Kurznachrichten

Bereits Bipolarzellen in der Netzhaut erzeugen Aktionspotenziale

Die Netzhaut muss Bilder „digitalisieren“, um sie über den Sehnerv ins Gehirn weiterzuleiten. Bisher nahm man an, dass dieser Schritt in den Ganglienzellen erfolgt. Forscher um Prof. Dr. Thomas Euler an der Universität Tübingen, am Werner Reichardt Centre for Integrative Neuroscience sowie dem Bernstein Zentrum Tübingen konnten jetzt nachweisen, dass bereits Bipolarzellen digitale Signale verschicken können. Sie fanden in mindestens drei Typen von Bipolarzellen in der Mäusenetzhaut deutliche Hinweise auf schnelle und stereotype Aktionspotenziale. Diese Ergebnisse weisen nach Einschätzung der Wissenschaftler darauf hin, dass die Netzhaut noch keineswegs so gut verstanden ist wie bisher gedacht.

Welttag der Menschen mit Behinderungen

Anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderungen fordert die Christoffel-Blindenmission (CBM) stärkere Anstrengungen für die Einbindung von Menschen mit Behinderungen. Von den weltweit rund eine Milliarde Menschen mit Behinderungen lebt noch immer ein Großteil am Rande der Gesellschaft und ist von der Teilhabe an Berufsleben und Alltag ausgeschlossen, so die CBM. Diese Menschen benötigen und verdienen nach Auffassung der CBM mehr Solidarität.„Egal ob in der Arbeitswelt, in der Schule oder an anderen Stellen des Alltags – Menschen mit Behinderungen begegnen noch immer zahlreichen Hindernissen, die ihnen ein gleichberechtigtes Leben erschweren, ganz besonders in Entwicklungsländern”, so CBM-Direktor Dr. Rainer Brockhaus: „Diese Barrieren müssen wir abbauen und Menschen mit Behinderungen weltweit den Zugang zu allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglichen.“

Bayer erhält Zulassung für EYLEA® zur Behandlung der feuchten AMD in Europa

Bayer HealthCare hat von der Europäischen Kommission die Zulassung für EYLEA®, auch bekannt als Aflibercept (VEGF Trap-Eye), für die Behandlung von Erwachsenen mit neovaskulärer (feuchter) altersbedingter Makula-Degeneration (AMD) in der empfohlenen Dosierung von zwei Milligramm (mg) erhalten, teilt das Unternehmen mit. Die Behandlung mit EYLEA® beginnt zunächst mit drei Injektionen in monatlichem Abstand, danach erfolgt je eine weitere Injektion alle zwei Monate. Zwischen den Injektionen sind nach Angaben des Unternehmens keine weiteren Kontrollbesuche beim Arzt erforderlich. Nach den ersten zwölf Monaten können die Behandlungsintervalle basierend auf dem bisherigen funktionellen und morphologischen Verlauf verlängert werden. In diesem Fall könne der behandelnde Arzt entscheiden, wie der Therapiefortschritt überwacht wird – eventuell könnten Kontrollbesuche beim Arzt dann häufiger notwendig sein als die Behandlungsintervalle vorgeben.

Welt-Diabetestag: Regelmäßige Kontrollen erhalten das Sehvermögen

Mehr als 374 Millionen Diabetiker gibt es schätzungsweise weltweit, und es werden immer mehr. Alleine in Deutschland wird die Zahl der Diabetiker auf mehr als sieben Millionen geschätzt. Viele von ihnen wissen nicht, dass die Zuckerkrankheit sie blind machen kann. Regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt tragen dazu bei, dieses Schicksal zu verhindern. Darauf macht der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands anlässlich des Welt-Diabetes-Tages am 14. November aufmerksam.

Univ.-Augenklinik Heidelberg: Tag der offenen Tür

Am 17. November 2012 ist Tag der offenen Tür in der Universitäts-Augenklinik Heidelberg: Von 10 bis 15 Uhr informieren die Heidelberger Ärzte in der Kopfklinik, im Neuenheimer Feld 400, in Vorträgen und Videopräsentationen über Behandlungsmöglichkeiten bei verschiedenen Sehschwächen, Presbyopie oder Katarakt. Bei Führungen durch die Räume der Augenklinik erhalten die Besucher einen Einblick in die Abläufe von der Diagnose bis zur Behandlung sowie in die Funktionsweise der modernen Laser zur Korrektur von Sehschwächen, teilt die Universität mit.

