AMD: Nachfüllbares Implantat kann Spritzen ersetzen

Im Rahmen der Studie Sightspire bietet die Klinik für Augenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) AMD-Betroffenen an, ein kleines, nachfüllbares Implantat ins Auge zu setzen, das über einen langen Zeitraum kontinuierlich ein Medikament abgibt. Durch das sogenannte Port-Delivery-System (PDS) wird die Anzahl der nötigen Arztbesuche deutlich reduziert und die Behandlungslast nimmt ab. Eine Teilnahme an der Studie ist noch möglich.

Zur Behandlung der Erkrankung gibt es mittlerweile verschiedene Medikamente. Seit mehreren Jahrzehnten bewährt ist die Spritzentherapie mit dem Medikament Ranibizumab, das die Wirkung der VEGF-Proteine blockiert. „Mit jedem Besuch sind für die meist älteren Patienten und Patientinnen Anfahrt, Wartezeit und häufig auch Angst vor der Spritze verbunden“, sagt Anke Beckmann, leitende Studienkoordinatorin. „Der Bedarf an einer weniger aufwändigen, aber dennoch wirksamen und sicheren Therapiemöglichkeit ist groß“, erklärt Oberärztin Dr. Ekaterina Sokolenko.

Im Rahmen der Studie Sightspire der Firma Roche möchten sie und ihr Team nun die Sicherheit und Wirksamkeit des Port-Delivery-Systems beurteilen. „Das Implantat ist etwa so klein wie ein Reiskorn und wird durch einen Zwei-Millimeter-Schnitt hinter der Linse eingesetzt. Der Eingriff dauert zirka 40 Minuten und kann unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose erfolgen“, erläutert die Augenärztin. Nach einer Nacht zur Überwachung kann die Patientin oder der Patient die Klinik wieder verlassen. Das Implantat ist für Dritte nicht sichtbar, es liegt versteckt unter dem Oberlid. Es kann ein Leben lang im Auge bleiben und gibt von dort kontinuierlich die gleiche Menge des Medikaments ab. Alle sechs bis neun Monate muss das System nachgefüllt werden. Der große Vorteil: Zum Nachfüllen wird das Medikament nicht direkt ins Auge, sondern durch eine Membran in das Implantat injiziert. Das PDS ist in den USA bereits seit 2021 zugelassen, jetzt ist auch der Markteintritt in Europa geplant.

„Menschen mit feuchter AMD, die an einer Studienteilnahme interessiert sind, können sich gerne bei uns melden“, sagt Beckmann. Für die Teilnahme kommen Personen ab 50 Jahre in Frage, deren erste Diagnose mit feuchter AMD nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Weitere Bedingungen werden bei einer Voruntersuchung geklärt. Interessierte können sich an das Studienteam der Klinik für Augenheilkunde wenden: Telefon 0511 532-9411 oder per Mail an Augenklinik.Studien@mh-hannover.de.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

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