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Aus der aktuellen Ausgabe

05/2016:

Kontaktoptische Versorgung des aphaken Kindes (Teil 2)

Die wichtigste Indikation einer Kontaktlinsenanpassung beim Neugeborenen oder Säugling ist die angeborene ein- oder beidseitige Katarakt. Obwohl die heutige Ophthalmochirurgie immer mehr auch beim Kind das Implantat bevorzugt, gibt es noch besonders gelagerte Fälle, die mit Kontaktlinsen versorgt werden müssen. Im zweiten Teil gehen Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm) auf die häufigsten Komplikationen des kindlichen Kontaktlinsentragens ein und stellen Kasuistiken aus dem Institut für wissenschaftliche Kontaktoptik Ulm vor.

In Tabelle 7 sind die häufigsten Komplikationen des kindlichen Kontaktlinsentragens aufgelistet. Die Komplikationen entsprachen in ihrer Ätiologie und Häufigkeit denen des Linsentragens aus medizinischer oder kosmetischer Sicht eines Erwachsenen. Lediglich die Häufigkeit des Linsenverlusts lag weit über dem erwachsener Linsenträger. Pflegefehler verursachten häufig Infektionen der vorderen Augenabschnitte. Lidrandentzündungen und Bindehautentzündungen führten zur Unterbrechung des Linsentragens. In den selteneren Fällen einer Keratitis war ein längeres Trageverbot notwendig, was letztendlich die Gefahr eine Amblyopie erhöhte. Auch allergische Reaktionen, vor allem bei entsprechender Disposition wie der Neurodermitis, zeigten sich an Lidern, Bindehaut oder Hornhaut. Sie zwangen zur Überarbeitung des Anpassungs- und Tragekonzepts. Im Rahmen der augenärztlichen Kontrollen des linsenlosen Auges darf nicht vergessen werden, dass auch kontaktlinsenunabhängige Befunde möglich sind, regelmäßige Kon­trollen von Netzhaut und Augeninnendruck zum Ausschluss eines Sekundärglaukoms sind zwingend erforderlich.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Mai 2016.