Genstillegende Augentropfen für seltene Hornhauterkrankungen
Zwei Studien an der Universitätsklinik Köln untersuchen, ob eine neue Klasse von Augentropfen, die das Insulin-Rezeptor-Substrat 1 (IRS1) stilllegt, das Gefäßwachstum verlangsamen kann, das bei Menschen mit Aniridie und bei Patientinnen und Patienten vor Hochrisiko-Hornhauttransplantationen die Hornhaut schädigt.
Bei Menschen, die mit Aniridie, einer seltenen genetischen Erkrankung, geboren werden, baut sich die Augenoberfläche im Laufe der Zeit allmählich ab. Blutgefäße, die dort nicht hingehören, wachsen über die Hornhaut und trüben das Sehvermögen – ein Prozess, der derzeit nicht aufgehalten werden kann. Für Patientinnen und Patienten nach einer Hornhauttransplantation stellt dasselbe Gefäßwachstum eine ernsthafte Gefahr dar: Es ist einer der Hauptgründe dafür, dass das transplantierte Gewebe abgestoßen wird. Nun untersucht ein europäisches Forschungsprojekt, ob eine spezielle Art von Augentropfen daran etwas ändern kann.
Für die Studien OLISENS-ANIRIDIA und OLISENS-PRECON werden derzeit Teilnehmende rekrutiert. „Wir laden Patientinnen und Patienten mit Aniridie und fortschreitender kornealer Neovaskularisation ein, sich über diese klinische Pilotstudie zu informieren. Gemeinsam mit Laboratoires KÔL in Frankreich, die die Augentropfen herstellen, freuen wir uns, nun endlich einen topisch anzuwendenden Hemmstoff der Angiogenese als potenziell neue Behandlungsoption anbieten zu können“, so Prof. Claus Cursiefen, Hauptprüfer und Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsklinik Köln. Die Klinik führt europaweit die meisten Hornhauttransplantationen durch.
Die Augentropfen haben bereits den Orphan-Drug-Status erhalten. Bei den Prüfungen handelt es sich um frühe Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit. Sie sind Teil des umfassenderen europäischen Programms Restore Vision, das Behandlungen für sieben seltene Augenerkrankungen entwickelt. Die vollständigen Teilnahmekriterien und Einzelheiten sind abrufbar unter: https://augenklinik.uk-koeln.de/forschung/klinische-studien
Quelle: Universitätsklinik Köln

