Forschungsprojekt zur diabetischen Retinopathie

Dr. Katharina Wall. (© Universitätsklinikum Bonn/A. Winkler)

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fördert ein neues Forschungsprojekt zur Früherkennung und Prävention diabetischer Netzhautschäden am Universitätsklinikum Bonn (UKB). Dr. Katharina Wall, Assistenzärztin an der Augenklinik des UKB, erhält für ihr Projekt „Longitudinale Analyse des Einflusses karotinoidhaltiger Ernährung auf die makuläre Pigmentdichte (MPOD) als Progressionsmarker der diabetischen Retinopathie“ eine Projektförderung der DDG.

Die diabetische Retinopathie zählt zu den häufigsten mikroangiopathischen Komplikationen des Diabetes mellitus und ist weltweit eine der führenden Ursachen für Sehverlust im erwerbsfähigen Alter. Schätzungen zufolge ist etwa ein Drittel aller Menschen mit Diabetes im Verlauf von Netzhautschäden betroffen. „Die Förderung ermöglicht uns, den Einfluss von Ernährungsfaktoren auf frühe Veränderungen der Netzhaut systematisch zu untersuchen“, sagt Dr. Katharina Wall von der Augenklinik des UKB. „Unser Ziel ist es, neue Marker zu identifizieren, die eine frühzeitige Einschätzung des Krankheitsverlaufs erlauben und damit langfristig auch präventive Ansätze ermöglichen.“

Das Forschungsprojekt untersucht, inwieweit eine karotinoidreiche Ernährung, insbesondere mit den protektiven Bestandteilen Lutein und Zeaxanthin, die Dichte des makulären Pigments (Macular Pigment Optical Density) beeinflusst. Diese Pigmente wirken als Antioxidantien und schützen die Netzhaut vor oxidativem Stress. „Die Untersuchung knüpft an aktuelle Erkenntnisse zur Bedeutung des makulären Pigments für die Netzhautgesundheit an“, erläutert Prof. Thomas Ach, Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Augenklinik des UKB, der das Projekt betreut. Gemeinsam mit Wall führt er zudem die diabetologische Sprechstunde der Augenklinik durch.

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„Das Projekt von Dr. Wall fügt sich hervorragend in die Forschungsschwerpunkte unserer Klinik ein“, sagt Prof. Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik des UKB. „Die Förderung unterstreicht die Bedeutung translationaler Forschung, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in eine verbesserte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Netzhaut-erkrankungen überführen kann.“

Quelle: Universitätsklinikum Bonn

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