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Aus der aktuellen Ausgabe

04/2018:

Zur Geschichte der Sympathischen Ophthalmie

Die seltene Sympathische Ophthalmie (SO) ist eine beidseitige granulomatöse Uveitis, die nach durchbohrender Augenverletzung oder operativem Eingriff bereits nach fünf Tagen bis 50 Jahre später auftreten kann. 1583 wurden durch Bartisch erstmals Symptome geschildert, die vermutlich erste erfolgreiche Behandlung wird Eisenbarth 1716 zugeordnet. Genaue Beschreibungen mit Prognose der SO stammen von Mackenzie 1840 in London und von Ammon 1843 in Dresden. Fuchs gelang 1905 der exakte histologische Nachweis. Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO (Schneeberg) berichtet auch über drei bekannte Persönlichkeiten (Johann der Blinde, Louis Braille, König Georg V. von Hannover), die an der SO erblindeten sowie abschließend über die Einmischung der Staatssicherheit der DDR wegen eines an SO erkrankten Kindes.

Obwohl die Augenheilkunde erst mit der Erfindung des Augenspiegels durch Hermann von Helmholtz (1821-1894) seit dem Jahre 1851 ein selbständiges Fach in der Medizin ist, lässt sich ihre Geschichte bis weit über 1000 Jahre vor Christi zurückverfolgen. Ähnlich ist es mit der seltenen Erkrankung der Sympathischen Ophthalmie (SO). Zwar wird der Terminus „sympathisch erkrankt“ nach dem Verlust des ersten Auges erstmals bei Desmoures in dessen Lehrbuch 1818 gebraucht, doch findet man bei Hirschberg (1914) die Erwähnung dieses seltenen Krankheitsbildes, umschrieben in der medizinhistorischen Literatur, viel früher.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL April 2018.