Der Dampfkauter nach Wessely

Serie zur Sammlung Roth (Folge 173) – In vielen frühen Kulturen galten Krankheiten als Strafe der Götter, vor allem die von Fieberschüben begleiteten Seuchen interpretierte man als himmlischen Fluch. Viele sahen das Fieber wie das Feuer als den Weg zur Heilung, was aus heutiger Sicht keineswegs ganz falsch ist. Mangels einer spezifischen Therapie kam man daher bereits in der Antike darauf, Infektionen jeglicher Art mit Hitze zu bekämpfen. Das Extrem: eitrige Wunden wurden mit einem glühenden Eisen quasi ausgebrannt. Von Dr. Hans-Walter Roth (Ulm)

So gehörte der Herpes corneae lange zu den therapieresistenten Augenerkrankungen. Was als eine einfache Keratitis begann, und mangels einer spezifischen Therapie vor allem bei Immundefiziten des Patienten bis hin zur Panophthalmie eskalieren konnte, war in der Tat über die Jahrhunderte ein therapeutisches Experimentierfeld. Die Empfehlungen reichen von Eigenblutinjektionen und Urinmixturen, über die Muttermilch bis hin zu allen nur erdenklichen Medikationen aus der Naturheilkunde, seien sie pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, wie zum Beispiel die Thunfischgalle, die bereits im Talmud bei schweren Augenentzündungen empfohlen wurde. Dies galt auch für die virusbedingten Hornhautentzündungen, die bereits in der Antike weit verbreitet waren, allerdings ohne dass man bereits deren Ursache kannte.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Ausgabe Juli/August 2026.

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