20 Jahre Behindertenrechtskonvention

Zum Start der Vertragsstaatenkonferenz zur UN-Behindertenrechtskonvention vom 9. bis 11. Juni in New York fordert die Christoffel-Blindenmission (CBM), die Umsetzung der Konvention entschlossener voranzutreiben. Denn Teilhabe sei kein Privileg, sondern ein Menschenrecht. Vor zwanzig Jahren wurde die UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet. Sie gelte als Meilenstein für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Doch während die Welt auf dieses Jubiläum blickt, gerieten Inklusion, Teilhabe und Menschenrechte in vielen Ländern zunehmend unter Druck.

Weltweit leben rund 1,3 Milliarden Menschen mit Behinderungen. Dennoch blieben ihnen vielerorts grundlegende Rechte verwehrt. Zugleich beobachtet die CBM mit Sorge, dass Fortschritte bei Inklusion und Teilhabe in einigen Ländern ins Stocken geraten oder sogar zurückgedrängt werden. „Die Behindertenrechtskonvention hat die Rechte von Menschen mit Behinderungen weltweit gestärkt. Doch Menschen mit Behinderungen werden vielerorts noch immer ausgeschlossen oder übersehen. Deshalb müssen Staaten jetzt konsequent handeln und gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen“, sagt Dr. Rainer Brockhaus, Vorstand der CBM. Die diesjährige Konferenz der Vertragsstaaten steht im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums der Konvention. Aus Sicht der CBM darf der Blick auf Erfolge jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Menschen mit Behinderungen weiterhin überproportional von Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch betroffen seien.

Besonders gefährdet seien Frauen, Kinder und Menschen, die in Einrichtungen leben. Die CBM fordert deshalb inklusive Unterstützungsangebote in den Gemeinden, die Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. „Wahre Sicherheit entsteht durch Autonomie, gesellschaftliche Teilhabe und die Anerkennung der gleichen Würde aller Menschen. Menschen mit Behinderungen dürfen nicht in Einrichtungen abgeschoben werden, sondern müssen selbst entscheiden können, wie und wo sie leben möchten“, so Brockhaus.

Anzeige
Topcon (Banner)

Menschen mit Behinderungen und ihre Selbstvertretungsorganisationen seien in politischen Prozessen noch immer zu wenig vertreten. Barrieren und Vorurteile erschwerten ihre Mitwirkung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. „In den vergangenen zwanzig Jahren ist das Bewusstsein gewachsen, dass Menschen mit Behinderungen bei Entscheidungen, die ihr eigenes Leben betreffen, mitreden und mitgestalten müssen. Doch echte Teilhabe geht weiter. Menschen mit Behinderungen müssen sich selbstverständlich auch in gesellschaftliche und politische Debatten einbringen können. Erst wenn ihre Perspektiven überall gehört werden, rücken wir der Vision der Behindertenrechtskonvention von Inklusion und gleichberechtigter Partizipation näher“, führt Brockhaus aus. 

Die CBM setzt sich weltweit dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen überall mitreden und mitentscheiden können.

Quelle: Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V. (CBM)

Ähnliche Beiträge