Presbyopiekorrigierende phake IOLs
Seit kurzem werden phake Intraokularlinsen (IOLs) zur Korrektur der Presbyopie eingesetzt. Priv.-Doz Dr. Hyeck-Soo Son, FEBO und Prof. Dr. Gerd U. Auffarth, FEBO (Heidelberg) beleuchten die derzeit verfügbaren Optionen, ihre Vorteile und möglichen Nachteile.
Die Presbyopie beruht auf dem altersabhängigen Verlust der Akkommodationsfähigkeit der natürlichen Linse und betrifft damit gerade jene Patientengruppe, bei der die Linse häufig noch klar ist, aber die Abhängigkeit von einer Nahkorrektion zunimmt (McDonnell et al. 2003). Für refraktiv-chirurgisch interessierte Patienten entsteht dadurch ein besonderes Dilemma: Eine refraktive Linsenextraktion kann Presbyopie und Ametropie gleichzeitig adressieren, opfert jedoch die verbleibende natürliche Akkommodation und setzt das Auge den Risiken einer Linsenextraktion aus (Van Hoe et al. 2025; Qureshi und Steel 2020; Rodríguez-Calvo-de-Mora et al. 2023; Packer 2022).
Phake Intraokularlinsen (pIOLs) verfolgen einen anderen Ansatz. Die natürliche Linse bleibt erhalten; gleichzeitig können relevante Myopien und Astigmatismen intraokular korrigiert werden, ohne korneales Gewebe abzutragen (Van Hoe et al. 2025; Packer 2022).

