Aus der aktuellen Ausgabe

Evaluation eines Onlinekalkulators zur Nachrotation torischer IOL

Ein postoperativer Restastigmatismus nach torischer IOL-Implantation kann durch eine Nachrotation der Linse behoben werden. Im Rahmen einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Frankfurt wurde ein Onlinekalkulator geprüft, der die Bewertung einer potentiellen Achsenrotation ermöglichen soll. Eingesetzt wurde der Kalkulator bei Patienten mit einem Restastigmatismus von >5 dpt und einer Achsenversetzung von >5 Grad. Dr. Kleopatra Varna-Tigka, FEBO, Natallia Brui und Prof. Thomas Kohnen, FEBO (Frankfurt/Main) fassen die Ergebnisse zusammen.

Schwarze IOL zur Behandlung von Diplopie

Nach einer Durchblutungsstörung vor drei Jahren im dorsalen Mittelhirn lag bei einem 49-jährigen Patienten ein Parinaud-Syndrom vor, das zu persistierenden vertikalen und horizontalen Doppelbildern führte. Trotz einer 2018 durchgeführten Schieloperation war der Patient nur durch komplette Unterdrückung des linksseitigen Seheindruckes durch Tragen einer Okklusionsklappe beschwerdefrei. Um diese unschöne Lösung zu ersetzen, wurde am linken Auge nach Phakoemulsifikation die Implantation einer dreistöckigen hydrophoben IOL in den Kapselsack sowie einer speziellen schwarzen Add-on-IOL in den Sulkus durchgeführt. Dr. Volker Besgen (Marburg) erläutert das Therapieverfahren.

Minimalinvasive Verfahren bei Tränenwegstenosen

Durch Fortschritte im Bereich der Endoskopie ist es heute möglich, nicht nur eine diagnostische Inspektion der Tränenwege mittels endoskopischer Verfahren durchzuführen, sondern sogar therapeutisch zu intervenieren. Prof. Ludwig M. Heindl (Köln) stellt die minimalinvasiven Verfahren zur Behandlung von Tränenwegstenosen vor, mit besonderem Augenmerk auf neue bypasschirurgische Ansätze.

60 Jahre Lasertechnologie

Dem amerikanischen Physiker und Ingenieur Theodore H. Maiman gelang es am 16. Mai 1960 erstmals, kohärentes Licht mit einem Rubinlaser zu erzeugen. Damit war eine der wichtigsten Erfindungen des letzten Jahrhunderts gemacht – auch wenn mögliche Anwendungsbereiche zunächst unklar erschienen. „Eine Lösung, die ihr Problem sucht“, soll Maiman über seinen Laser gesagt haben. 1961 wurde der Laser von einem Augenarzt in der Netzhautchirurgie eingesetzt – und damit erstmals in einer medizinischen Disziplin. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) und Prof. Achim Langenbucher (Homburg/Saar) stellen die Geschichte des Lasers und seine Anwendung in der Ophthalmologie dar.

Das Keratoskop

Serie zur Sammlung Roth (Folge 108)
Die Entschlüsselung der optischen Gesetze geht parallel mit der Herstellung der ersten Spiegel oder lichtbrechenden Gläser einher. Man erkannte, dass eine kugelförmig gekrümmte Linse aus durchsichtigem Glas das einfallende Licht, – sofern seine Strahlen aus weiter Ferne kamen und daher nahezu parallel verliefen-, bündeln konnte. Die Stelle, wo sich die Strahlen konzentrierten, wurde als Brennpunkt bezeichnet. Er gilt als wichtigster Parameter für die brechenden Eigenschaften optischer Systeme. Nachdem im ausgehenden Mittelalter die Wissenschaftler auch erkannten, dass Lichtstrahlen im Auge nach den gleichen physikalischen Gesetzen wie die einer Linse gebündelt werden, um dann von der Netzhaut als Bild entschlüsselt zu werden, galt es, die optischen Eigenschaften des menschlichen Auges genauer zu ergründen. Besonderes Interesse galt dabei natürlich der Fehlsichtigkeit und ihrer Ursachen.

Manifeste Refraktionsbestimmungen und deren Reproduzierbarkeit

Die Refraktionsbestimmung ist nach wie vor von fundamentaler Bedeutung für die refraktive Chirurgie. Allerdings enthält die Bestimmung des manifesten Refraktionsdefizites eine subjektive Komponente, die eine Variabilität des Ergebnisses bei Durchführung durch denselben und insbesondere durch verschiedene Untersucher bedingen kann. Priv.-Doz. Dr. Suphi Taneri, FEBOS-CR (Münster) erläutert die Bedeutung multipler manifester Refraktionsbestimmungen nach standardisiertem Protokoll und deren Reproduzierbarkeit vor refraktiver Chirurgie.

LASEK, LASIK oder SMILE?

Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren und Patientenselektion
Mit LASEK, LASIK und SMILE stehen derzeit drei keratorefraktive Optionen zur Laserkorrektur verschiedener Fehlsichtigkeiten zur Verfügung. Dr. Jakob Siedlecki, Dr. Nikolaus Luft, Prof. Siegfried G. Priglinger und Priv.-Doz. Dr. Martin Dirisamer beleuchten die generellen wie auch spezifischen Ein- und Ausschlusskriterien der einzelnen Verfahren und der damit zusammenhängenden Patientenselektion.

FLACS-Markierung der Kapsulorhexis

Eine Möglichkeit der Astigmatismusreduktion bei einem kornealen Astigmatismus >1,0 dpt ist die Achsenausrichtung von torischen Intraokularlinsen (IOL) durch die Femtosekundenlaser-assistierte Kataraktchirurgie (FLACS). Ziel einer retrospektiven Analyse war, sowohl die intraoperative als auch die postoperative Ausrichtung der IOL-Achse zu bewerten. Dr. Detlev R.H. Breyer, Lena Beckers und Dr. Mücella Kirca (Düsseldorf) stellen die Daten zur automatisierten FLACS-Markierung der Kapsulorhexis zur Behandlung von Astigmatismus vor.

Augenmuskeloperationen bei Nystagmus

Seit den 1950er Jahren kommen Augenmuskeloperationen in der Nystagmusbehandlung zum Einsatz. Zumeist rfolgen diese zur Korrektur einer kompensatorischen Kopfzwangshaltung. Die Umlagerungschirurgie nach Kestenbaum und Anderson verschiebt die exzentrische Nystagmusruhezone in den Geradeausblick. Bei der artifiziellen Divergenz wird eine artifizielle Exophorie herbeigeführt, deren Kompensation den Nystagmus beruhigt. Zur Reduktion der Nystagmusamplitude werden Rücklagerungen aller vier Horizontalmotoren und Tenotomien mit Reinsertion vorgenommen. Prof. Veit Sturm gibt einen Überblick über Augenmuskeloperationen bei Nystagmus.

Die Zilienpinzette

Serie zur Sammlung Roth (Folge 107)
Im Laufe der Evolution entwickelte der Mensch die Fähigkeit, Werkzeuge für sich anzufertigen und sie sachgerecht anzuwenden. Anfangs waren diese noch recht
primitiv. Die Fähigkeit, gleichzeitig mit zwei Stöcken in nur einer Hand zu hantieren, um beispielsweise ein Insekt oder kleineres Reptil zu fangen, erforderte erhebliches manuelles Geschick und Erfahrung. Die Handhabung chinesischer Essstäbchen lässt erkennen, wie es auch heute noch möglich ist, elegant und selbstverständlich zwei Stäbchen mit einer Hand gleichzeitig simultan zu steuern.