Netzhaut als Fenster zur Früherkennung von Hirnerkrankungen
Die Netzhaut ist der einzige Teil des zentralen Nervensystems, der sich beim lebenden Menschen nichtinvasiv und hochauflösend untersuchen lässt. Dr. Christina Mayer und ihr Team am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Universität Bonn wollen diese besondere Eigenschaft nutzen, um entzündliche und gefäßbedingte Erkrankungen des Gehirns früher und präziser zu erkennen und ihre Entstehungsmechanismen besser zu verstehen. Die Corona-Stiftung fördert den Aufbau ihrer Nachwuchsforschungsgruppe mit einer Million Euro. Das Programm eröffnet herausragenden Nachwuchsforschenden damit die Möglichkeit, sich über einen Zeittraum von fünf Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren.
Das Projekt erfolgt in Kooperation mit der Augenklinik (Prof. Frank Holz), den Kliniken für Neuroradiologie (Prof. Alexander Radbruch) und Vaskuläre Neurologie (Prof. Gabor Petzold) sowie der Sektion für Rheumatologie (Prof. Valentin Schäfer) und dem Institut für Neurovaskuläre Zellbiologie (Prof. Ruiz de Almodóvar) am UKB sowie mit dem Exzellenzcluster ImmunoSensation3 der Universität Bonn. „Unser langfristiges Ziel sind leicht zugängliche Biomarker, die eine frühere und präzisere Diagnose ermöglichen, Therapieentscheidungen unterstützen und den individuellen Krankheitsverlauf besser vorhersagen“, sagt Mayer. „Damit könnte die Netzhaut künftig einen wichtigen Beitrag zu einer personalisierten neurologischen Diagnostik und zu einem besseren Verständnis von Erkrankungen des Gehirns leisten.“
Quelle: Universitätsklinikum Bonn

