Autor: Ulrike Lüdkte

Forschungspreis: Augentropfen verträglicher verabreichen

Ein Forscherteam um Prof. Dr. Martin Spitzer und Dr. Sven Schnichels von der Universitäts-Augenklinik Tübingen und vom niederländischen Zernike Institute for Advanced Materials Groningen wurde mit dem „Dutch Venture Challenge Fall 2012“-Preis ausgezeichnet. Der Wettbewerb wird vom Netherlands Genomic Institute (NGI) ausgerichtet, um den Transfer wissenschaftlicher Arbeiten zu fördern, und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Forschung: Aus den Augen aus dem Sinn?

Die Hirnforschung interessierte sich bislang vor allem dafür, wie Information innerhalb des Blickfeldes im visuellen Cortex kodiert ist. Nicht bekannt war daher, wie das Gehirn die Umgebung außerhalb des Blickfeldes aus egozentrischer Perspektive, das heißt aus Sicht des Betrachters, repräsentiert. Andreas Schindler und Andreas Bartels, Wissenschaftler am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen, zeigen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Current Biology“ zum ersten Mal direkte Hinweise für diese Art von räumlicher Information im Gehirn, teilt die Universität mit.

Konservierungsmittel in Augentropfen können zum Trockenen Auge führen

Konservierungsmittel in Augentropfen verhindern, dass mit dem Präparat Krankheitserreger ins Auge gelangen. Über lange Zeit und häufig angewendet, können sie jedoch auch die Augen schädigen. Das in der Augenheilkunde gängige Benzalkoniumchlorid etwa kann zu einer chronischen Entzündung der Augenoberfläche führen, mit typischen Beschwerden des Trockenen Auges. Ein Wechsel auf alternative Konservierungsmittel oder konservierungsmittelfreie Augentropfen ist heute möglich. Die Vor- und Nachteile müssen jedoch im Einzelfall abgewogen werden, rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Patienten mit trockenem Auge, Glaukom oder Kontaktlinsenträger sollten allerdings konservierungsmittelfreie Augentropfen bevorzugen.

Niedersachsen: Augenärztliche Versorgung bei Kleinkindern wird verbessert

Die Knappschaft hat mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) einen Vertrag über die Durchführung einer augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern (Amblyopiescreening) abgeschlossen. Ziel des Vertrages ist die frühzeitige Entdeckung von Sehschwächen. „Eine erfolgreiche Behandlung kann dadurch zeitnah eingeleitet werden, wodurch die Sehfähigkeit der Kleinkinder verbessert wird. Wir freuen uns über das Engagement der Knappschaft, das hoffentlich Nachahmer findet”, sagte Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN.

Augenärztliche Verbände fordern: Mehr Qualität auch ohne mehr Bürokratie

Gegen eine obligatorische sektorenübergreifende Qualitätssicherung der Kataraktchirurgie, die nur in unsinniger zusätzlicher Bürokratie resultiere, haben sich in einer gemeinsamen Erklärung verschiedene augenärztliche Verbände und Gesellschaften ausgesprochen. Stattdessen fordern sie freiwillige Qualitätsinitiativen zu bestimmten Fragestellungen, denn „höchste Qualität gibt es auch ohne Zwang“. Anlass der gemeinsamen Aktion der Augenärzte ist die vom Gemeinsamen Bundesausschuss geplante Einführung einer einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü) nach § 137a für die Indikation Kataraktoperation, die für Anfang 2013 erwartet wird.

Hornhautbank Homburg vereinbart Kooperation mit Luxemburg

Das Centre Hospitalier de Luxembourg und die LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes UKS haben eine Kooperation zur Hornhautspende vereinbart. Ziel dieser Zusammenarbeit ist, die Versorgung der Region mit Spenderhornhäuten zu verbessern und somit die Wartezeit der Patienten auf ein Hornhauttransplantat deutlich zu verringern. Die Kooperationsvereinbarung wurde Ende November am Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) durch den Verwaltungspräsidenten Paul Mousel sowie den ärztlichen Direktor des Universitätsklinikums des Saarlandes, Prof. Dr. Wolf-Ingo Steudel und den Direktor der Klinik für Augenheilkunde, Prof. Dr. Berthold Seitz unterzeichnet (Abb.). Das CHL ist somit offiziell das erste Zentrum für Hornhautspende und Hornhautentnahme in Luxembourg, teilt die Universität Homburg/Saar mit.

Bereits Bipolarzellen in der Netzhaut erzeugen Aktionspotenziale

Die Netzhaut muss Bilder „digitalisieren“, um sie über den Sehnerv ins Gehirn weiterzuleiten. Bisher nahm man an, dass dieser Schritt in den Ganglienzellen erfolgt. Forscher um Prof. Dr. Thomas Euler an der Universität Tübingen, am Werner Reichardt Centre for Integrative Neuroscience sowie dem Bernstein Zentrum Tübingen konnten jetzt nachweisen, dass bereits Bipolarzellen digitale Signale verschicken können. Sie fanden in mindestens drei Typen von Bipolarzellen in der Mäusenetzhaut deutliche Hinweise auf schnelle und stereotype Aktionspotenziale. Diese Ergebnisse weisen nach Einschätzung der Wissenschaftler darauf hin, dass die Netzhaut noch keineswegs so gut verstanden ist wie bisher gedacht.

Welttag der Menschen mit Behinderungen

Anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderungen fordert die Christoffel-Blindenmission (CBM) stärkere Anstrengungen für die Einbindung von Menschen mit Behinderungen. Von den weltweit rund eine Milliarde Menschen mit Behinderungen lebt noch immer ein Großteil am Rande der Gesellschaft und ist von der Teilhabe an Berufsleben und Alltag ausgeschlossen, so die CBM. Diese Menschen benötigen und verdienen nach Auffassung der CBM mehr Solidarität.„Egal ob in der Arbeitswelt, in der Schule oder an anderen Stellen des Alltags – Menschen mit Behinderungen begegnen noch immer zahlreichen Hindernissen, die ihnen ein gleichberechtigtes Leben erschweren, ganz besonders in Entwicklungsländern”, so CBM-Direktor Dr. Rainer Brockhaus: „Diese Barrieren müssen wir abbauen und Menschen mit Behinderungen weltweit den Zugang zu allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglichen.“

Bayer erhält Zulassung für EYLEA® zur Behandlung der feuchten AMD in Europa

Bayer HealthCare hat von der Europäischen Kommission die Zulassung für EYLEA®, auch bekannt als Aflibercept (VEGF Trap-Eye), für die Behandlung von Erwachsenen mit neovaskulärer (feuchter) altersbedingter Makula-Degeneration (AMD) in der empfohlenen Dosierung von zwei Milligramm (mg) erhalten, teilt das Unternehmen mit. Die Behandlung mit EYLEA® beginnt zunächst mit drei Injektionen in monatlichem Abstand, danach erfolgt je eine weitere Injektion alle zwei Monate. Zwischen den Injektionen sind nach Angaben des Unternehmens keine weiteren Kontrollbesuche beim Arzt erforderlich. Nach den ersten zwölf Monaten können die Behandlungsintervalle basierend auf dem bisherigen funktionellen und morphologischen Verlauf verlängert werden. In diesem Fall könne der behandelnde Arzt entscheiden, wie der Therapiefortschritt überwacht wird – eventuell könnten Kontrollbesuche beim Arzt dann häufiger notwendig sein als die Behandlungsintervalle vorgeben.