Aktuelle Studienergebnisse zum IntraCOR-Verfahren

Die Heidelberger Universitäts-Augenklinik leitet federführend die erste europäische, multizentrische Studie zum IntraCOR-Verfahren, einer Behandlung mit dem Femtosekundenlaser zur Presbyopiekorrektur. Danach konnten rund 70 Prozent der Patienten wieder ohne Brille aus 40 Zentimeter Entfernung lesen; 30 Prozent konnten auf eine schwächere Lesebrille umsteigen. Auch nach 12 Monaten hatte sich dieses Ergebnis nicht verändert. Erste Ergebnisse sind im Oktober 2009 im „Journal of Refractive Surgery“ veröffentlicht worden.

Bei dem neuen Verfahren wird der Strahl des Femtosekunden-Lasers Mikrometer genau auf die mittleren Schichten der Hornhaut ausgerichtet. Rasend schnelle Laserimpulse im Bereich von wenigen hundert Femtosekunden verdampfen kleinste Bereiche innerhalb der Hornhaut, deren Oberfläche sich daraufhin geringfügig verformt. Die so eingeprägten, feinen Ringmuster verändern die Brechkraft der Hornhaut und korrigieren die Altersweitsichtigkeit. Die eigentliche Behandlung dauert 20 Sekunden, ist für Sehschwächen zwischen zwei und drei Dioptrien (+) geeignet und deutlich schonender und unkomplizierter als andere Laserverfahren, heißt es in der Mitteilung der Universität Heidelberg.

Einschnitte in die oberen Schichten der Hornhaut wie bei den üblichen Laser-Behandlungen sind nicht notwendig. „Es gibt keine Wunde, durch die Keime in das Auge eindringen könnten. Komplikationen sind bisher nicht aufgetreten“, erklärte Professor Dr. Gerd Auffarth, Kommissarischer Ärztlicher Direktor der Augenklinik.

Sehen in der Ferne bleibt unbeeinträchtigt

Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 63 Patienten mit voll ausgeprägter Altersweitsichtigkeit mit dem Femtosekunden-Laser behandelt, 25 davon an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg. Rund 70 Prozent der Patienten waren anschließend wieder in der Lage, ohne Brille aus 40 Zentimeter Entfernung Zeitung zu lesen, alle anderen konnten immerhin auf eine schwächere Lesebrille umsteigen. „Das Sehen in der Ferne wird durch diese Laser-Korrektur nicht beeinträchtigt, das Nah-Sehen verbessert sich“, so Privatdozent Dr. Mike Holzer, Oberarzt und Leiter der Refraktiven Chirurgie an der Universitäts-Augenklinik. 

Nachuntersuchungen nach drei, sechs und zwölf Monaten zeigten: Das Sehvermögen bleibt stabil, die Hornhaut verändert sich nicht mehr. Allerdings sollte vor der Behandlung die Altersweitsichtigkeit, die ab dem 40. Lebensjahr einsetzen kann, voll ausgeprägt sein. „Bei anderen Alterungserscheinungen im Auge, wie Grauer Star, wirkt diese Behandlung nicht. Mit INTRACOR korrigieren wir nur die Alterweitsichtigkeit“, so Dr. Holzer.

International wurden bereits mehr als 2.000 Personen erfolgreich mit IntraCOR behandelt. „Wer sich behandeln lassen möchte, sollte abgesehen von der Altersweitsichtigkeit gesunde Augen haben“, sagt Dr. Holzer. Eine gründliche Voruntersuchung klärt ab, ob dieses Verfahren für den jeweiligen Patienten in Frage kommt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung nicht.

Studie wird auf Kurz- und Stabsichtigkeit ausgeweitet

Die veröffentlichte Studie wird nun auch auf Patienten mit Altersweitsichtigkeit und zusätzlicher Kurz- und Stabsichtigkeit (Astigmatismus) bis maximal 1 Dioptrien ausgeweitet. Für Studienteilnehmer ist die Behandlung kostenlos.

Interessierte Patienten haben in der „Refraktiven Sprechstunde“ der Universitäts-Augenklinik die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Voruntersuchung ausführlich über Korrekturmöglichkeiten ihres Sehfehlers beraten zu lassen. An der Heidelberger Augenklinik werden alle etablierten Verfahren der Refraktiven Laser- und Intraokularlinsenchirurgie angeboten und daher kann jede Behandlung ganz individuell an die jeweiligen Patientenbedürfnisse angepasst werden.

Anmeldung und Informationen:
Tel.: 06221 / 56 45 73
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Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.lasik-hd.de

Information im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/augenklinik

Literatur:

Early outcomes of INTRACOR femtosecond laser treatment for presbyopia.
Holzer MP, Mannsfeld A, Ehmer A, Auffarth GU.
J Refract Surg. 2009 Oct;25(10):855-861.

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

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