Patientenorganisation fordert Inklusion und Teilhabe

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5.5.2026 steht bei Pro Retina Deutschland e. V. unter dem Motto „Nichts über uns ohne uns“. Die Patientenselbsthilfeorganisation fordert, dass Menschen mit Sehbeeinträchtigung in alle Entscheidungen und Prozesse einbezogen werden. Nur wenn das geschehe, könnten Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen realisiert werden.

„Deutschland ist noch weit davon entfernt, sehbeeinträchtigten und blinden Menschen Teilhabe zu ermöglichen. Überall stoßen Betroffene auf Barrieren. Das muss sich ändern“, fordert Dario Madani, Geschäftsführer von Pro Retina. Die Organisation kritisiert, dass die Bedürfnisse von seheingeschränkten und blinden Menschen oft nicht bedacht werden, beispielsweise im Theater, am Fahrkartenautomat, am Zugang zur Volkshochschule oder am sicheren Übergang an der Kreuzung. Das habe zur Folge, dass Menschen mit Seheinschränkung Schwierigkeiten haben, sich zu orientieren, ihre Selbstständigkeit werde eingeschränkt und ihre Sicherheit gefährdet.

Pro Retina fordert daher, dass die Bedürfnisse von seheingeschränkten und blinden Menschen bei allen Entscheidungen und Prozessen von Anfang an berücksichtigt werden. Die Patientenselbsthilfe weist darauf hin, dass dadurch auch die Sicherheit und Nutzbarkeit für andere Bevölkerungsgruppen erhöht werde – für ältere Menschen, Familien und Menschen mit einer zeitweisen Einschränkung. „Barrierefreiheit ermöglicht Teilhabe und bedeutet Lebensqualität für alle Menschen und kommt der gesamten Gesellschaft zugute“, bringt Madani die Vorteile auf den Punkt.

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Die Patientenselbsthilfeorganisation weist darauf hin, dass Barrierefreiheit als zentraler Baustein von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe auch gesetzlich in der UN-Behindertenrechtskonvention und im Grundgesetz (Artikel 3) verankert sei: „Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden“. So lange im Alltag Barrieren die Teilhabe verhindern und Menschen mit Einschränkungen ausgeschlossen werden, verstoße Deutschland demzufolge gegen gesetzlich verankerte Rechte.

Quelle: Pro Retina Deutschland e. V.

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