Neuartiges Injektionssystem für die Hornhauttransplantation
Forschende des Universitätsklinikums Köln (UKK) haben ein neuartiges Injektionsgerät für die Hornhauttransplantation entwickelt, das die Durchführung der DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) deutlich vereinfachen könnte. Im Auftrag des UKK hat
PROvendis – der zentrale Dienstleister des vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Hochschulverbunds innovation2business.nrw – einen Lizenzvertrag mit dem luxemburgischen Unternehmen AEMM biotech capital investment ausgehandelt. Dieses translationale Projekt zur Optimierung der DMEK-Chirurgie wurde im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1607 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durchgeführt.
Das Team um Prof. Björn Bachmann, Prof. Claus Cursiefen und Dr. Sebastian Siebelmann vom UKK hat das Injektionssystem mit speziellem Design entwickelt. „Die Erfindung ermöglicht eine geführte Implantation der hochsensiblen Membran und erleichtert damit auch weniger erfahrenen Chirurginnen und Chirurgen den sicheren Einsatz der DMEK-Technik“, erklärt Bachmann. Leitungsstrukturen im Öffnungsbereich sorgen dafür, dass die Membran bereits während der Implantation teilweise entfaltet und korrekt ausgerichtet wird. Dadurch könnten nachträgliche Eingriffe im Auge reduziert und operative Traumata für Patienten vermieden werden. Zusätzlich zum Injektionssystem haben die Augenchirurgen ein Gerät entwickelt, mit dem die sehr dünne Descemet-Membran aus einer Spenderhornhaut präpariert und ohne Unterbrechung in eine Injektionskartusche gefüllt werden kann. Dieses Gerät kombiniert beide Schritte, sodass die wichtigen Endothelzellen im Transplantat nicht berührt werden müssen. Damit soll der Verlust von Endothelzellen minimiert und das Ergebnis verbessert werden. Darüber hinaus wird diese neuartige Technologie DMEK-Operationen an Augen ermöglichen, bei denen DMEK bisher aus technischen Gründen nicht möglich war.
Quelle: PROvendis GmbH

