahmen und damit auch eine korrekte klinische Interpretation. Dr. Christian Enders, Prof. Gabriele E. Lang, Dr. Max Loidl, Prof. Gerd K. Lang und Jens U. Werner (Ulm) stellen die häufigsten Artefaktarten anhand von Beispielen dar.


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Ausgabe Dezember 2018

Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse


Kurznachrichten

» Nachbau der AMD aus komplexen Zellsystemen in Petrischale

(12. Dezember 2018) 

“AMD in a dish - die altersabhängige Makuladegeneration in einer Schale”: Hinter diesem Titel verbringt sich ein neues Forschungsprojekt der Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, bei dem die Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Stephanie Joachim und Dr. rer. nat. Teresa Tsai im Labor ein neuartiges Modell für die altersabhängige Makuladegeneration konzipieren. Hierfür werden sie, im Rahmen eines Netzwerkantrags der Deutschen Forschungsgemeinschaft, eng mit dem Team von Prof. Dr. Alexa Klettner, Leiterin der Experimentellen Retinologie an der Universitäts-Augenklinik Kiel, und der Gruppe von Dr. Sven Schnichels, Arbeitsgruppenleiter an der Universitäts-Augenklinik Tübingen, zusammenarbeiten. Gemeinsam wollen die Wissenschaftler die altersabhängige Makuladegeneration aus komplexen Zellsystemen in der Petrischale nachbauen, um die Erkrankung im Labor erforschen zu können.

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» Augenklinik Sulzbach implantiert Augeninnendrucksensor

(10. Dezember 2018) 

Weltweit erstmalig konnte Prof. Peter Szurman, Chefarzt der Augenklinik Sulzbach, den Augeninnendrucksensor ARGOS-SC01 von Implandata zwischen der Aderhaut und der Lederhaut des Auges erfolgreich implantieren, teilt die Augenklinik mit. Der Mikro-Sensor übernimmt eine automatische Überwachung des Augeninnendrucks, was die Versorgung von Patienten mit Glaukom deutlich verbessere und das Risiko einer Erblindung senkt. Das Verfahren wird im Rahmen einer internationalen Studie unter der Leitung der Augenklinik Sulzbach erprobt.

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» Kryoelektronenmikroskopie zeigt Struktur im ziliärenTransportsystem

(30. November 2018) 

Zilien bilden antennenartige Strukturen, die aus den meisten Zellen von Wirbeltieren herausragen. Eine Zilie kann Licht sowie chemische und mechanische Reize in molekulare Signale umwandeln, die die Zelle interpretiert und entsprechend reagiert. Darüber hinaus ermöglichen Zilien den Zellen, miteinander zu kommunizieren und sich zu bewegen. Diese sensorischen, signalgebenden und motorischen Funktionen der Zilien erklären, warum Fehlfunktionen ein so breites Spektrum an menschlichen Krankheiten verursachen können: neben polyzystischer Nierenerkrankung, Bardet-Biedl-Syndrom oder Herzerkrankungen auch Netzhautdegeneration.

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» Neues Verfahren bei der Katarakt-OP: weniger Kosten und hohe Präzision

(29. November 2018) 

Die Operation der Katarakt zählt mit ca. 14 Millionen OPs pro Jahr weltweit zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen. Alleine in Deutschland werden jährlich rund 650.000 Operationen durchgeführt. Forscher des Instituts für Angewandte Optik und Elektronik der TH Köln entwickeln zusammen mit den AZ Augenchirurgischen Zentren AG (AZ-AG) Köln ein präzises und kostengünstiges Verfahren, mit Vorteilen gegenüber den herkömmlichen Operationstechniken. Das Operationswerkzeug ist in der EU, den USA und China zum Patent angemeldet. Gefördert wird das Forschungsprojekt durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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» Neue Erkenntnisse zu Trockener AMD und Leseeinschränkung

(28. November 2018) 

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für eine Erblindung im Alter. Die so genannte „trockene“ AMD stellt dabei die häufigste Form der Erkrankung dar. Lesehilfen können den Alltag Betroffener erheblich erleichtern. Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Bonn und Oxford zeigt nun unter Einsatz neuester bildgebender Diagnostik, wie krankhafte Netzhautveränderungen mit Leseeinschränkungen zusammenhängen. So lassen sich Therapiestudien besser planen und das Anpassen von Lesehilfen für Betroffene vereinfachen.

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