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Aus der aktuellen Ausgabe

03/2009:

Toxic anterior segment syndrome (TASS)

Zum postoperativen Auftreten einer sterilen, nicht-infektiösen Entzündung
Das „toxic anterior segment syndrome“ (TASS) ist eine in der Regel wenige Stunden nach einer intraokularen Operation akut eintretende intraokulare Entzündung. Wegweisende Symptome sind eine akute Sehverschlechterung, ein ausgeprägter Reizzustand in der Vorderkammer sowie ein ausgeprägtes Hornhautödem. Ursache ist eine sterile, nicht-infektiöse Entzündungsreaktion, die zu einem toxischen Schaden von Strukturen des vorderen Augensegmentes führt und eine lange bestehende Hornhautendotheldekompensation verursachen kann. Prof. Dr. Burkhard Wiechens erläutert ätiologische Faktoren, Abgrenzung zur Endophthalmitis und Therapie.

Im Dezember 2002 sowie Ende 2004 und im Frühjahr 2006 kam es in den USA zu einem ausbruchartigen Auftreten von unerklärten Fällen postoperativer steriler Entzündungen (Kutty et al. 2008, MMWR Weekly Report 2007). Die Zahl der Zentren, die über diese Entzündungsfälle berichteten, lag im Jahr 2006 bei über 100. Alle Patienten berichteten über die gleichen charakteristischen Symptome. So traten innerhalb kurzer Zeit, das heißt 12 bis 24 Stunden nach der Operation, erste klinische Symptome wie Verschwommensehen, Schmerzen und Rötung des betroffenen Auges auf. Eine sofortige Untersuchung ergab in allen Fällen, eine akut auftretende sterile Entzündung des vorderen Segments, denn alle abgenommenen Kulturen erbrachten keinen Hinweis auf pathogene Keime. Bei der hier beschriebenen Erkrankung handelt es sich um das „toxic anterior segment syndrome“ (TASS), das vornehmlich nach Kataraktextraktionen, aber auch nach Trabekulektomien und Keratoplastiken beschrieben ist (Kim et al. 2007, Maier et al. 2008, Mamalis et al. 2006).

Typisch ist der plötzliche Beginn kurz nach der Operation. Die Erkrankung kann innerhalb kurzer Zeit zu einem toxischen Schaden intraokularer Gewebe des vorderen Augenabschnittes mit einer erheblichen Sehverschlechterung führen.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL 03/2009.