Barrierefreies Spielen neu gedacht
Es ist ein Spiel, das fast jeder kennt: Zwei Farben und vier Spielsteine, die in eine Reihe gebracht werden müssen – das ist das Prinzip von „Vier in einer Reihe“. Aber wie funktioniert so ein Spielkonzept für Menschen mit Sehbeeinträchtigung? Mit dieser Frage hat sich ein Bocholter Bionik-Team der Westfälischen Hochschule im Rahmen eines Projekts beschäftigt. „Blindterni“ kann sich nicht nur sehen, sondern auch fühlen lassen.
Das Team des Bionik-Instituts hat eine inklusive Spielvariante entwickelt, die es ermöglicht, dass Menschen mit und ohne Sehbeeinträchtigung gemeinsam spielen können. Doch nicht nur das: Die Lösung für „Blindterni“ stammt aus dem 3D-Drucker und kann damit kostengünstig und dezentral hergestellt werden.
Das Spiel basiert auf dem bereits existierenden dreidimensionalen „Vier in einer Reihe“. Im Unterschied zur Vorlage kombiniert Blindterni Farben zusätzlich mit taktiler Wahrnehmung und orientiert sich so am Zwei-Sinne-Prinzip. Die Spielsteine lassen sich durch eine glatte Oberfläche, vertikale Rillen und Einbuchtungen unterscheiden. Auch das Spielfeld ist im Vergleich zum Originalspiel vergrößert aufgebaut.
Die erforderlichen Daten, um das Spiel selbstständig mit einem 3D-Drucker zu drucken, liegen frei zugänglich und kostenfrei als Open-Source-Datei vor. Dies ermöglicht auch eigenständige Weiterentwicklungen. Die Daten sind abrufbar unter: http://thingiverse.com/thing:6777827
Das Paper zur Spielentwicklung wurde im Fachmagazin „Blind + Sehbehindert“ veröffentlicht und ist abrufbar unter: http://doi.org/10.3278/BSB2501W009
Quelle: Bionik-Institut der Westfälischen Hochschule


