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Aus der aktuellen Ausgabe

04/2016:

Sklerallinsenversorgung bei schwerem Trockenem Auge

In der Behandlung von Trockenen Augen kommen in therapierefraktären Fällen auch spezielle therapeutische Verfahren wie autologe Serumaugentropfen und Sklerallinsen zum Einsatz. Bei der Sklerallinse handelt es sich um eine formstabile, besonders große Kontaktlinse, die aufgrund ihrer Größe und einer hohen Scheiteltiefe die Kornea überbrückt, wodurch es zu einer Auflage auf der Sklera kommt. Der zwischen der Sklerallinse und Hornhaut bestehende Abstand wird mit Flüssigkeit gefüllt (meist NaCl). Laura Sauerbier und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) erörtern unterschiedliche Aspekte, die es bei der Anpassung von Sklerallinsen als Therapieoption bei einem schweren Trockenen Auge wie bei okulärer GvHD oder Sjögren-Syndrom zu beachten gilt.

Das Trockene Auge ist eine multifaktorielle Erkrankung mit einem breiten Spektrum an Ursachen und Folgen. In Deutschland sind geschätzte zehn Millionen Menschen betroffen, wobei der größte Teil nur episodisch und leicht betroffen ist. Ein geringer Teil der Erkrankten leidet jedoch an einem schweren bis schwersten Trockenem Auge. Ursachen sind hier vor allem das primäre oder sekundäre Sjögren-Syndrom und die chronische okuläre Graft-versus-Host-Erkrankung nach Blutstammzelltransplantation (okuläre GvHD). Diese schweren Verläufe eines Trockenen Auges sind gekennzeichnet durch eine deutliche Reduktion der Tränenproduktion bis hin zum vollständigen Verlust, massiver Schädigung der Augenoberfläche (Fluoreszeinfärbegrad der Hornhaut >4 nach Oxford-Grading), Eintrübungen und Vaskularisationen der Hornhaut, Schmerzen, Photophobie, rezidivierenden Infektionen und entsprechender Einschränkung des Sehvermögens. Dies führt weiterhin zu einer für die Patienten ausgeprägten Einschränkung der Lebensqualität, da Tätigkeiten wie Autofahren, Lesen, Bildschirmarbeit etc. nicht mehr möglich sind.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL April 2016.