Schnelle Hilfe aus der Luft mit Medikamenten-Drohne

„Pallidrohne“ in Aktion in Dessau-Roßlau. Derzeit sind die Genehmigungen für Flugräume, in denen die Drohne tatsächlich Medikamente zustellen kann, noch eine Herausforderung. (© Phillip Hiersemann)

Einzigartig in Europa: Die Medikamenten-Drohne „Pallidrohne“ darf seit Anfang 2026 Medikamente über besiedeltem Gebiet abwerfen. Für das Projekt, an dem die Universitätsmedizin Halle mit der AG Versorgungsforschung beteiligt ist, markiert das einen entscheidenden Schritt auf dem Weg der Drohne in die Versorgung.

In Zukunft könnten dringend benötigte Medikamente per Drohne bis an die Haustür geliefert werden, im besten Fall innerhalb weniger Minuten. Mit der akuten Palliativversorgung setzt Pallidrohne in einem Bereich an, in dem Zeit ein wichtiger Faktor ist. Denn oft geht es um Notfälle im häuslichen Umfeld, in denen schmerzlindernde Medikamente schnell benötigt werden und Angehörige die Patienten nicht lange allein lassen wollen und können. Dieser Aspekt kann sich im ländlichen Raum mit längeren Wegen zur nächsten Apotheke und außerhalb von Öffnungszeiten dramatisch verschärfen.

Bislang wurden 80 Flüge und 20 Lieferungen realisiert. Beim beteiligten Team der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in Dessau ist man längst überzeugt, dass die Zustellung aus der Luft Zeit und ungeplante Hausbesuche einspart. Zeit, die in der Palliativversorgung am Anhalt-Hospiz Dessau der SAPV und andernorts besser genutzt werden kann. Soll die Drohne in wenigen Jahren in einem noch größeren Gebiet einsatzfähig sein, braucht es vor allem Genehmigungen für weitere Lufträume, auch in ländlichen Gegenden.

Pallidrohne ist ein Projekt der „Translationsregion für die digitale Gesundheitsversorgung“ (TDG) und wird gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Zu den Partnern gehören neben dem Hospiz der Dessauer Apotheker Martin Grünthal, der Drohnenbetreiber Labfly aus Berlin und die Software-Agentur brain-scc aus Merseburg. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die AG Versorgungsforschung der Universitätsmedizin Halle. Anne Lehmann, Dr. Franziska Fink und Patrick Jahn erforschen im Rahmen der Studie, wie die Drohnenzustellung akzeptiert wird und welche Vorteile sie im Vergleich zur Lieferung auf dem Landweg bietet.

Quelle: Universitätsmedizin Halle

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