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Aus der aktuellen Ausgabe

07-08/2017:

Qualitätsversorgung bei AMD: Das Pilotprojekt Q-VERA

„Qualitätsversorgung bei AMD – Q-VERA“ lautet der Titel des additiven Versorgungskonzepts für AMD-Patienten, das das gemeinnützige AMD-Netz in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erarbeitet hat. Das Pilotprojekt ist im Januar 2017 mit zehn augenärztlichen Praxen in Westfalen-Lippe gestartet. Ziel ist die Weiterentwicklung der AMD-Versorgung durch Maßnahmen zur Aufklärung, Qualitätsverbesserung und Weiterleitung. Die teilnehmenden Augenärzte werden für die zu erbringenden Leistungen zusätzlich vergütet. Jana Bouws, Geschäftsführerin des AMD-Netzes in Münster, stellt die Maßnahmen im Projekt Q-VERA vor.

Die altersabhängige Makuladegeneration ist als chronische Erkrankung für die Patienten mit Einschränkungen und Belastungen in vielerlei Hinsicht verbunden. AMD-Patienten sind jedoch nicht alle gleichermaßen von den Auswirkungen der Erkrankung betroffen, sondern es ergeben sich je nach Stadium unterschiedliche Behandlungssituationen. Für die meist älteren Patienten ist die oftmals dauerhafte und zeitintensive Therapie der exsudativen AMD eine große Herausforderung, da die Behandlungslogik für viele nicht unmittelbar verständlich ist und sie zudem häufig auf ihre Angehörigen zur Sicherstellung des Transports zum Augenarzt angewiesen sind. Dagegen muss den Patienten mit frühen AMD-Formen vermittelt werden, dass Selbstkontrollen und Kontrollen beim Augenarzt wichtig sind, um Anzeichen einer Veränderung oder Verschlechterung frühzeitig zu erkennen. Die Patienten, die aufgrund der AMD bereits einen Sehverlust erlitten haben und die nicht (mehr) therapiert werden können, kämpfen wiederum um die Bewältigung des Alltags und den Erhalt ihrer Selbstständigkeit. Denn trotz zunehmend besserer Behandlungsoptionen ist ein großer Teil der AMD-Patienten nach wie vor mit starker Seheinschränkung bis hin zu gesetzlich definierter Blindheit konfrontiert. Information und Aufklärung sind daher wichtige Bausteine des Projekts Q-VERA.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Juli/August 2017