Millionenförderung für neuartiges Glaukomimplantat

Ein Forschungsverbund unter der Leitung der Klinik für Augenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) arbeitet an einem neuartigen Glaukomimplantat, das den Augeninnendruck individuell steuern und gleichzeitig die Fibroseentwicklung verhindern soll. Das Projekt „Antifibrotisches Glaukom-Implantat (Glaukom AF)“ erfolgt in Kooperation mit der Hochschule Hannover, dem Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen sowie dem Institut für Quantenoptik der Leibniz Universität Hannover und wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über drei Jahre mit rund 1,8 Millionen Euro gefördert.

Grundlage des Projekts ist ein bereits entwickeltes Basisimplantat mit einer Klappe, die sich auch nach der Operation noch öffnen lässt. Damit soll vor allem verhindert werden, dass der Augen­innendruck nach dem Eingriff zu stark absinkt. Im aktuellen Projekt soll dieser Steuermechanismus weiterentwickelt werden, damit der Augeninnendruck künftig schrittweise und individuell an die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten angepasst werden kann. So soll die Druckeinstellung personalisiert und langfristig besser kontrollierbar werden. Zudem ist eine Beschichtung mit fibrosehemmenden Wirkstoffen vorgesehen. Dafür suchen die Forschenden nun nach einer Alternative zu Mitomycin C, um die Fibroseentwicklung und die dadurch nachlassende Wirkung oder sogar den Ausfall des Implantats zu verhindern, ohne dass andere Bestandteile des Auges geschädigt werden.

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„Wir haben Zellkulturen aus unterschiedlichen Zelltypen des Auges erstellt und testen nun in Lebendzellanalysen mehrere, teilweise bereits für andere Krebserkrankungen zugelassene Medikamente in unterschiedlichen Dosierungen“, sagt Dr. Heiko Fuchs, Leiter des MHH-Forschungslabors Augenheilkunde. Der Biologe hofft, dass darunter ein Wirkstoff ist, der vornehmlich die Tenon-Fibroblasten in Schach hält, ohne das Augengewebe zu schwächen. Der Vorteil: Findet sich ein solcher Wirkstoff, müsste die Zulassung des Medikaments nicht komplett neu erfolgen, sondern nur auf die Anwendung für Glaukome im Auge erweitert werden. Das ist wesentlich schneller und kostengünstiger.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

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