Tipps für sicheres Betrachten einer Sonnenfinsternis

Am Mittwoch, 12. August 2026, ist in ganz Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Je nach Region wird der Mond bis zu 90 Prozent der Sonnenscheibe verdecken. Der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) warnt eindringlich davor, das Naturschauspiel ungeschützt oder mit ungeeigneten Hilfsmitteln zu betrachten. Auch eine schmale verbleibende Sonnensichel könne die Netzhaut irreparabel schädigen.

„Viele unterschätzen die Gefahr der verbleibenden Sonnensichel bei partieller Sonnenfinsternis. Sogar bei einer fast vollständigen Bedeckung der Sonne darf die zertifizierte Schutzbrille nicht abgenommen werden. Die für das Sehen wichtige Netzhaut könnte dauerhaft geschädigt werden.“ betont Dr. Christian Richter, Ressortleiter im BVA. „Die Schädigung der Netzhaut geschieht schmerzfrei und wird deshalb erst mit Verzögerung bemerkt. Deshalb ist konsequenter Augenschutz mit einer zertifizierten Sonnenfinsternisbrille die einzige sichere Vorsorge.“

Die einfallende intensive Sonnenstrahlung wird durch die Augenlinse gebündelt und trifft konzentriert auf die Netzhaut und vor allem auf den Bereich des schärfsten Sehens. Dort können bereits Sekunden ungeschützter Exposition ausreichen, um die lichtempfindlichen Sinneszellen dauerhaft zu schädigen. Dies geschieht ohne Schmerz, weil die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren hat und die Folgen machen sich oft nicht sofort bemerkbar, die Beschwerden treten meist erst nach Stunden oder einem Tag auf. „Wer im Anschluss an die Beobachtung Sehstörungen feststellt, sollte nicht zögern und sich augenärztlich untersuchen lassen. Bei einer spürbaren Verschlechterung des Sehvermögens ist eine zeitnahe Abklärung erforderlich.“, unterstreicht Richter.  Ist ein Schaden eingetreten, sei eine vollständige Erholung nicht gesichert, da es keine Behandlung gibt, die bereits geschädigte Netzhautzellen wiederherstellen könnte.

Zu den Beschwerden gehören:

  • unscharfes oder verschwommenes Sehen in der Mitte
  • stärkere Blendung durch helles Licht als zuvor
  • verändert oder verwaschen wirkende Farben
  • plötzlich verbogen oder wellig erscheinende gerade Linien
  • längeres Sehen von Nachbildern

Für den direkten Blick in die Sonne seien ausschließlich unbeschädigte spezielle Sonnenfinsternisbrillen geeignet, die der Norm DIN EN ISO 12312-2 entsprechen. Der BVA betont, dass normale Sonnenbrillen, rußgeschwärzte Gläser, CDs, Rettungsdecken, Röntgenfilme, selbstgebaute Filter oder das Zukneifen der Augen keinen ausreichenden Schutz bieten. Für Ferngläser, Teleskope und Kameras reiche auch eine normale Sonnenfinsternisbrille vor dem Auge nicht aus.

Kinder seien besonders gefährdet, da sie die Risiken oft nicht einschätzen können und die Schutzbrille leichter abnehmen. Eltern sollten sicherstellen, dass Kinder ausschließlich zertifizierte und unbeschädigte Sonnenfinsternisbrillen verwenden und diese während der gesamten Beobachtung konsequent tragen.

Quelle: BVA
Bild: Foto von Jongsun Lee auf Unsplash

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