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Aus den Augen, schnell aus dem Sinn
Unser Sehvermögen ist im Bereich der Sehgrube, der Fovea centralis, am schärfsten. Paradoxerweise können wir diesen Teil des Gesichtsfeldes extrem schlecht aus dem Kurzzeitgedächtnis abrufen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Professor Dr. Ziad Hafed und seinem Team vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen. Die neuen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung sind sowohl für das medizinische Verständnis von Erkrankungen als auch für die technologische Anwendung interessant. Die Forschenden haben ihren Befund in der Fachzeitschrift PNAS publiziert.
Forschungsprojekt: “Künstlicher Glutamatschalter” bei degenerierten Photorezeptoren
Eine interdisziplinäre Forschergruppe arbeitet an der Entwicklung eines “autonomen neurochemischen Implantats“, das durch eine gezielte und steuerbare Freisetzung des Botenstoffs Glutamat die Funktion degenerierten Photorezeptoren ersetzen soll. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit insgesamt 1,4 Millionen Euro.
Wichtiges Detail in Ursachen der Gesichtsblindheit aufgedeckt
Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in Zusammenarbeit mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Berlin und der Universität Bamberg erstmals zeigen können, dass die Ursachen der angeborenen Gesichtsblindheit bereits in sehr frühen Stadien der Wahrnehmung zu finden sind. Die Erkenntnisse sind nicht nur entscheidend für das Verständnis der Identifikation von Gesichtern, sondern grundsätzlich für jede Art der Objekterkennung. Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.
Optische Kohärenztomographie wird Kassenleistung
Die optische Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung bei Netzhauterkrankungen kann künftig ambulant erfolgen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat beschlossen, das nicht invasive Verfahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen.
EFAB-Studie zu volkswirtschaftlichen Kosten von Blindheit
Das European Forum Against Blindness (EFAB) stellte kürzlich die Ergebnisse einer neuen gesundheitsökonomischen Studie vor. Analysiert wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen von Blindheit und der vier häufigsten Augenerkrankungen auf das deutsche Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft. Die Studie, durchgeführt von der unabhängigen gesundheitsökonomischen Unternehmensgruppe Deloitte Access Economics, zeigt: Die volkswirtschaftlichen Kosten für Blindheit betragen in Deutschland jährlich über 2,5 Milliarden Euro. Etwa 44% dieser Kosten fallen für die informelle tägliche Pflege der blinden Menschen durch pflegende Angehörige an.
150 Jahre Augenklinik Tübingen
Am 17. und 18. Oktober 2025 würdigt die Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen mit einem wissenschaftlichen Symposium das 150. Jubiläum der Universitäts-Augenklinik, das 35-jährige Bestehen des Forschungsinstituts für Augenheilkunde und den 80. Geburtstag von Prof. Dr. Eberhart Zrenner.

