IOL-Austausch nach Implantation presbyopiekorrigierender IOLs
Presbyopiekorrigierende IOLs ermöglichen in vielen Fällen eine hohe Brillenunabhängigkeit, gehen aber bei einem Teil der Patienten mit optischen Phänomenen, reduzierter Kontrastsensitivität und subjektiv unscharfer Sicht einher. In seltenen Fällen ist die Intoleranz des optischen Prinzips so hoch, dass ein Austausch der IOL indiziert ist. Prof. Thomas Kohnen, PhD, FEBO und Titus Schug (Frankfurt am Main) stellen die Gründe, Inzidenz und Techniken eines IOL-Tausches nach Implantation von presbyopiekorrigierenden IOLs vor.
Gute refraktive Ergebnisse nach einer Kataraktoperation sind heutzutage in den meisten Fällen die Norm. Nach Implantation einer monofokalen Intraokularlinse (IOL) sind die meisten Patienten zufrieden mit der Fernsicht, benötigen jedoch zum Lesen eine Lesebrille (de Silva et al. 2016). Patienten, die dies nicht wünschen, haben die Möglichkeit sich für eine multifokale IOL zu entscheiden. Hier ist eine Brillenunabhängigkeit häufiger gegeben (de Silva et al. 2016; Kohnen et al. 2023; Kohnen et al. 2025). Je nach Studie werden nach Implantation einer solchen IOL jedoch vermehrt optische Phänomene oder eine reduzierte Kontrastsensitivität beschrieben (de Silva et al. 2016; Hood und Sugar 2015). In seltenen Fällen ist die Intoleranz des optischen Prinzips so hoch, dass ein Austausch der IOL indiziert ist (Hood und Sugar 2015; Fernández-Buenaga und Alió 2017; Takabatake et al. 2021; Al-Shymali et al. 2016). Im Folgenden werden die Gründe, Inzidenz und Techniken eines IOL-Tausches nach Implantation von presbyopiekorrigierenden IOLs aufgezeigt.

