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Kurznachrichten

12/2016:

Erster Weiterbildungsverbund für Augenheilkunde in Bayern

In der Allgemeinmedizin sind Weiterbildungsverbunde bereits etabliert. Um nun in der Augenheilkunde eine umfassende Versorgung sicherzustellen, wurde jetzt der erste Weiterbildungsverbund in Bayern für Augenärzte von der Bayerischen Landesärztekammer genehmigt.

Die Facharztweiterbildung zum Augenarzt umfasst sowohl den klinischen als auch den ambulanten Bereich. Die Vermittlung sämtlicher Weiterbildungsinhalte an klinischen Hauptabteilungen ist in den letzten Jahren zunehmend schwieriger geworden, da viele Patienten im ambulanten Bereich behandelt werden (ambulant vor stationär). Weder können klinische Einrichtungen der Augenheilkunde noch die niedergelassenen Augenärzte allein den Weiterbildungsassistenten in ihrer fünfjährigen Ausbildung den gesamten Umfang vermitteln: nämlich den allumfassenden integrativen Patientenprozess – von der Anamnese, Diagnose, Operation bis hin zum postoperativen Ergebnis.

Es sei deshalb nur folgerichtig, dass niedergelassene Augenärzte mit klinischen Einrichtungen auch bei der Weiterbildung eng kooperieren. Die Weiterbildungsassistenten lernen so mehrere Praxen und klinische Abteilungen kennen und sammeln umfassendere Erfahrungen als es die Weiterbildung in nur einer Einrichtung bieten kann, heißt es seitens des neuen Verbundes.

Nun wurde für Bayern der wichtige Schritt zu einem Weiterbildungsverbund in die Wege geleitet: Bislang sechs weiterbildungsbefugte niedergelassene Augenärzte mit Einzelpraxen sowie das MVZ Fürth der Ober-Scharrer-Gruppe mit rund 20 Augenärzten ermöglichen eine flexible, moderne und umfassende Weiterbildung.

Die Verhandlungen seien langwierig und nicht einfach gewesen, so Dr. Gernot Petzold, Kulmbacher Augenarzt und Mitglieder der Vertreterversammlung der KVB, aber: „Es war an der Zeit, jungen Ärzten, die sich für die Augenheilkunde interessieren, eine umfassende und praxisnahe Weiterbildung zum Facharzt zu ermöglichen.“ Und Petzold weiter: „Unser erklärtes Ziel ist es, augenärztlichen Nachwuchs auszubilden – gerade für die strukturschwachen Gebiete.“ Mit dem Weiterbildungsverbund lernen die jungen Ärztinnen und Ärzte die augenärztliche Versorgung vor Ort kennen und können sich leichter für eine selbständige freiberufliche Tätigkeit begeistern.