DOG empfiehlt Katarakteingriff auch im hohen Alter

Wenn ältere Menschen sich einer Operation am Auge zur Behandlung der Katarakt unterziehen, verbessern sie nicht nur ihre Sehfähigkeit. Der Eingriff mindert auch das Risiko, durch Stürze schwere Knochenbrüche zu erleiden. Dieser Vorteil war in einer aktuellen Studie bei über 80-Jährigen und chronisch Kranken am größten. Deshalb sollten sich nach Ansicht der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) auch hochbetagte Menschen eine von Katarakt getrübte Linse ersetzen lassen, wenn die Sehfähigkeit stark gemindert ist. Eine Altersgrenze für die Kataraktoperation gebe es nicht, teilt die DOG mit.

Univ.-Augenklinik Mannheim hat Arbeitsverhältnis mit Prof. Jonas B. Jost beendet

Das Mannheimer Universitätsklinikum hat den bisherigen Direktor seiner Augenklinik, Prof. Dr. Jost B. Jonas, mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Klinikdirektor entbunden. Begründet wurde dieser Schritt mit „einem tiefgreifend gestörten Vertrauensverhältnis zwischen der Leitung des Universitätsklinikums und Professor Jonas“. Aus arbeitsrechtlichen Erwägungen heraus mache das Klinikum keine weiteren Angaben zu der Kündigung, heißt es in einer Erklärung der Universität. Dies habe jedoch keine fachlichen Gründe gehabt, betont die Klinik und weist – “um einer eventuellen Verunsicherung von Patienten vorzubeugen” – ausdrücklich darauf hin, dass es „keine Zusammenhänge zwischen der Qualität der medizinischen Versorgung und dieser Personalentscheidung gibt“. Die Leitung der Klinik ist kommissarisch auf den Leitenden Oberarzt der Augenklinik, Prof. Dr. med. Frank Schlichtenbrede, übertragen worden. Prof. Dr. Jost B. Jonas war im Jahr 2000 als Direktor der Augenklinik und Lehrstuhlinhaber berufen worden. Sein Beschäftigungsverhältnis als Lehrstuhlinhaber bleibe bestehen, so die Klinik. Jonas verantwortet weiterhin Forschung und Lehre in der Augenheilkunde.

Seltenes Chondrosarkom: Komplizierte OP rettet Vierjährigem Augenlicht und Leben

Prof. Dr. Dr. Siegmar Reinert, Ärztlicher Direktor der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Tübingen hat nach Angaben der Universität mit seinem Team erstmals ein hochdifferenziertes Chondrosarkom, d.h. einen außerordentlich seltenen, bösartigen Knorpelgewebstumor mitten im Gesicht eines Kindes operiert. Der Junge ist ein Jahr nach dem Eingriff tumorfrei bei äußerlich kaum erkennbaren Operationsfolgen. Prof. Reinert: “Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich bei dem Fall um eine Rarität und den ersten chirurgischen Eingriff in dieser Ausdehnung bei einem Kleinkind. Zwei Augenhöhlenwände wurden von uns mit einem individuell angepassten Titangitter rekonstruiert.“

Lichtblicke für die Therapie des humanen Usher-Syndroms

Nach langjähriger Grundlagenforschung erkennen Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) immer besser die Hintergründe des humanen Usher-Syndroms und kommen möglichen Therapieansätzen auf die Spur. Die Wissenschaftler aus der Usher-Forschergruppe um Univ.-Prof. Dr. Uwe Wolfrum testen dabei vor allem zwei Wege, um entweder mutierte Gene zu reparieren oder aber den Gendefekt durch Einsatz von Wirkstoffen auszuschalten. nach Mitteilung der Universitäz erscheinen den bisherigen Ergebnissen zufolge beide Optionen vielversprechend. Das Usher-Syndrom ist eine vererbte Erkrankung, bei der gleichzeitig eine Hör- und Sehbehinderung auftritt.