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Aus der aktuellen Ausgabe

04/2017:

Zur Geschichte der Okulopression

Jeder unerwünschte Glaskörperaustritt bei intraokularen Eingriffen, insbesondere bei der Kataraktextraktion, stellt einen wesentlichen Zwischenfall dar. Das gilt nach wie vor in der Ophthalmochirurgie und besonders bis etwa zum Jahr 2000, als noch die starren, nichtflexiblen Intraokularlinsen implantiert wurden. Nach der äußerst seltenen expulsiven Blutung, der postoperativen Endophthalmitis, ist der Austritt vom Glaskörper die bedeutungsvollste und folgenschwerste Komplikation im Zusammenhang mit einer Kataraktoperation. Der ungarische Augenarzt Vörösmarthy schaffte 1964 mit dem von ihm kreierten Okulopressor die Wende und konnte den Glaskörperaustritt bei seinen Kataraktoperationen auf null Prozent optimieren. Ein Beitrag von Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO (Chemnitz).

Den Augenärzten sind bei Corpus-Austritt die signifikant höheren Spätfolgen am Auge bekannt: Hornhautkomplikationen, Pupillarmembranbildung, Iridozyclitis, Glaskörpertrübungen und -blutungen, Sekundärglaukom, Irvine-Gass-Syndrom, Netzhautablösung und Amaurose. Nach Vail (1965) kommt es bei jedem fünften Auge mit Glaskörperverlust zur Erblindung. Die Tabelle 1 zeigt den Glaskörperaustritt bei der Kataraktoperation international bekannter Augenchirurgen von 1960 bis 1980. Nur eine ausreichende Hypotonie des Auges bietet die sicherste Garantie gegen Glaskörperaustritt. Die meisten Methoden zur Erreichung dieser Hypotonie haben ihren Angriffspunkt extrabulbär: Sedierende Prämedikation, retro- oder parabulbäre Injektion mit/ohne Akinesie oder Allgemeinnarkose sowie Aufnähen eines Flieringa-Ringes. Dazu kommt die präoperative medikamentöse Augendrucksenkung durch Osmo-Onko-Therapie und Carboanhydrasehemmer. Allein die Okulopression zur intraokularen Drucksenkung hat ihren Angriffspunkt am Bulbus selbst.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL April 2017.