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Aus der aktuellen Ausgabe

04/2019:

Die Brille in der Kunst von Rembrandt

Das Auge und noch mehr aber der Verlust der Sehfunktion als Folge einer Krankheit oder Verletzung nahmen zu allen Zeiten einen besonderen Stellenwert ein, der sich auch in der künstlerischen Darstellung nachweisen lässt. Abbildungen des Auges finden sich in alten Hochkulturen und in der Antike, aber erst die Maler des frühen Mittelalters waren künstlerisch in der Lage, das menschliche Auge in der Fläche naturgetreu darzustellen. Nun erscheint erstmals auch das Bildmotiv des kranken Auges. Die besondere Wertigkeit des Sehens in den Gemälden Rembrandts beschreiben Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm).

Trotz der elementaren Bedeutung des Auges und der Sehfunktion für das (Über-)Leben findet sich erstaunlicherweise in frühen Kulturen keine Abbildung des menschlichen Auges: Die Steinzeitmalerei zeigt in ihren Höhlen zwar das tierische Auge, so beispielsweise das des Stiers, des Wildschweins, des Hirschs – das menschliche Auge aber wird in den Bildern der Höhlenmalerei nicht dargestellt. Hat dies religiöse Gründe, war es die Angst, selbst gesehen zu werden? Den Grund hierfür kennt man nicht. Natürlich war bekannt, dass nach Verlust des Augenlichtes durch Krankheit oder Verletzung, ein Überleben ohne fremde Hilfe nicht möglich war. Gefahren konnten nicht mehr rechtzeitig erkannt werden, Nahrungssuche und Orientierung misslangen.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL April 2019.