Autor: Ulrike Lüdkte

Kinderlangstöcke für blinde Kinder erstmals im Hilfsmittelkatalog

Wie zahlreiche Beobachtungen und erfolgreiche Mobilitätstrainings mit Kleinkindern zeigen, ist die Langstocknutzung schon sinnvoll, wenn das blinde Kind erstmals selbst stehen kann, aber auch vorher. Den gemeinsam von Anderes Sehen und Comde-Derenda GmbH entwickelten Langstöcken, die speziell den Anforderungen von Kindern entsprechen, wurde eine Hilfsmittelnummer erteilt. Diese garantiert die mögliche Abrechnung über die Krankenkasse. Darauf macht der gemeinnützige Verein Anderes Sehen aufmerksam.

Studie zur Veränderung der extrazellulären Matrix in der Retina

Wenn die Netzhaut nicht ausreichend mit Blut versorgt ist, verändert sich das Proteingerüst in der Umgebung der retinalen Zellen, die extrazelluläre Matrix. Verschiedene Augenerkrankungen, etwa Glaukom, gehen mit solchen Durchblutungsstörungen einher. Wie genau sich die extrazelluläre Matrix dabei umstrukturiert, beschreiben Forscher der Ruhr-Universität Bochum in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“.

Auftakt zur AAD 2017

Knapp 6.000 Teilnehmer haben sich zur 18. Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) angemeldet, die von heute an in Düsseldorf tagt. Die gemeinsame Fort- und Weiterbildungstagung vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) steht unter dem Hauptthema „Demographischer Wandel – Herausforderungen und Perspektiven für die Augenheilkunde“ und bietet in den nächsten fünf Tagen ein umfangreiches Vortrags- und Kursprogramm.

Sehbehinderung: BMAS-Projekt AKTILA-BS gestartet

Das Projekt AKTILA-BS (Aktivierung und Integration langzeitarbeitsloser blinder und sehbehinderter Menschen) am Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg gGmbH, Bildungszentrum für blinde und sehbehinderte Menschen, ist am 1. März mit einem Festakt gestartet. Schwerbehinderte Arbeitslose seien insgesamt im Vergleich zu nicht behinderten Arbeitslosen überdurchschnittlich qualifiziert, so Christoph Wutz, Geschäftsführer des BFW Würzburg, dennoch verharre die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau bei sonst sinkender Arbeitslosigkeit. Die Gründe hierfür zu ermitteln und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen abzuleiten, sei Ziel des Projektes AKTILA-BS, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit drei Millionen Euro gefördert wird.

Tag der Seltenen Erkrankungen: „Forschen hilft heilen!“

Am 28. Februar ist Internationaler Tag der Seltenen Erkrankungen. Weltweit werden am „Rare Disease Day“ Menschen mit Seltenen Erkrankungen und ihre Unterstützer auf die Nöte und Anliegen von Betroffenen aufmerksam machen. Auch in Deutschland sind zum zehnten Mal zahlreiche Aktionen geplant, um die „Waisen der Medizin“ in den Fokus von Politik, Medizin, Forschung und Gesellschaft zu rücken. In diesem Jahr lautet das Motto „Forschen hilft heilen!”. Jeder kann mitmachen.

Vorpräparierte Hornhautlamellen für DMEK verringern Reoperationsrate

Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) hat sich bei der Behandlung von Hornhauterkrankungen, denen ein Funktionsverlust des Hornhautendothels zu Grunde liegt, in den vergangenen zehn Jahren zum Goldstandard entwickelt. Bisher haben Ärzte die hauchdünnen Transplantate direkt selbst im OP und vor dem Eingriff präpariert. Zunehmend greifen Operateure nun auf in der Hornhautbank vorpräparierte Transplantate zurück. Sie bieten nicht nur aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) deutliche Vorteile sowohl hinsichtlich Handhabung als auch Transplantatüberleben.

Vorsicht bei farbigen Kontaktlinsen

Farbige Kontaktlinsen sind gerade zur Karnevalszeit ein beliebter Hingucker. Wer die freiverkäuflichen Fun- oder Crazylinsen aber zu lange trägt oder nicht auf die nötige Hygiene achtet, riskiert schwere Verletzungen und Infektionen der Augenhornhaut. Davor warnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Experten raten dazu, die Linsen nur wenige Stunden zu tragen und bei roten, brennenden oder tränenden Augen sofort einen Augenarzt aufzusuchen.

Augenklinik Sulzbach erweitert Spezialambulanz

Die Sektion Lidchirurgie der Augenklinik Sulzbach ist die größte im Saarland und spezialisiert auf minimal-invasive Verfahren. Mit modernen Biomikroskopen und computergestützten bildgebenden Verfahren stellt die Sektion für Lidchirurgie nahezu alle relevanten Organstrukturen in der Augenheilkunde dar. Unter Leitung von Pirv.-Doz. Dr. med Gesine Szurman setzt die Lidchirurgie neue Impulse für schonendere Operationen am Auge und erweitert das Angebot der Spezialambulanz. Erstmals im Saarland ist jetzt die schonende Behandlung der Volkskrankheit “Tränendes Auge” mit dem Mikro-Endoskop möglich. Ermöglicht wird das durch eine minimal-invasive Behandlungsoption.

Neue Regelung zur Brille als Kassenleistung

Bei mehr als 6 Dioptrien wird die Brille zur Kassenleistung, teilt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) mit. Der Bundestag habe damit einer Forderung des DBSV entsprochen und eine gravierende Lücke bei der Sehhilfenversorgung gesetzlich Krankenversicherter geschlossen. Bei Kurz- und Weitsichtigkeit werden zukünftig Sehhilfen mit mehr als 6 Dioptrien von der Kasse gezahlt, bei Hornhautverkrümmung reichen mehr als 4 Dioptrien. Diese Regelung wurde mit dem heute vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Stärkung der Heil-und Hilfsmittelversorgung (HHVG) beschlossen.

Lebensstil kann Katarakt beeinflussen

Fast zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an Katarakt. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Zigarettenrauch und starkes Übergewicht sind wichtige Risikofaktoren, die die Trübung der Augenlinse beschleunigen bis schließlich eine Operation nötig wird. Patienten mit einer beginnenden Linsentrübung müssen über diese Risikofaktoren aufgeklärt und bei der Umsetzung eines gesünderen Lebensstils unterstützt werden, fordern Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).