Autor: Ulrike Lüdkte

111. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin

„Normalität auf hohem Niveau“
Nachwuchswettbewerb, Führungskompetenz, Mitarbeitermotivation und intensive Ausbildungsunterstützung – waren die wesentlichen Aspekte, mit denen der DOG-Präsident Prof. Dr. Berthold Seitz das wissenschaftliche Programm der diesjährigen Tagung akzentuierte. Großen Zuspruch fand das neu eingeführte Sitzungsformat „DOG-Update – State of the Art 2013“, eine interaktive Fortbildung, die auf der Basis internationaler Publikationen des letzten Jahres die wichtigsten Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Teilbereichen des Faches komprimiert und praxisnah vermittelte. Ein Kurs, der sich insbesondere auch an niedergelassene Augenärzte richtete und damit die im letzten Jahr bereits eingeschlagene neue Ausrichtung der DOG hin zu einer gemeinsamen Gesellschaft für -Kliniker und Niedergelassene erneut bekräftigte. Von Ulrike Lüdtke.

OCT-Forschung bei MS und Optikusneuritis

In den vergangenen Jahren hat die Untersuchung der Retina mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) auch in die Neurologie Eingang gefunden und wird nun bei einer zunehmenden Zahl neurologischer Erkrankungen angewendet. Prof. Dr. Friedemann Paul, Neurologe an der Charité Berlin, stellt die relevanten Erkenntnisse der OCT-Forschung bei Multipler Sklerose und Optikusneuritis in Verbindung mit klinischen Befunden zusammen und gibt einen Ausblick auf weitere mögliche Forschungsfragestellungen und klinische Anwendungen.

Zerebrale Veränderungen bei Glaukomen

Studie zur Visualisierung der Sehbahn mit magnetresonanzbasiertem DTI
Die Glaukomerkrankung führt zu einer Schädigung spezieller anatomischer Strukturen im Auge sowie im Gehirn mit konsekutiver visueller Funktionsminderung. Das Funktionsdefizit beruht somit nicht nur auf Schäden der retinalen Ganglienzellen, sondern wahrscheinlich auf Schäden der gesamten Sehbahn. Yasemin Akbaba, Simone Wärntges, Johannes Schoemann, Prof. Dr. Tobias Engelhorn, Prof. Dr.-Ing. Ahmed El-Rafei, Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger Prof. Dr. Arnd Dörfler und Prof. Dr. Georg Michelson stellen die Ergebnisse einer prospektiven klinischen Studie vor, deren Ziel die Beurteilung der Radiatio optica mittels magnetresonanzbasiertem Diffusion Tensor Imaging (DTI) war.

DFG fördert drei Forschungsprojekte an der Freiburger Klinik für Augenheilkunde

Gleich drei Wissenschaftler der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg haben unlängst Zusagen für Projektfördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. „Wir sind sehr stolz, in unserer kleinen Klinik gleich drei Forschungsprojekte mit solch prominenter Förderung durchführen zu können“, so Prof. Dr. Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde.

Sicca-Förderpreis 2014 ausgeschrieben

Der Sicca-Förderpreis 2014 des Ressorts Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) für herausragende Forschungsarbeiten zum Trockenen Auge ist ausgeschrieben. Abgabefrist für die Vortragstitel ist der 15. Dezember, das Forschungsprojekt muss eingereicht werden bis 21. Februar. Verliehen wird der Sicca-Förderpreis 2014 auf dem Jahrekongress der DOG in Leipzig.

Katarakt: Aktivierungsmechanismus eines Schutzproteins entschlüsselt

Die Brechkraft der menschlichen Augenlinse beruht auf einer dicht gepackten Eiweißmischung. Schutzproteine sorgen dafür, dass diese Eiweiße, die nur ein einziges Mal angelegt werden, ein Leben lang nicht verklumpen. Versagt der Schutzmechanismus, trübt sich die Linse – der Patient bekommt Katarakt. Nun konnten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) entschlüsseln, wie eines der Schutzproteine aktiviert wird und so die Grundlage zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten legen.

Studie: Antikörper sollen Sehnerv bei MS schützen und regenerieren

Eine Entzündung des Sehnervs kann das erste Symptom einer Multiplen Sklerose sein. Innerhalb einer internationalen Therapiestudie prüfen Wissenschaftler der Universitäts-Augenklinik Tübingen mit speziellen Antikörpern, ob bereits geschädigte Sehnerven regeneriert oder vor weiterer Entzündungen geschützt werden können. Die Neuroophthalmologische Ambulanz am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Prof. Helmut Wilhelm zählt zu den wenigen Spezialzentren ihrer Art in Europa und wurde wegen ihrer großen Expertise bei den Erkrankungen der Sehbahn als einziges Augenzentrum für diese Patientenstudie ausgewählt.

15. Oktober – Tag des weißen Stockes

Zum „Tag des weißen Stockes“ der Vereinten Nationen am 15. Oktober veröffentlichen die drei größten deutschen Selbsthilfeorganisationen blinder und sehbehinderter Menschen Tipps für betroffene Arbeitnehmer. Seit 44 Jahren findet jährlich am 15. Oktober der „Internationale Tag des weißen Stockes“ der Vereinten Nationen statt, an dem blinde Menschen auf ihre Möglichkeiten und Probleme in der Gesellschaft aufmerksam machen. Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens

Medikamentöse Diabetes-Therapie verhindert nur bedingt diabetische Retinopathie

Schädigungen der Netzhaut durch Diabetes lassen sich trotz adäquater Therapie nur teilweise verbessern. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben herausgefunden, dass eine medikamentöse Diabetes-Behandlung nur etwa die Hälfte der veränderten Netzhaut-Proteine positiv beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift ‚Diabetologia‘ publiziert.

DOG 2013: Augenärzte spenden fast 10.000 Euro zugunsten der Stiftung Auge

Die von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) 2008 gegründete Stiftung Auge hatte zum diesjährigen Jahreskongress vom 19. bis 22. September 2013 in Berlin erstmals einen Fotowettbewerb unter dem Motto „Sehen im Fokus“ ausgeschrieben. Im Rahmen des DOG-Kongresses wurden die besten zehn Bilder zugunsten der Stiftung Auge ausgestellt und versteigert. Wie in den vergangenen Jahren auch fanden zwei weitere Benefizaktionen statt: der „Eye Run“ – ein Fünf-Kilometer-Lauf – und „DOG in Concert“ – ein Benefizkonzert. Insgesamt kamen fast 10 000 Euro an Spenden zugunsten der Stiftung Auge zusammen. Den Erlös setzt die Stiftung dafür ein, die Prävention und Therapie von Augenerkrankungen zu verbessern, um so Erblindungen zu vermeiden.