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Aus der aktuellen Ausgabe

01/2013:

NAION – Wie gefährlich ist die Nacht?

Der Verlauf der typischen nicht-arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie (NAION) zeichnet sich- durch einen plötzlichen, meist mehr oder weniger schmerzfreien altitudinalen Gesichtsfeldausfall aus. Die gehäufte Manifestation der NAION nach dem morgendlichen Erwachen hat die Aufmerksamkeit auf die pathophysiologischen Vorgänge während der Nachtstunden, respektive auf den Schlaf der betroffenen Patientinnen und Patienten, gelenkt. Prof. Dr. Klara Landau und Dr. Gregor P. Jaggi (Zürich) zeigen Arbeiten zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen nächtlichem Blutdruckverlauf und Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS) mit NAION auf.

Die nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION) ist die Folge einer Perfusionsstörung der kurzen hinteren Ciliararterien, die mehrheitlich zur Blutversorgung der Papille beitragen. Betroffene Patientinnen und Patienten sind meist älter als 50 Jahre und weisen oft kardiovaskuläre Risikofaktoren auf. Zudem ist oft keine oder eine geringe Exkavation bei eher dicht gedrängten Nervenfasern an der Papille des Partnerauges zu beo-bachten. Das Risiko einer NAION am zweiten Auge beträgt etwa 20 Prozent. Der Verlauf der typischen NAION zeichnet sich durch einen plötzlichen, meist mehr oder weniger schmerzfreien altitudinalen Gesichtsfeldausfall aus, der oft nach dem morgendlichen Erwachen aus dem Schlaf wahrgenommen wird. Funduskopisch zeigt sich eine einseitige Papillenschwellung des betroffenen Auges und ein relatives afferentes pupillomotorisches Defizit (RAPD).

In 40 Prozent darf im weiteren Verlauf eine geringgradige Verbesserung der zentralen Sehschärfe erwartet werden, häufig bleibt jedoch das Defizit in etwa unverändert bestehen. Der Schweregrad und die Prognose der NAION sind etwas günstiger als bei der arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie, die im Rahmen des Morbus Horton auftritt und zwingend mit hochdosierten Kortikosteroiden behandelt werden muss. Bei NAION besteht die Therapie meist in der Reduktion der auffindbaren kardiovaskulären Risikofaktoren. Der Einsatz von Kortikosteroiden bei NAION wird seit einiger Zeit kontrovers diskutiert. Die gehäufte Manifestation der NAION nach dem morgendlichen Erwachen hat die Aufmerksamkeit auf die pathophysiologischen Vorgänge während der Nachtstunden, respektive auf den Schlaf der betroffenen Patientinnen und Patienten, gelenkt. So sind mehrere Arbeiten zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen nächtlichem Blutdruckverlauf und Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS) mit NAION entstanden.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL 01/2013.