Broschüre informiert über das Aderhautmelanom
Mit bundesweit nur 800 bis 1.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das Aderhautmelanom eine seltene Erkrankung. Gleichwohl ist es die häufigste bösartige Tumorerkrankung des Auges im Erwachsenenalter. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG) und der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) möchten daher über Risikofaktoren und Frühsymptome aufklären und zu regelmäßigen Augenuntersuchungen aufrufen. Eine neue Broschüre informiert über die Erkrankung.
Aufgrund seiner Seltenheit gibt es für das Aderhautmelanom kein allgemeines Screening. „Die meisten dieser Tumoren werden daher zufällig bei Routineuntersuchungen des Auges entdeckt“, sagt Prof. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz. Ist die Diagnose gesichert, kann eine maßgeschneiderte lokale, aber auch systemische stadiengerechte Behandlung erfolgen – bestehend aus verschiedenen Formen der Strahlentherapie, unter Umständen ergänzt durch Laserbehandlung, chirurgische Eingriffe und medikamentöse Therapien.
„Ein auf das Auge beschränktes Aderhautmelanom lässt sich meist gut durch Bestrahlung und augenerhaltende chirurgische Verfahren therapieren, wodurch in mehr als 50 Prozent der Fälle eine vollständige Heilung möglich ist“, betont Prof. Nikolaos E. Bechrakis, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Essen. Nur in seltenen Fällen sei die operative Entfernung des betroffenen Auges notwendig, um den Tumor in den Griff zu bekommen. „Haben sich dagegen bereits Lebermetastasen gebildet, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich“, ergänzt Kakkassery.
Die neue Broschüre über das Aderhautmelanom, erstellt durch ein interdisziplinäres Team in der Nationalen Versorgungskonferenz Hautkrebs (www.nvkh.de), ist abrufbar unter: https://dog.org
Quelle: DOG und BVA

