„Wie gewinnen wir die Fachkräfte der Zukunft?“

Wie wird die Arbeit im Gesundheitswesen künftig aussehen, und was brauchen und wollen Young Professionals, um in dieser Branche tätig zu werden – diese Fragen diskutierten am 23. Februar die Podiumsgäste gemeinsam mit den 350 Besuchern des traditionellen Neujahrsempfangs der Universitätsmedizin Leipzig im „Felix Leipzig“.

Dass die Verantwortung der Universitsklinika, in Zusammenarbeit mit den Medizinischen Fakultäten, mehr umfasst als nur die Absicherung der eigenen Nachwuchsgewinnung, war ein zentrales Thema des Abends. „Als Orte der Aus-, Fort- und Weiterbildung für verschiedene Gesundheitsberufe sehen wir uns in der Pflicht, die Sicherung des Nachwuchses auch außerhalb der Ballungszentren und Uniklinika zu gewährleisten“, sagte dazu Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig (UKL). Dafür müssten viele Aspekte in den Blick genommen werden, von der Digitalisierung über die Akademisierungsbestrebungen zum Beispiel der Pflege oder Physiotherapie bis hin zur Flexibilisierung von Lebensarbeitszeitmodellen. Erst letztes Jahr konnten am UKL erneut über 200 Vollzeitstellen neu geschaffen und besetzt werden, mehrheitlich in der Pflege. „Als großes modernes Klinikum der Maximalversorgung, das regelmäßig in nationalen Rankings unter den Top 10, auch als Arbeitgeber, rangiert, gelegen in einer attraktiven Großstadt, genießen wir hier sicherlich einen Bonus“, so Josten weiter.

Diese Entwicklung bestätigte auch Dr. Francesco De Meo, bis 2023 langjähriger Vorstand der Helios-Kliniken und Gast auf dem Podium des Neujahrsempfangs. Dennoch sei dies kein Grund, sich als Uniklinikum entspannt zurückzulehnen, denn die Talente von morgen haben die Wahl und suchen nach Arbeitsorten, die wirklich mit der Zeit gehen: Mit vielfältigen Arbeitszeitmodellen, individuellen Karrierewegen, einer digital optimierten Arbeitsumgebung und einer Führungskultur auf Augenhöhe.

Einen weiteren Entwicklungsschub werden anstehende Neubauvorhaben bringen. „Solche Vorhaben, ebenso wie der Umbau der zentralen Notaufnahme, den wir in diesem Jahr abschließen werden, sind wichtige Elemente der Attraktivität des Arbeitsplatzes Klinikum und damit in jeder Hinsicht Investitionen in die Zukunft“, sagt dazu Josten. „Gleiches gilt für die Umsetzung unserer Digitalisierungsstrategie einschließlich des aktuell geplanten Komplettwechsels unseres Klinischen Arbeitsplatzsystems (KAS) und der Integration der Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz“, ergänzt Jacob.

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Aber auch die Integration der Pflegewissenschaften in den Klinikalltag, die Schaffung neuer Strukturen in der Pflege und die Akademisierung von Gesundheitsberufen gehören dazu, wenn es um die Medizin der Zukunft geht, das machen Tancred Lasch und Prof. Henrike Todorow als Vertreter der Pflege und der neuen universitären Hebammenwissenschaften auf dem Podium deutlich. Das alles wirkt zusammen mit der medizinischen Lehre und den Aufgaben der Fakultät, die sich ihrerseits stark für die Sicherung der medizinischen Versorgung auch im ländlichen sächsischen Raum einsetzt. „Hier ist es unsere Aufgabe, junge Menschen auch für die Medizin jenseits der Universitäten zu begeistern und so im Schulterschluss mit der Regierung des Freistaats Sachsen dafür zu sorgen, dass die Regionen jenseits von Leipzig und Dresden auch dank einer umfassenden medizinischen Versorgung lebenswert bleiben“, betont Prof. Ingo Bechmann, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Zusammen mit Prof. Heike Graßmann, der Staatssekretärin im Sächsischen Ministerium für Wissenschaft, Tourismus und Kunst diskutierte er die Frage, ob die sächsischen Medizinischen Fakultäten mit den speziellen Landarzt- und dem neu gestarteten Landzahnarztprogramm bereits genug beitragen und was noch getan werden kann, um den Nachwuchs in den Gesundheitsberufen auch für die Fläche abzusichern.

„Die Attraktivität unseres Ausbildungsortes wird in diesem Jahr zusätzlich gestärkt durch das neue Exzellenzcluster“, hebt Dekan Bechmann hervor: Mit dem Leipzig Center of Metabolism wird an der Universität Leipzig ein klinisches Forschungszentrum entstehen, welches sich dem Verständnis und der Verbesserung der Krankheitslast durch Stoffwechselstörungen widmen wird. Die ersten Berufungsverfahren zur Gewinnung weiterer Experten sind auf den Weg gebracht.

Quelle: Universitätsmedizin Leipzig

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