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Aus der aktuellen Ausgabe

04/2016:

Idiopathische epiretinale Gliose

Postoperative morphologische Veränderungen zur Verlaufsbeurteilung
Die idiopathische epiretinale Gliose (IEG) zählt zu den häufigeren Krankheitsbildern, die zu einer Beeinträchtigung der zentralen Sehschärfe im höheren Lebensalter führen. Ursache der Sehverschlechterung und Metamorphopsien sind Faltenbildungen und Verdickungen der Netzhaut durch Ausbildung von Membranen zwischen Membrana limitans interna und hinterer Glasköpergrenzschicht. Die Indikation zur Pars-plana-Vitrektomie mit Membrane Peeling wird abhängig vom Ausprägungsgrad der Symptomatik getroffen, wobei der postoperative Zugewinn an Sehschärfe individuell sehr unterschiedlich ist. In der Augenklinik Berlin-Marzahn wurden anhand eines standardisierten Makulabogens postoperativ sowohl morphologische Kriterien als auch das Vorhandensein von persistierenden störenden Metamorphopsien untersucht. Christos Chamalis, Dr. Andreas Foerster und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer, MBA, (Berlin) fassen ihre Untersuchungsergebnisse zusammen.

Immer wieder stellen sich Patienten mit störenden Metamor­phopsien und einer Visusverschlechterung vor. Die Diagnose der idiopathischen epiretinalen Gliose (IEG) wird sowohl klinisch als auch mit Hilfe der optischen Koheränztomographie (SD-OCT) gestellt. Epiretinale Membranen bei IEG bestehen aus Gliazellen, die durch Risse der Membrana limitans interna (ILM) zur Netzhautoberfläche gelangen. Solche Risse der ILM entstehen bei einer hinteren Glaskörperabhebung. Die Gliazellen proliferieren und bekommen myofibroblastische Eigenschaften, sodass durch eine zentripetale Kontraktion eine Netzhautfältelung, ein mikrozystisches Makulaödem und häufig eine Schädigung der IS/OS-Schicht entstehen. Nach neuen Kenntnissen spielen Hyalo­zyten der Glaskörpergrenzmembran auch eine wichtige Rolle in der Pathogenese der IEG. Ist die Gliose gering und asymptomatisch, so spricht man von einer Cellophanmakulopathie. Dicke epiretinale Membranen mit Visusminderung, Metamor­phopsien und vor allem Störung der Netzhautarchitektur werden als ein Makula­pucker bezeichnet.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL April 2016.