Prävention und Management der kindlichen Myopie

Etwa 15 Prozent aller Grundschulkinder in Deutschland tragen bereits eine Brille wegen Kurzsichtigkeit. Bis zum jungen Erwachsenenalter steigt dieser Anteil auf etwa 25 bis 30 Prozent. Durch die Risiken einer myopen Makulopathie, Netzhautablösung, Glaukom und Katarakt rückt die Myopiekontrolle im Kindesalter zunehmend in den Fokus der augenärztlichen Arbeit. Dr. Gernot Petzold (Kulmbach) gibt einen Überblick über Strategien zur Myopieprävention und -behandlung.

Weltweit ist eine dramatische Zunahme der Myopiefälle zu verzeichnen, aktuell sind etwa 2,5 Milliarden Menschen betroffen. Während zwischen 1990 und 2000 etwa 23 bis 24 Prozent der Bevölkerung kurzsichtig waren, lag der Anteil zwischen 2020 und 2023 bereits bei 34 bis 36 Prozent, bei Kindern und Jugendlichen war ein Anstieg von 24 Prozent im Jahr 1990 auf 35 Prozent im Jahr 2023 zu verzeichnen. Zudem tritt Kurzsichtigkeit heute häufig schon in der Grundschule auf, während sie früher oft erst im Jugendalter begann. Auch wenn es regionale Unterschiede im Auftreten der Myopie gibt (Asien 80 bis 90 Prozent, USA 42 Prozent, Europa 25 Prozent), handelt es sich um ein globales Gesundheitsproblem, das mittel- und langfristig gravierende Auswirkungen haben kann. Durch das starke Längenwachstum des Augapfels bei der Myopie wird das Risiko für ernsthafte Folgeerkrankungen, wie myope Makuladegeneration, myope choroidale Neovaskularisation, Netzhautablösung und Glaukom, deutlich erhöht. Die Behandlungskosten der Folgeerkrankungen könnten die Kosten für frühzeitiges Myopiemanagement deutlich übersteigen (Lian et al. 2023; So et al. 2024; Lee et al. 2025).

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Ausgabe Oktober 2026.

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